Ein Drawdown im Trading gehört zu den wichtigsten Kennzahlen, wenn es darum geht, das Risiko einer Tradingstrategie oder eines Tradingkontos zu beurteilen. Trotzdem wird der Begriff häufig unterschätzt.
Viele Trader konzentrieren sich vor allem auf die Rendite: Wie viel Prozent Gewinn wurde erzielt? Wie hoch ist die Trefferquote? Wie viele profitable Trades gab es?
Doch eine Strategie mit 30 % Rendite kann völlig unterschiedlich zu bewerten sein – je nachdem, ob dafür zwischenzeitlich 5 % oder 25 % Verlust in Kauf genommen werden mussten.
Genau hier kommt der Drawdown ins Spiel.
Der Drawdown zeigt, wie stark ein Konto oder Portfolio von einem vorher erreichten Höchststand zurückgefallen ist. Besonders wichtig ist der Maximum Drawdown, also der größte zwischenzeitliche Rückgang innerhalb eines bestimmten Zeitraums.
Für Trader ist diese Kennzahl deshalb entscheidend: Sie zeigt nicht nur, wie viel eine Strategie verdient hat, sondern auch, welche Verluste auf dem Weg dorthin entstanden sind.

Was bedeutet Drawdown im Trading?
Der Begriff Drawdown bezeichnet im Trading den Rückgang des Kontowertes von einem vorherigen Höchststand zu einem späteren Tiefpunkt.
Vereinfacht:
Drawdown = Rückgang vom bisherigen Hoch zum folgenden Tief
Ein Beispiel:
Ein Tradingkonto startet mit 10.000 €.
Nach mehreren profitablen Trades steigt das Konto auf:
12.000 €
Anschließend läuft eine Verlustserie und das Konto fällt auf:
10.800 €
Der Drawdown beträgt damit:
1.200 €
Bezogen auf den vorherigen Höchststand von 12.000 € entspricht das:
10 % Drawdown
Der Trader hat also nicht unbedingt insgesamt 10 % seines ursprünglichen Kapitals verloren. Entscheidend ist, dass das Konto 10 % unter seinem vorherigen Höchststand liegt.
Wie berechnet man den Drawdown?
Die prozentuale Berechnung lässt sich mit einer einfachen Formel darstellen:
Drawdown = (Höchststand − aktueller Kontostand) ÷ Höchststand × 100
Nehmen wir wieder das Beispiel:
Höchststand: 12.000 €
Tiefpunkt: 10.800 €
Dann:
(12.000 − 10.800) ÷ 12.000 × 100 = 10 %
Der Drawdown beträgt also 10 %.
Wichtig ist dabei, immer den relevanten vorherigen Höchststand als Ausgangspunkt zu verwenden.
Drawdown Beispiel im Trading
Stell dir folgende Entwicklung eines Tradingkontos vor:
| Phase | Kontostand |
|---|---|
| Start | 10.000 € |
| Gewinnserie | 11.500 € |
| neues Hoch | 13.000 € |
| Verlustphase | 12.000 € |
| weiterer Verlust | 11.050 € |
| Erholung | 12.200 € |
Der höchste Kontostand lag bei:
13.000 €
Der tiefste Punkt danach lag bei:
11.050 €
Der Drawdown beträgt:
1.950 €
Das entspricht:
15 %
Die Strategie hat in diesem Zeitraum also einen maximalen Rückgang von 15 % vom bisherigen Höchststand erlebt.
Was ist der Maximum Drawdown?
Der Maximum Drawdown, kurz Max Drawdown oder MDD, bezeichnet den größten gemessenen Drawdown innerhalb eines bestimmten Zeitraums.
Das ist eine besonders wichtige Kennzahl beim Vergleich von Tradingstrategien.
Angenommen, eine Strategie entwickelt sich so:
10.000 € → 11.000 € → 10.500 € → 12.000 € → 10.800 € → 13.000 €
Hier gibt es mehrere Rückgänge.
Vom ersten Hoch bei 11.000 € auf 10.500 €:
4,55 %
Vom Hoch bei 12.000 € auf 10.800 €:
10 %
Der größere Rückgang beträgt 10 %.
Der Maximum Drawdown liegt in diesem Beispiel also bei 10 %.
Warum ist der Drawdown so wichtig?
Eine reine Betrachtung des Gewinns kann ein verzerrtes Bild einer Tradingstrategie liefern.
Strategie A:
+20 % Rendite
5 % Maximum Drawdown
Strategie B:
+25 % Rendite
30 % Maximum Drawdown
Auf den ersten Blick erscheint Strategie B profitabler.
Doch dafür musste der Trader einen erheblich größeren zwischenzeitlichen Verlust aushalten.
Das kann psychologisch und finanziell einen großen Unterschied machen.
Deshalb sollte die Rendite einer Strategie niemals isoliert betrachtet werden.
Interessanter ist das Verhältnis von:
Rendite zu Risiko.
Drawdown und Tradingpsychologie
Der Drawdown ist nicht nur eine mathematische Kennzahl.
Er hat direkte Auswirkungen auf die Psyche des Traders.
Ein Rückgang von 5 % kann für einen Trader relativ problemlos sein.
Bei einem Drawdown von 20 % sieht die Situation möglicherweise völlig anders aus.
Der Trader beginnt vielleicht:
- seine Strategie infrage zu stellen
- Regeln zu verändern
- größere Positionen zu eröffnen
- Verluste zurückholen zu wollen
- Trades zu überspringen
- zu früh Gewinne mitzunehmen
Damit kann aus einem normalen statistischen Drawdown ein psychologisches Problem werden.
Eine Strategie ist nur dann sinnvoll, wenn du ihren Drawdown auch tatsächlich aushalten kannst.
Drawdown ist nicht automatisch ein Fehler
Ein Drawdown gehört grundsätzlich zum Trading.
Auch eine profitable Strategie kann Verlustphasen durchlaufen.
Das liegt daran, dass kein Handelssystem jeden Trade gewinnt.
Beispielsweise kann eine Strategie langfristig profitabel sein und trotzdem fünf, acht oder zehn Verlusttrades hintereinander produzieren.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:
„Hatte ich einen Drawdown?“
Sondern:
„Liegt der aktuelle Drawdown noch innerhalb der statistisch erwartbaren Schwankung meiner Strategie?“
Dafür brauchst du Daten.
Wie lange dauert ein Drawdown?
Neben der Höhe ist auch die Dauer eines Drawdowns relevant.
Angenommen, zwei Strategien haben beide einen maximalen Drawdown von 10 %.
Strategie A:
10 % Drawdown innerhalb von drei Tagen
Strategie B:
10 % Drawdown über sechs Monate
Mathematisch ist der maximale Rückgang gleich.
Für den Trader kann sich die Situation aber völlig unterschiedlich anfühlen.
Deshalb wird häufig auch die Drawdown Duration, also die Dauer des Drawdowns, betrachtet.
Was ist die Recovery nach einem Drawdown?
Nach einem Drawdown muss das Konto zunächst wieder auf das vorherige Hoch steigen.
Das wird häufig als Recovery beziehungsweise Erholung bezeichnet.
Hier liegt ein wichtiger mathematischer Effekt:
Ein Verlust von 10 % erfordert nicht nur 10 % Gewinn, um wieder beim Ausgangswert zu sein.
Beispiel:
10.000 €
10 % Verlust:
9.000 €
Von 9.000 € zurück auf 10.000 € benötigt das Konto:
1.000 € Gewinn
Das entspricht aber:
11,11 %
bezogen auf die verbleibenden 9.000 €.
Je größer der Drawdown, desto stärker steigt die notwendige Erholung.
Drawdown und Verlustrechnung
Die Beziehung wird bei größeren Verlusten besonders deutlich:
| Drawdown | notwendiger Gewinn zur Erholung |
|---|---|
| 5 % | 5,26 % |
| 10 % | 11,11 % |
| 20 % | 25 % |
| 30 % | 42,86 % |
| 40 % | 66,67 % |
| 50 % | 100 % |
Ein Drawdown von 50 % bedeutet also, dass sich das Konto verdoppeln muss, um wieder den ursprünglichen Kontostand zu erreichen.
Das zeigt, warum Risikomanagement beim Trading so wichtig ist.
Drawdown bei verschiedenen Tradingstrategien
Nicht jede Strategie weist denselben Drawdown auf.
Ein sehr kurzfristiges Scalping-System kann viele kleine Verluste produzieren.
Eine Swing-Trading-Strategie kann dagegen weniger Trades durchführen, dafür aber größere Schwankungen zwischen den einzelnen Positionen erleben.
Auch Trendfolgestrategien können längere Verlustphasen aufweisen.
Das bedeutet:
Ein Drawdown muss immer im Kontext der Strategie betrachtet werden.
Ein bestimmter Drawdown kann für eine Strategie normal sein und für eine andere ein Warnsignal darstellen.
Drawdown beim Daytrading
Auch beim Daytrading ist der Drawdown eine wichtige Kennzahl.
Hier kann man beispielsweise zwischen:
Trade Drawdown
Tages-Drawdown
Wochen-Drawdown
und
Maximum Drawdown
unterscheiden.
Ein Trader kann beispielsweise einen maximalen Tagesverlust festlegen.
Angenommen:
Tradingkonto: 20.000 €
maximales Tagesrisiko: 1 %
Dann wären:
200 €
der festgelegte maximale Tagesverlust.
Wird dieses Limit erreicht, endet die Trading-Session.
Das verhindert, dass sich ein schlechter Start in einen noch größeren Verlusttag verwandelt.
Drawdown im Forex Trading
Beim Forex Trading entsteht ein Drawdown beispielsweise durch eine Serie von Verlusttrades.
Angenommen, ein Trader riskiert pro Trade:
0,5 %
und verliert fünf Trades hintereinander.
Theoretisch liegt der Rückgang bei ungefähr:
2,5 %
wenn die Positionsgröße entsprechend angepasst beziehungsweise vereinfacht konstant betrachtet wird.
Das klingt zunächst überschaubar.
Für eine Strategie mit einer bestimmten Trefferquote kann eine solche Verlustserie jedoch vollkommen normal sein.
Deshalb sollte ein Trader bereits vor dem Live-Trading wissen, welche Verlustserie statistisch möglich ist.
Drawdown beim CFD Trading
Beim CFD Trading ist der Drawdown besonders relevant, weil CFDs häufig mit Hebel gehandelt werden.
Der Hebel erhöht die mögliche Positionsgröße im Verhältnis zum eingesetzten Kapital.
Damit können sich Kursbewegungen stärker auf das Tradingkonto auswirken.
Ein Trader sollte deshalb nicht nur fragen:
„Wie viel Margin brauche ich?“
Sondern:
„Wie viel verliere ich, wenn mein Stop Loss getroffen wird?“
Die Positionsgröße sollte sich am Risiko orientieren – nicht daran, wie viel Margin der Broker zulässt.
Drawdown und Hebel
Ein hoher Hebel verursacht nicht automatisch einen hohen Drawdown.
Entscheidend ist, wie der Trader ihn einsetzt.
Wer einen hohen Hebel verwendet, aber eine sehr kleine Position handelt, kann möglicherweise ein kontrolliertes Risiko haben.
Wer dagegen sein Konto mit einer überdimensionierten Position belastet, kann bereits bei kleinen Kursbewegungen einen erheblichen Drawdown erzeugen.
Der Hebel ist daher kein Risikomanagement.
Die Positionsgröße ist entscheidend.
Drawdown und Risiko pro Trade
Eine der einfachsten Möglichkeiten, den Drawdown zu kontrollieren, ist ein fest definiertes Risiko pro Trade.
Beispiel:
Tradingkonto: 10.000 €
Risiko pro Trade: 0,5 %
Damit beträgt das geplante Risiko:
50 €
Bei zehn vollständigen Verlusttrades wären das theoretisch etwa:
500 €
beziehungsweise ungefähr:
5 %
Drawdown.
Natürlich können reale Ergebnisse durch Positionsanpassungen, Gebühren, Slippage und andere Faktoren abweichen.
Trotzdem zeigt das Beispiel den entscheidenden Zusammenhang:
Je kleiner das Risiko pro Trade, desto besser lässt sich eine Verlustserie kontrollieren.
Drawdown und Stop Loss
Ein Stop Loss kann dabei helfen, das Risiko einzelner Trades zu begrenzen.
Er sollte allerdings nicht einfach auf eine beliebige Entfernung gesetzt werden.
Sinnvoller ist:
Marktstruktur → Trade-Idee → Invalidierung → Stop Loss → Positionsgröße
Wenn beispielsweise ein Long-Setup nur funktioniert, solange ein bestimmtes Swing Low hält, kann dieses Swing Low für die Definition des Risikos relevant sein.
Anschließend wird die Positionsgröße so berechnet, dass der mögliche Verlust zum gewünschten Risiko passt.
Drawdown und Chance-Risiko-Verhältnis
Auch das Chance-Risiko-Verhältnis kann die Entwicklung einer Strategie beeinflussen.
Beispiel:
Eine Strategie gewinnt 40 % der Trades.
Durchschnittlicher Gewinn:
2R
Durchschnittlicher Verlust:
1R
Damit kann die Strategie trotz einer Trefferquote unter 50 % profitabel sein.
Allerdings wird sie wahrscheinlich auch Verlustserien erleben.
Der daraus entstehende Drawdown muss bei der Bewertung berücksichtigt werden.
Deshalb reicht es nicht, nur die Win Rate anzusehen.
Drawdown bei Prop Trading
Beim Prop Trading spielt der Drawdown eine besonders wichtige Rolle.
Viele Prop Firms arbeiten mit Regeln bezüglich:
- maximalem Tagesverlust
- maximalem Gesamtverlust
- Equity Drawdown
- Drawdown Limits
- Positionsgrößen
- News Trading
- Overnight Trading
Hier kann ein Drawdown nicht nur eine statistische Kennzahl sein.
Er kann darüber entscheiden, ob ein Account weiterhin gehandelt werden darf.
Ein Trader sollte deshalb die Drawdown-Regeln einer Prop Firm vor dem Trading genau verstehen.
Equity Drawdown vs. Balance Drawdown
Ein wichtiger Unterschied besteht zwischen Balance und Equity.
Die Balance berücksichtigt abgeschlossene Trades.
Die Equity berücksichtigt zusätzlich die aktuell offenen Positionen.
Beispiel:
Kontostand nach abgeschlossenen Trades:
10.000 €
Eine offene Position steht aktuell:
−400 €
Die Balance bleibt bei 10.000 €.
Die Equity liegt dagegen bei:
9.600 €
Je nach Broker oder Prop Firm kann für Drawdown-Regeln die Equity relevant sein.
Das kann insbesondere bei offenen Trades eine große Rolle spielen.
Was ist ein Floating Drawdown?
Ein Floating Drawdown bezeichnet einen zwischenzeitlichen Verlust einer noch offenen Position beziehungsweise eines Kontos auf Basis der aktuellen Equity.
Beispiel:
Ein Trade wird bei 10.000 € Kontostand eröffnet.
Zwischenzeitlich steht die Position bei:
−300 €
Anschließend dreht der Markt und der Trade wird mit Gewinn geschlossen.
Der zwischenzeitliche Verlust war trotzdem ein Floating Drawdown.
Wer nur abgeschlossene Trades betrachtet, kann solche Schwankungen übersehen.
Was ist ein Absolute Drawdown?
Der Begriff Absolute Drawdown wird je nach Plattform oder Anbieter unterschiedlich verwendet.
Häufig beschreibt er den Rückgang vom ursprünglichen Startkapital zu einem zwischenzeitlichen oder aktuellen Kontostand.
Beispiel:
Startkapital: 10.000 €
Tiefpunkt: 9.000 €
Absolute Drawdown:
1.000 €
Bei der Analyse einer Strategie sollte deshalb immer geprüft werden, wie die jeweilige Plattform oder der Anbieter den Begriff genau definiert.
Relative Drawdown
Der relative Drawdown wird als Prozentwert angegeben.
Beispiel:
Höchststand: 20.000 €
Tiefpunkt: 18.000 €
Drawdown:
2.000 €
Relativer Drawdown:
10 %
Der relative Wert ist besonders hilfreich, wenn verschiedene Kontogrößen oder Strategien miteinander verglichen werden.
Was ist ein guter Drawdown?
Es gibt keinen allgemein gültigen Wert für einen „guten“ Drawdown.
Ein Drawdown von 5 % kann für eine Strategie relativ hoch sein, während 15 % bei einer anderen Strategie statistisch normal sein können.
Entscheidend sind unter anderem:
- Rendite
- Strategie
- Volatilität
- Tradingstil
- Trefferquote
- durchschnittlicher Gewinn
- durchschnittlicher Verlust
- maximale Verlustserie
- Drawdown-Dauer
Eine Strategie mit 10 % Rendite und 30 % Maximum Drawdown muss anders bewertet werden als eine Strategie mit 10 % Rendite und 5 % Maximum Drawdown.
Wie viel Drawdown sollte ein Trader akzeptieren?
Das hängt stark vom individuellen Risikoprofil ab.
Ein Trader sollte sich deshalb bereits vor dem Trading fragen:
„Wie viel Verlust kann ich finanziell und psychologisch akzeptieren, ohne meine Strategie zu verändern?“
Wenn ein Trader bei 10 % Drawdown nervös wird und beginnt, seine Regeln zu verändern, ist eine Strategie mit historisch 25 % Maximum Drawdown vermutlich nicht geeignet.
Nicht weil die Strategie zwangsläufig schlecht ist.
Sondern weil der Trader sie wahrscheinlich nicht konsequent handeln kann.
Drawdown beim Backtesting
Ein Backtest sollte nicht nur den Endgewinn anzeigen.
Interessanter sind beispielsweise:
Net Profit
Maximum Drawdown
Profit Factor
Win Rate
Average Trade
Max Consecutive Losses
Recovery Factor
Eine Strategie, die im Backtest 100 % Rendite erzielt, klingt zunächst beeindruckend.
Wenn sie dafür zwischenzeitlich 70 % verloren hat, sieht die Situation völlig anders aus.
Drawdown und Backtest-Ergebnisse
Ein weiterer wichtiger Punkt:
Historischer Drawdown ist keine Garantie für den zukünftigen maximalen Drawdown.
Angenommen, eine Strategie hatte im Backtest maximal 12 % Drawdown.
Das bedeutet nicht, dass sie live niemals 15 %, 20 % oder mehr verlieren kann.
Märkte verändern sich.
Strategien können ihre Wirkung verlieren.
Kosten können abweichen.
Ausführungen können schlechter sein.
Deshalb sollte immer ein Sicherheitsabstand eingeplant werden.
Drawdown reduzieren: Was können Trader tun?
Der Drawdown lässt sich nicht vollständig vermeiden.
Er kann aber kontrolliert werden.
Risiko pro Trade reduzieren
Statt beispielsweise 2 % pro Trade können 0,5 % eingesetzt werden.
Positionsgröße anpassen
Die Positionsgröße sollte sich an Stop Loss und Kontorisiko orientieren.
Overtrading vermeiden
Mehr Trades bedeuten nicht automatisch mehr Gewinn.
Tagesverlustlimit festlegen
Nach einer bestimmten Verlustgrenze wird die Session beendet.
Strategie nicht ständig verändern
Eine Verlustserie bedeutet nicht automatisch, dass die Strategie nicht funktioniert.
Backtesting durchführen
Je besser die historischen Eigenschaften einer Strategie bekannt sind, desto leichter lassen sich normale und ungewöhnliche Drawdowns unterscheiden.
Drawdown ist wichtiger als die reine Rendite
Ein Beispiel macht den Unterschied deutlich.
Strategie A
Rendite: 30 %
Maximum Drawdown: 5 %
Strategie B
Rendite: 50 %
Maximum Drawdown: 35 %
Strategie B erzielt zwar eine höhere Rendite.
Dafür musste der Trader einen deutlich größeren Verlust zwischenzeitlich aushalten.
Die bessere Strategie hängt deshalb nicht allein von der höheren Rendite ab.
Ein professioneller Vergleich berücksichtigt Rendite und Risiko gemeinsam.
Drawdown beim Trading richtig bewerten
Wenn du einen Drawdown analysierst, solltest du mindestens fünf Fragen beantworten:
1. Wie hoch war der maximale Drawdown?
2. Wie lange dauerte er?
3. Wie viele Verlusttrades gab es hintereinander?
4. War der Drawdown statistisch zu erwarten?
5. Wie schnell konnte sich das Konto anschließend erholen?
Erst diese Informationen geben ein vernünftiges Bild über die Risikostruktur einer Strategie.
Fazit: Was bedeutet Drawdown im Trading?
Der Drawdown im Trading zeigt, wie stark ein Tradingkonto oder Portfolio von einem vorherigen Höchststand zurückgefallen ist.
Besonders wichtig ist der Maximum Drawdown, weil er zeigt, welchen größten zwischenzeitlichen Verlust eine Strategie innerhalb eines bestimmten Zeitraums erlebt hat.
Für die Bewertung eines Trading-Systems sollte der Drawdown immer gemeinsam mit der Rendite betrachtet werden. Eine hohe Rendite ist wenig aussagekräftig, wenn dafür extreme zwischenzeitliche Verluste notwendig waren.
Für Trader ist deshalb nicht nur die Frage interessant:
„Wie viel kann meine Strategie verdienen?“
Sondern mindestens genauso:
„Wie viel Drawdown muss ich dafür aushalten?“
Ein kontrolliertes Risiko pro Trade, eine passende Positionsgröße, klare Stop-Loss-Regeln und eine realistische Einschätzung der eigenen Verlusttoleranz können dabei helfen, Drawdowns zu begrenzen.
Denn Verluste gehören zum Trading.
Entscheidend ist nicht, keinen Drawdown zu haben – sondern einen Drawdown zu vermeiden, der das Konto oder die eigene Disziplin aus dem Gleichgewicht bringt.