Beim Daytrading ist der Broker nicht einfach nur der Anbieter, bei dem du ein Konto eröffnest. Der Broker ist Teil deines Trading-Systems.

Wenn du täglich mehrere Positionen eröffnest und wieder schließt, machen kleine Unterschiede bei Spread, Kommission, Ausführung und Finanzierungskosten einen deutlich größeren Unterschied als bei einem Anleger, der zehn Trades im Jahr macht.

Genau deshalb ist der klassische Vergleich nach dem Motto „Broker A hat den niedrigsten Spread“ wenig hilfreich.

Ein guter Daytrading Broker sollte zu deiner tatsächlichen Handelsweise passen.

Ein Forex-Trader benötigt beispielsweise andere Voraussetzungen als ein Futures-Trader. Wer den Nasdaq über CFDs handelt, hat wiederum andere Anforderungen als jemand, der den E-mini Nasdaq Future handelt.

Für diesen Vergleich habe ich deshalb 15 Broker und Trading-Anbieter ausgewählt, die für deutsche Trader interessant sein können – allerdings mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Wichtig: Konditionen, verfügbare Produkte, Regulierung und Gebühren können sich ändern. Vor einer Kontoeröffnung sollten die aktuellen Bedingungen und die für dein konkretes Wohnsitzland geltende Gesellschaft geprüft werden.

Die 15 besten Daytrading Broker im Überblick

Broker Besonders geeignet für Plattform / Schwerpunkt
Pepperstone Forex, CFDs, MT5 MT4, MT5, cTrader, TradingView
IG CFDs, Forex, Indizes IG, MT4, ProRealTime, TradingView
CMC Markets CFDs, Chartanalyse Next Generation
Interactive Brokers Futures, Aktien, Optionen TWS, TradingView
OANDA Forex, CFDs MT5, TradingView
Admirals Forex, CFDs, MT5 MT4, MT5
ActivTrades Forex, CFDs, MT5 ActivTrader, MT4, MT5
Capital.com CFDs, TradingView eigene Plattform, MT4/MT5, TradingView
XTB CFDs, Aktien, ETFs xStation
FXCM Forex, aktive Trader Trading Station, MT4
Saxo Bank Multi-Asset Trading SaxoTrader
WH Selfvest Futures, CFDs, Forex NanoTrader
Trade Republic Aktien/ETFs, kurzfristiges Trading App/Web
Trading 212 Aktien, ETFs, CFDs eigene Plattform
Scalable Capital Aktien/ETFs App/Web

Dabei ist wichtig: Nicht alle 15 sind klassische Daytrading-Broker im engeren Sinne. Trade Republic oder Scalable Capital können beispielsweise für aktives Aktien-Trading interessant sein, sind aber nicht mit einem spezialisierten Forex- oder Futures-Broker gleichzusetzen.

Genau diese Unterscheidung wird bei vielen Brokervergleichen leider unterschlagen.

Was muss ein guter Daytrading Broker bieten?

Daytrading bedeutet viele Entscheidungen innerhalb relativ kurzer Zeit.

Deshalb sind einige Kriterien besonders wichtig.

1. Niedrige tatsächliche Tradingkosten

Beim Daytrading zählt nicht nur der beworbene Spread.

Die tatsächlichen Kosten können sich aus mehreren Komponenten zusammensetzen:

Spread + Kommission + Slippage + Finanzierungskosten + sonstige Gebühren

Wenn du beispielsweise 20 Trades pro Woche machst, summieren sich kleine Kostenunterschiede schnell.

2. Gute Orderausführung

Eine schnelle Orderausführung ist insbesondere bei kurzfristigen Strategien wichtig.

Denn zwischen dem gewünschten Preis und dem tatsächlich ausgeführten Preis kann eine Differenz entstehen.

Diese sogenannte Slippage kann bei volatilen Märkten erheblich sein.

3. Passende Handelsplattform

Daytrader benötigen häufig mehr als eine einfache Kauf-/Verkauf-Funktion.

Interessant können sein:

  • One-Click-Trading
  • mehrere Ordertypen
  • Stop-Loss
  • Take-Profit
  • Trailing Stop
  • automatisierte Strategien
  • Charting
  • Alarme
  • Positionsgrößenrechner
  • Marktinformationen

4. Die richtigen Märkte

Ein Broker kann hervorragend sein und trotzdem für dich ungeeignet.

Wenn du ausschließlich Forex handelst, brauchst du nicht unbedingt einen Anbieter mit zehntausenden Aktien.

Wenn du Futures tradest, solltest du einen Anbieter wählen, der tatsächlich Zugang zu den gewünschten Futures-Börsen ermöglicht.

1. Pepperstone

Pepperstone gehört zu den interessantesten Anbietern für aktive Forex- und CFD-Trader.

Der große Vorteil liegt in der Auswahl der Plattformen.

Trader können unter anderem:

  • MetaTrader 4
  • MetaTrader 5
  • cTrader
  • TradingView
  • Pepperstone-Plattform

verwenden. Pepperstone nennt aktuell außerdem eine Ausführungsquote von 99,59 % ohne Dealing-Desk-Intervention.

Damit ist der Broker besonders interessant für Trader, die ihre Strategie nicht an eine einzige proprietäre Plattform binden möchten.

Für wen eignet sich Pepperstone?

Vor allem für:

  • Forex-Daytrader
  • CFD-Trader
  • Scalper
  • MT5-Trader
  • TradingView-Nutzer
  • algorithmische Trader

Stärke: sehr gute Plattformauswahl für aktive Trader.

2. IG

IG ist einer der bekanntesten Broker für CFD- und Forex-Trading in Deutschland.

Das Angebot ist sehr breit und umfasst unter anderem:

  • Forex
  • Indizes
  • Rohstoffe
  • Aktien
  • Kryptowährungen
  • CFDs
  • Knock-outs
  • Optionen

IG bietet neben der eigenen Plattform unter anderem MetaTrader 4 und ProRealTime an. Für MT4 nennt IG beispielsweise Mindestspreads von 0,6 Pips bei EUR/USD und 1,0 Punkten beim Deutschland 40.

Die allgemeinen CFD-Konditionen nennt IG aktuell unter anderem mit Spreads ab 0,6 Punkten bei führenden FX-Paaren und ab 0,8 Punkten bei Hauptindizes.

Für wen eignet sich IG?

Besonders für:

  • Forex-Daytrader
  • Index-Trader
  • CFD-Trader
  • Trader mit vielen verschiedenen Märkten
  • Trader, die ProRealTime oder MT4 nutzen möchten

Stärke: sehr umfangreiches Gesamtangebot.

3. CMC Markets

CMC Markets ist besonders auf CFD-Trading ausgerichtet.

Der Broker bietet laut eigener Angabe Zugang zu rund 12.000 CFDs auf Aktien, ETFs, Indizes, Rohstoffe, Forex, Kryptowährungen und Staatsanleihen. Die eigene Plattform verfügt über mehr als 115 Indikatoren und zahlreiche Chartwerkzeuge.

Für Daytrader ist vor allem die eigene Handelsplattform interessant.

Bei CMC fallen bei Forex, Indizes, Rohstoffen und mehreren anderen CFD-Kategorien laut aktueller Kostenübersicht keine separaten Kommissionen an; die Kosten stecken dort primär im Spread.

Für wen eignet sich CMC Markets?

  • CFD-Daytrader
  • Index-Trader
  • Forex-Trader
  • technische Trader
  • Trader mit umfangreichen Charting-Anforderungen

Stärke: sehr umfangreiche CFD-Plattform.

4. Interactive Brokers

Interactive Brokers spielt in einer etwas anderen Liga.

Der Broker ist besonders interessant für Trader, die Futures, Aktien, Optionen und andere Börsenprodukte direkt an internationalen Märkten handeln möchten.

Die Trader Workstation richtet sich allerdings eher an erfahrene Nutzer.

Wer zum ersten Mal tradet, kann von den Möglichkeiten schnell überfordert sein.

Für einen professionellen Daytrader kann genau diese Komplexität dagegen ein Vorteil sein.

Für wen eignet sich Interactive Brokers?

Vor allem für:

  • Futures-Trader
  • Aktien-Daytrader
  • Options-Trader
  • professionelle Trader
  • internationale Anleger

Stärke: sehr großer Zugang zu internationalen Märkten.

5. OANDA

OANDA ist vor allem im Forex-Bereich bekannt.

Für europäische Kunden stehen unter anderem MetaTrader 5 und TradingView zur Verfügung. OANDA beschreibt zudem sein Forex-Angebot mit provisionsfreiem Trading und der Anzeige historischer Spread-Daten.

Die TradingView-Integration ermöglicht es, direkt aus der bekannten Charting-Umgebung zu handeln.

Für wen eignet sich OANDA?

  • Forex-Daytrader
  • TradingView-Trader
  • MT5-Nutzer
  • Trader, die sich auf Währungen konzentrieren

Stärke: Forex-Fokus und TradingView-Integration.

6. Admirals

Admirals ist besonders interessant für Trader, die MetaTrader 4 oder MetaTrader 5 nutzen.

Der Anbieter bezeichnet sich als offizieller MetaTrader-Partner und bietet neben Forex zahlreiche CFDs auf Indizes, Aktien, Metalle und weitere Märkte.

Interessant für aktive Trader sind auch die zusätzlichen Tools.

Das MT-Supreme-Edition-Plugin enthält laut Admirals unter anderem:

  • Mini Terminal
  • Trade Terminal
  • Tick Chart Trader
  • Sentiment Trader
  • Trading Simulator
  • Spread Recorder

Damit richtet sich das Angebot durchaus an aktive Trader.

Für wen eignet sich Admirals?

  • MT5-Trader
  • Forex-Daytrader
  • CFD-Trader
  • Trader mit automatisierten Strategien

Stärke: MetaTrader und zusätzliche Trading-Tools.

7. ActivTrades

ActivTrades bietet mit ActivTrader, MT4 und MT5 ebenfalls mehrere Plattformen.

Der Anbieter nennt beim Forex einen Zielspread ab 0,5 und bietet Demo-Konten sowie kommissionsfreien Handel bei den aufgeführten Plattformen an.

Interessant ist der Broker deshalb vor allem für Trader, die nicht ausschließlich auf eine Plattform angewiesen sein möchten.

Für wen eignet sich ActivTrades?

  • Forex-Trader
  • CFD-Daytrader
  • MT4-/MT5-Nutzer
  • Trader, die eine eigene Plattform bevorzugen

Stärke: mehrere Plattformoptionen.

8. Capital.com

Capital.com richtet sich stark an aktive CFD-Trader.

Der Anbieter nennt aktuell mehr als 5.500 CFD-Märkte und unterstützt neben der eigenen Plattform auch:

  • MT4
  • MT5
  • TradingView

Gerade die Kombination aus moderner eigener Plattform und bekannten Drittplattformen macht den Anbieter interessant.

Für wen eignet sich Capital.com?

  • CFD-Daytrader
  • Forex-Trader
  • TradingView-Trader
  • MT5-Nutzer

Stärke: moderne Plattform plus große CFD-Auswahl.

9. XTB

XTB verfolgt mit xStation einen anderen Ansatz.

Statt sich primär über MetaTrader zu positionieren, steht die eigene Plattform im Mittelpunkt.

Das Angebot verbindet Trading mit langfristigem Investieren.

Damit ist XTB interessant für Trader, die beispielsweise CFDs handeln und gleichzeitig Aktien oder ETFs über denselben Anbieter verwalten möchten.

Für reines Scalping würde ich allerdings andere Broker aus dieser Liste zuerst anschauen.

Für wen eignet sich XTB?

  • CFD-Trader
  • Aktien- und ETF-Trader
  • Trader, die eine eigene Plattform bevorzugen
  • Anleger, die Trading und Investieren verbinden möchten

Stärke: Trading und Investieren in einem Ökosystem.

10. FXCM

FXCM ist vor allem im Forex-Bereich etabliert.

Der Broker richtet sich an aktive Trader und bietet neben seiner eigenen Trading-Umgebung auch MetaTrader.

Interessant kann FXCM insbesondere für Trader sein, die Forex und automatisierte Strategien miteinander verbinden möchten.

Für wen eignet sich FXCM?

  • Forex-Daytrader
  • MT4-Trader
  • algorithmische Trader
  • aktive Währungshändler

Stärke: Forex-Fokus.

11. Saxo Bank

Saxo Bank richtet sich eher an anspruchsvollere Trader und Anleger.

Der Anbieter deckt zahlreiche Anlageklassen ab und bietet eine eigene professionelle Handelsumgebung.

Saxo kann deshalb interessant sein, wenn du nicht nur Forex oder CFDs handeln möchtest, sondern mehrere Märkte kombinieren willst.

Für wen eignet sich Saxo?

  • erfahrene Trader
  • Multi-Asset-Trader
  • Aktien-Trader
  • Options-Trader
  • Anleger mit größerem Kapital

Stärke: breites Multi-Asset-Angebot.

12. WH Selfvest

WH Selfvest ist insbesondere bei aktiven Tradern bekannt.

Der Broker ist interessant, wenn es um:

  • Futures
  • Forex
  • CFDs
  • automatisierte Strategien
  • professionelles Charting

geht.

Die Plattform NanoTrader richtet sich deutlich stärker an aktive Trader als klassische Banking-Apps.

Für jemanden, der wirklich aktiv handelt und viele Orders platziert, kann das ein Vorteil sein.

Für wen eignet sich WH Selfvest?

  • Daytrader
  • Futures-Trader
  • Forex-Trader
  • systematische Trader

Stärke: Fokus auf aktives Trading.

13. Trading 212

Trading 212 ist deutlich stärker auf eine einfache und moderne Benutzeroberfläche ausgerichtet.

Für deutsche Kunden ist interessant, dass die Trading 212 EU GmbH in Deutschland von der BaFin autorisiert und reguliert wird.

Seit Januar 2026 bietet Trading 212 für Kunden mit deutschem Steuerwohnsitz außerdem eine automatische Steuerabrechnung für bestimmte Kapitalerträge sowohl im Invest- als auch im CFD-Konto.

Für klassisches Forex-Scalping würde ich Trading 212 allerdings nicht an die Spitze der Liste setzen.

Interessanter ist der Anbieter für Trader, die Aktien, ETFs und teilweise CFDs über eine einfache Plattform handeln möchten.

Für wen eignet sich Trading 212?

  • Aktien-Trader
  • ETF-Trader
  • mobile Trader
  • Nutzer einer einfachen Plattform

Stärke: einfache Bedienung und deutsche Steuerabwicklung.

14. Scalable Capital

Scalable Capital ist primär ein Broker für Aktien, ETFs und andere Wertpapiere, nicht der klassische Forex- oder CFD-Daytrading-Broker.

Für aktives Aktien-Trading kann das Angebot dennoch interessant sein.

Orders können unter anderem über:

  • European Investor Exchange
  • gettex
  • Xetra

ausgeführt werden.

Im FREE Broker kostet ein Trade laut aktuellem Fact Sheet 0,99 Euro; im PRIME+ Broker sind Trades ab 250 Euro Ordervolumen auf bestimmten Handelsplätzen ohne zusätzliche Ordergebühr möglich.

Für wen eignet sich Scalable Capital?

  • Aktien-Daytrader
  • ETF-Trader
  • langfristige Anleger
  • Trader, die eine einfache deutsche Plattform bevorzugen

Stärke: einfacher Zugang zum Wertpapierhandel.

15. Trade Republic

Auch Trade Republic ist kein klassischer Forex- oder Futures-Daytrading-Broker.

Für Trader, die Aktien kurzfristig handeln möchten, kann die einfache App trotzdem interessant sein.

Trade Republic berechnet laut eigener Angabe keine Orderprovision, sondern eine Fremdkostenpauschale von 1 Euro pro Transaktion.

Der entscheidende Unterschied zu einem spezialisierten Daytrading-Broker:

Du bekommst hier nicht dieselbe Infrastruktur wie bei einem Anbieter, der auf Scalping, Futures oder professionelles CFD-Trading ausgerichtet ist.

Für wen eignet sich Trade Republic?

  • Aktien-Trader
  • Anleger
  • mobile Trader
  • Nutzer einer einfachen Trading-App

Stärke: einfacher und günstiger Wertpapierhandel.

Welche Daytrading Broker sind die besten für Forex?

Wenn du hauptsächlich Forex handelst, würde ich die Auswahl deutlich stärker eingrenzen.

Besonders interessant sind:

Pepperstone

IG

OANDA

Admirals

ActivTrades

FXCM

Hier sollte allerdings nicht nur der Spread betrachtet werden.

Beispielsweise ist ein Broker mit einem Spread von 0,6 Pip nicht automatisch besser als einer mit 0,8 Pip.

Wenn der zweite Broker bei deiner Strategie eine bessere Ausführung oder günstigere Kommissionen bietet, kann die Gesamtrechnung anders aussehen.

Welche Broker eignen sich für Nasdaq Daytrading?

Beim Nasdaq gibt es eine entscheidende Frage:

Willst du den Nasdaq als CFD oder als Future handeln?

Das sind zwei völlig unterschiedliche Produkte.

Nasdaq als CFD

Interessant sind beispielsweise:

  • Pepperstone
  • IG
  • CMC Markets
  • Capital.com
  • Admirals
  • ActivTrades

Nasdaq als Future

Dann solltest du eher auf spezialisierte Futures-Anbieter beziehungsweise Multi-Asset-Broker schauen.

Hier kommen beispielsweise:

  • Interactive Brokers
  • WH Selfvest
  • Saxo Bank

in Betracht.

Das Produkt sollte also vor dem Broker feststehen.

CFD oder Futures beim Daytrading?

Diese Frage ist wichtiger als die Suche nach dem vermeintlich besten Broker.

CFDs

Vorteile:

  • kleine Positionsgrößen möglich
  • einfache Bedienung
  • viele Märkte
  • Forex, Indizes, Gold etc.
  • häufig keine separate Börsengebühr

Nachteile:

  • OTC-Produkt
  • Finanzierungskosten bei längeren Haltedauern
  • Broker stellt den Preis
  • Hebelrisiko

Futures

Vorteile:

  • zentraler Börsenhandel
  • transparente Kontrakte
  • professioneller Markt
  • sehr liquide Märkte

Nachteile:

  • größere Kontraktgrößen
  • Margin-Anforderungen
  • komplexer
  • nicht für jeden Kontostand geeignet

Für einen Anfänger ist ein Future deshalb nicht automatisch „besser“.

Welche Rolle spielt der Spread beim Daytrading?

Der Spread ist die Differenz zwischen Bid und Ask.

Beispiel:

Bid: 20.000

Ask: 20.001

Spread:

1 Punkt

Wenn du sofort kaufst und anschließend sofort wieder verkaufst, musst du diese Differenz zunächst überwinden.

Bei einem einzelnen Trade kann das wenig erscheinen.

Bei Hunderten Trades wird daraus ein wesentlicher Kostenfaktor.

Deshalb gilt:

Je häufiger du handelst, desto wichtiger werden deine tatsächlichen Transaktionskosten.

Kommission ist nicht automatisch schlecht

Viele Trader suchen nach einem Broker ohne Kommission.

Das klingt zunächst attraktiv.

Aber ein kommissionsfreier Broker kann seinen Ertrag stärker über den Spread erzielen.

Ein anderer Broker verlangt beispielsweise eine Kommission, bietet dafür aber einen sehr engen Spread.

Deshalb sollte man immer die Gesamtkosten pro Trade vergleichen.

Nicht:

„Keine Kommission.“

Sondern:

„Was kostet mich die komplette Transaktion?“

Slippage beim Daytrading

Slippage ist die Differenz zwischen dem erwarteten und dem tatsächlich ausgeführten Preis.

Sie kann beispielsweise entstehen, wenn der Markt sehr schnell läuft.

Besonders relevant ist das bei:

  • News-Trading
  • Scalping
  • Eröffnungssituationen
  • starken Breakouts
  • sehr volatilen Märkten

Ein Brokervergleich sollte deshalb nicht nur auf Werbe-Spreads basieren.

Daytrading während wichtiger News

Wer beispielsweise Non-Farm Payrolls, CPI oder Zinsentscheidungen handelt, muss besonders auf die Ausführung achten.

In solchen Momenten können:

  • Spreads stark steigen
  • Slippage zunehmen
  • Orders schlechter ausgeführt werden
  • Stop-Losses deutlich anders ausgeführt werden

Ein Broker, der im normalen Markt hervorragend funktioniert, muss deshalb nicht automatisch für News-Trading geeignet sein.

Wie wichtig ist MetaTrader 5?

Für viele Forex- und CFD-Trader ist MT5 nach wie vor eine wichtige Plattform.

Sie bietet unter anderem:

  • umfangreiches Charting
  • zahlreiche Ordertypen
  • Expert Advisors
  • Backtesting
  • automatisiertes Trading
  • MQL5
  • mehrere Zeitrahmen

OANDA beschreibt beispielsweise 38 integrierte technische Indikatoren, 22 Analysewerkzeuge und 46 grafische Objekte in MT5.

Capital.com unterstützt MT5 unter anderem mit Backtesting, Automatisierung und benutzerdefinierten Indikatoren.

Wenn deine Strategie auf einem Expert Advisor oder einem bestimmten MT5-Setup basiert, sollte die Plattform daher bereits bei der Brokerwahl berücksichtigt werden.

Daytrading mit TradingView

TradingView ist besonders bei technischen Tradern beliebt.

Der Vorteil:

Chartanalyse und Orderausführung können miteinander verbunden werden.

Pepperstone, OANDA und Capital.com bieten entsprechende Integrationen an.

Das bedeutet jedoch nicht, dass alle Broker auf TradingView identische Konditionen oder Instrumente anbieten.

Auch hier solltest du prüfen:

Welches Produkt?

Welche Gesellschaft?

Welche Kosten?

Welche Orderausführung?

Daytrading Broker und Regulierung

Für deutsche Trader ist die Regulierung ein wichtiger Punkt.

Dabei solltest du nicht nur auf das Logo einer Aufsichtsbehörde achten.

Entscheidend ist:

Welche Gesellschaft führt dein Konto?

Ein internationaler Broker kann mehrere Gesellschaften besitzen und Kunden je nach Wohnsitz über unterschiedliche Einheiten betreuen.

Deshalb sollte vor der Kontoeröffnung geprüft werden:

  • Name der Vertragsgesellschaft
  • zuständige Aufsichtsbehörde
  • Einlagensicherung bzw. Anlegerschutz
  • Negativsaldoschutz
  • Kundengeldverwahrung
  • geltende Hebelbeschränkungen

Hebel beim Daytrading

Der Hebel wird beim Daytrading häufig überschätzt.

Ein höherer Hebel macht keine Strategie besser.

Er erlaubt lediglich, mit weniger hinterlegtem Kapital eine größere Position zu kontrollieren.

Für europäische Retail-Kunden gelten bei CFDs Produktinterventionsregeln mit unterschiedlichen Hebelgrenzen. Die ESMA hatte unter anderem eine Bandbreite von 30:1 bis 2:1 eingeführt, abhängig vom zugrunde liegenden Basiswert.

Das bedeutet beispielsweise:

Forex-Hauptwährungen: bis zu 30:1

Gold und wichtige Indizes: typischerweise bis zu 20:1

Für andere Basiswerte gelten niedrigere Grenzen.

Die konkreten Bedingungen sollten immer beim jeweiligen Broker geprüft werden.

Der beste Daytrading Broker hängt von deiner Strategie ab

Das ist letztlich der wichtigste Punkt des gesamten Vergleichs.

Du handelst EUR/USD auf MT5?

Dann könnten beispielsweise Pepperstone, Admirals, OANDA oder ActivTrades interessant sein.

Du handelst Nasdaq und Gold als CFDs?

Dann kommen beispielsweise IG, CMC Markets, Pepperstone oder Capital.com infrage.

Du handelst Nasdaq Futures?

Dann solltest du eher Interactive Brokers oder WH Selfvest betrachten.

Du handelst Aktien kurzfristig?

Dann können auch Interactive Brokers, Saxo, Trading 212 oder Scalable Capital interessant sein.

Du willst hauptsächlich langfristig investieren und gelegentlich traden?

Dann sind XTB, Trade Republic oder Scalable Capital möglicherweise sinnvoller als ein klassischer Forex-Broker.

Was ist der beste Daytrading Broker für Anfänger?

Interessanterweise ist der beste Broker für einen Anfänger nicht zwingend der Broker mit den professionellsten Funktionen.

Zu viele Möglichkeiten können sogar hinderlich sein.

Wer gerade erst mit Daytrading beginnt, sollte zunächst Wert auf:

  • Demokonto
  • einfache Plattform
  • verständliche Kosten
  • zuverlässige Ordertypen
  • gute Lernmöglichkeiten
  • sauberes Risikomanagement

legen.

Erst wenn die eigene Strategie klar ist, werden Dinge wie API, VPS, Level-2-Daten oder komplexe Ordertypen wirklich relevant.

Was kostet Daytrading bei einem Broker?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht.

Die Kosten hängen unter anderem ab von:

  • Instrument
  • Positionsgröße
  • Spread
  • Kommission
  • Haltedauer
  • Handelsplatz
  • Kontomodell
  • Währung
  • Orderanzahl

Ein Daytrader sollte deshalb seine Kosten pro Round Turn kennen.

Also:

Entry + Exit

Nicht nur den Einstieg.

Bei CFDs kommen bei länger gehaltenen Positionen zusätzlich Finanzierungskosten hinzu. CMC Markets weist beispielsweise darauf hin, dass bei bestimmten CFD-Positionen am Ende des Handelstages Haltekosten entstehen können.

Wer wirklich nur intraday handelt und Positionen vor dem relevanten Abrechnungszeitpunkt schließt, hat eine andere Kostenstruktur als ein Swing Trader.

Die häufigsten Fehler bei der Brokerwahl

Nur nach dem niedrigsten Spread suchen

Ein enger Spread ist gut.

Aber nicht das einzige Kriterium.

Den maximalen Hebel als Vorteil betrachten

Mehr Hebel bedeutet nicht mehr Tradingvorteil.

CFDs und Futures miteinander vergleichen

Beide Produkte funktionieren unterschiedlich.

Plattform ignorieren

Wenn du deine Strategie nur auf MT5 sinnvoll umsetzen kannst, ist ein Broker ohne MT5 möglicherweise schlicht die falsche Wahl.

Regulierung nicht überprüfen

Der Markenname alleine reicht nicht.

Demokonto mit Live-Ausführung gleichsetzen

Demo-Trading kann sich bei Spreads und Ausführung vom Live-Trading unterscheiden.

Zu viele Broker gleichzeitig testen

Zwei oder drei Kandidaten reichen normalerweise aus.

So findest du deinen Daytrading Broker

Statt 15 Anbieter wochenlang zu vergleichen, kannst du die Auswahl systematisch reduzieren.

Schritt 1: Was handelst du?

Forex?

Gold?

Nasdaq?

Aktien?

Futures?

Schritt 2: Welches Produkt?

CFD?

Future?

Aktie?

Option?

Schritt 3: Welche Plattform?

MT5?

TradingView?

cTrader?

TWS?

Eigene Plattform?

Schritt 4: Welche Strategie?

Scalping?

Daytrading?

News-Trading?

Breakouts?

Swing Trading?

Schritt 5: Kosten berechnen

Nicht nur den Spread.

Berechne deine tatsächlichen Kosten für einen vollständigen Trade.

Schritt 6: Demo testen

Beobachte:

  • Spreads
  • Orderausführung
  • Slippage
  • Plattform
  • Stop-Ausführung
  • Stabilität

Schritt 7: Live mit kleinem Risiko starten

Erst danach sollte die Positionierung schrittweise erhöht werden.

Fazit: Die besten Daytrading Broker in Deutschland

Der beste Daytrading Broker existiert nicht pauschal.

Für einen Forex-Scalper kann ein Broker wie Pepperstone, OANDA oder Admirals besonders interessant sein.

Für umfangreiches CFD-Trading sind IG und CMC Markets starke Kandidaten.

Wer Futures und internationale Börsen handeln möchte, sollte sich Interactive Brokers oder WH Selfvest genauer ansehen.

Für TradingView-Nutzer sind unter anderem Pepperstone, OANDA und Capital.com interessant.

Und wer hauptsächlich Aktien handelt, kann auch mit XTB, Trading 212, Scalable Capital oder Trade Republic gut aufgestellt sein – allerdings sind diese Anbieter nicht mit einem spezialisierten Forex- oder Futures-Daytrading-Broker gleichzusetzen.

Letztlich sollte die Reihenfolge deshalb nicht lauten:

„Welcher Broker ist der beste?“

Sondern:

„Welcher Broker passt zu meiner Strategie, meinem Markt und meinem Produkt?“

Denn für einen Daytrader sind nicht die schönsten Werbeversprechen entscheidend, sondern Kosten, Ausführung, Plattform, verfügbare Märkte und Regulierung.

Und genau diese Punkte solltest du testen, bevor du dein Tradingkapital zu einem neuen Broker überträgst.

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