Inflation. Trifft es Europa härter als gedacht? Wird jetzt alles teurer?

Inflation. Trifft es Europa härter als gedacht? Wird jetzt alles teurer? Viele Investoren sind aktuell der Meinung, dass dies ein reines US-Problem sei. Da dort die Inflation völlig aus dem Ruder läuft. Doch es ist nicht ausgeschlossen, dass es auch in Europa gefährliche Größenordnungnen annimmt und die Inflation weiter steigt. Dies würde die Eurozone sogar noch härter treffen als aktuell USA und den US-Dollar.

Die US-Notenbank treibt aktuell ein gefährliches Poker Spiel. Da sie der Ansicht ist die USA befände sich nur in einer vorübergehenden Inflation. Dies wurde durch den US-Notenbank Chef vergangene Woche im Senatsausschuss noch einmal bestätigt. Diese Einschätzung basiert jedoch eher auf Hoffnung als auf Argumenten.

Schauen wir uns das näher an. Die Inflationsrate bezieht sich immer auf den Monat des Vorjahres. Sind die Preise im Juli 2020 stark gestiegen befinden wir uns 2021 in einer niedrigeren Inflationsrate. Da in de USA derzeit Monat von Monat deutliche Preissteigerungen sind geht man davon aus, dass dies nicht lange so weitergehen kann.

Geht die Inflation wirklich einfach so vorbei?

In den USA sehen wir bereits einen sinkenden Reallohn. Und diese Entwicklung startet derzeit erst so richtig. Verlierer des Ganzen sind also erstmal Angestellte und Verbraucher. Momentan treiben Rohstoffe die Preise in den USA in die Höhe. Diese Kosten werden von den Unternehmen entsprechend auf die Erzeugerpreise umgelegt. Die Waren werden teurer. Da Rohstoffe auch auf Spekulation und nicht nur Angebot und Nachfrage basieren ist es ein Pokerspiel. Man geht davon aus, die Rohstoffpreise fallen mit der Zeit wieder. Aber ob das wirklich so sein wird?

Weder die US-Notenbank noch die EZB in Europa reagieren darauf und ignorieren es. Anstatt die Märkte zu beruhigen. Stattdessen wird enorm viel Geld in den Markt gepumt. Anleihen werden künstlich niedrig gehalten. Höhere Leitzinsen und das Ende der Unterstützung für Anleihen würde das fragile Gebilde schnell ins Wanken bringen. Deshalb schaut man weiter zu wie Reallöhne weiter sinken und die Rohstoffpreise weiter steigen.

Kann der Verbraucher das beeinflussen?

Kredite sind derzeit zinslos oder günstig. Verbraucher können daher vieles umsetzen was sie erst später geplant hatten. Neue Küche, neues Auto oder einer Renovierung. Was also wenn die Unternehmen nicht nur steigende Rohstoffpreise weitergeben. Sondern ihre Gewinnne steigern möchten. Die Angst vor höheren Preisen steigert zwar die Nachfrage. Bis die Konjunktur anschließend in ein großes Loch fällt. Weil alle „vorgekauft“ haben.

Auch in Deutschland sehen wir bereits fallende Reallöhne. Und eine wachsende Schere zwischen den Einkommen. Zudem haben wir in Europa folgendes Problem. Rohstoffe werden in US-Dollar fakturiert. Der Preisdruck wird also noch höher, wenn der US-Dollar zu stark für den Euro wird. Da die EZB ihren Leitzins bei Null hält hat sie einer solchen Entwicklung nichts entgegenzusetzen.

Noch tut man so als wäre alles in bester Ordnung.
Dennoch sollte man wachsam sein um eine Krise wie 2008 nicht zu wiederholen.

Ich wünsche allen eine erfolgreiche, profitreiche Woche!
Euer Tom von 4REX

Analysen zu Währungen und Indizes: