Kann man mit Trading Geld verdienen

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Kann man mit Trading Geld verdienen?

Ja. Aber die entscheidende Frage ist nicht, ob es grundsätzlich möglich ist. Die entscheidende Frage lautet:

Kann man mit Trading langfristig und kontrolliert Geld verdienen?

Genau hier wird es interessant.

Trading wird im Internet häufig zwischen zwei Extremen dargestellt. Auf der einen Seite stehen Versprechen von schnellem Reichtum, hohen Renditen und finanzieller Freiheit. Auf der anderen Seite wird Trading teilweise als reines Glücksspiel dargestellt.

Beides greift zu kurz.

Trading kann profitabel sein. Gleichzeitig verlieren viele Trader Geld. Der Unterschied liegt selten darin, dass der eine Trader einen geheimen Indikator kennt und der andere nicht.

Entscheidend sind Strategie, Risikomanagement, Disziplin, Erfahrung und ein klarer Prozess.

In diesem Artikel geht es deshalb nicht um unrealistische Versprechen, sondern um die Frage, was tatsächlich notwendig ist, um mit Trading Geld zu verdienen.

Kann man mit Trading wirklich Geld verdienen?

Ja, Trading kann grundsätzlich profitabel sein.

Trader versuchen, von Kursbewegungen an Finanzmärkten zu profitieren. Dabei können unterschiedliche Märkte gehandelt werden, beispielsweise Aktien, Forex, Indizes, Rohstoffe oder Futures.

Allerdings bedeutet die Möglichkeit, Geld zu verdienen, nicht automatisch, dass die Mehrheit der Trader erfolgreich ist.

Trading ist ein Nullsummenspiel bei vielen Derivatemärkten, bevor Kosten berücksichtigt werden, und bei jedem Trading-Ansatz entstehen Verluste.

Deshalb reicht es nicht aus, gelegentlich einen guten Trade zu erwischen.

Profitabel wird Trading erst dann interessant, wenn ein Handelsansatz über eine ausreichend große Anzahl von Trades einen positiven Erwartungswert besitzt und das Risiko kontrolliert wird.

Meine Erfahrungen mit Trading

Ich beschäftige mich seit 2016 mit Trading.

In dieser Zeit habe ich erlebt, wie sich der eigene Blick auf die Märkte verändert.

Am Anfang steht häufig die Suche nach der perfekten Strategie.

Man probiert Indikatoren aus, testet verschiedene Setups und sucht nach dem Einstieg, der möglichst zuverlässig funktioniert.

Mit zunehmender Erfahrung wird aber klar:

Der perfekte Einstieg existiert nicht.

Trading besteht nicht darin, möglichst viele Trades vorherzusagen.

Es geht darum, einen Prozess zu entwickeln, der mit Unsicherheit umgehen kann.

Der größte Fehler am Anfang

Einer der größten Fehler besteht darin, Trading zu einfach zu betrachten.

Ein Chart sieht auf den ersten Blick relativ simpel aus.

Der Kurs steigt oder fällt.

Man sucht nach einem Einstieg und setzt einen Stop-Loss.

In der Realität spielen jedoch zahlreiche Faktoren zusammen.

Wann wird gehandelt?

Welche Marktphase liegt vor?

Wie groß ist die Position?

Wo liegt das Risiko?

Was passiert nach drei Verlusttrades?

Wann wird nicht gehandelt?

Genau diese Fragen entscheiden langfristig häufig stärker über die Ergebnisse als der eigentliche Einstieg.

Trading ist kein Geldautomat

Eine der wichtigsten Erkenntnisse lautet:

Der Markt schuldet dir nichts.

Es gibt Tage, an denen kein gutes Setup entsteht.

Es gibt Wochen mit Verlusten.

Und es gibt Phasen, in denen eine Strategie schlechter funktioniert als gewohnt.

Wer Trading als tägliche Einnahmequelle betrachtet, setzt sich schnell selbst unter Druck.

Dann entsteht der Gedanke:

„Ich muss heute noch Geld verdienen.“

Und genau dieser Gedanke kann gefährlich werden.

Wie entsteht ein profitables Trading System?

Ein profitables Trading System benötigt einen statistischen Vorteil.

Das bedeutet nicht, dass die Strategie jeden Trade gewinnt.

Eine Strategie kann beispielsweise nur 40 Prozent ihrer Trades gewinnen und trotzdem profitabel sein.

Entscheidend ist das Verhältnis zwischen durchschnittlichen Gewinnen und durchschnittlichen Verlusten.

Wenn beispielsweise die durchschnittlichen Gewinner deutlich größer sind als die durchschnittlichen Verlierer, kann eine relativ niedrige Trefferquote ausreichen.

Trefferquote ist nicht alles

Viele Anfänger konzentrieren sich auf die Frage:

„Wie oft gewinnt meine Strategie?“

Das ist verständlich, aber nicht ausreichend.

Angenommen, eine Strategie gewinnt 70 Prozent ihrer Trades.

Die Gewinner bringen im Durchschnitt 50 Euro.

Die Verlierer kosten dagegen 200 Euro.

Trotz der hohen Trefferquote kann das System langfristig unprofitabel sein.

Eine andere Strategie gewinnt vielleicht nur 40 Prozent der Trades, erzielt aber im Durchschnitt 300 Euro Gewinn und verliert 100 Euro pro Verlusttrade.

Deshalb muss immer die gesamte Statistik betrachtet werden.

Erwartungswert beim Trading

Der Erwartungswert beschreibt vereinfacht, welchen durchschnittlichen Gewinn oder Verlust ein System pro Trade erwarten lässt.

Eine einfache Betrachtung lautet:

Erwartungswert = Trefferquote × durchschnittlicher Gewinn – Verlustquote × durchschnittlicher Verlust

Das ist einer der wichtigsten mathematischen Gedanken im Trading.

Denn dadurch wird klar:

Du musst nicht jeden Trade gewinnen.

Du brauchst einen Ansatz, der über viele Trades einen positiven Erwartungswert erzeugen kann.

Risikomanagement entscheidet über das Überleben

Eine gute Strategie bringt wenig, wenn das Risiko nicht kontrolliert wird.

Wer beispielsweise pro Trade einen großen Teil seines Kontos riskiert, kann durch wenige Verlusttrades erheblichen Schaden erleiden.

Professionelles Trading beginnt deshalb nicht mit der Frage:

„Wie viel kann ich verdienen?“

Sondern:

„Wie viel kann ich verlieren?“

Erst danach wird die Positionsgröße bestimmt.

Warum kleine Risiken so wichtig sind

Nehmen wir an, ein Trader riskiert pro Trade nur einen kleinen Prozentsatz seines Kapitals.

Auch eine Verlustserie kann dann überstanden werden.

Wer dagegen extrem hohe Risiken eingeht, kann sein Konto bereits nach wenigen schlechten Trades massiv reduzieren.

Und genau hier entsteht ein mathematisches Problem.

Ein großer Verlust lässt sich nur schwer wieder aufholen.

Wer 50 Prozent seines Kapitals verliert, benötigt anschließend bereits 100 Prozent Gewinn auf das verbleibende Kapital, um wieder beim Ausgangswert zu landen.

Kapitalerhalt ist deshalb ein zentraler Bestandteil erfolgreichen Tradings.

Trading Psychologie: Der unterschätzte Faktor

Eine Strategie kann auf dem Papier funktionieren und trotzdem in der Praxis scheitern.

Warum?

Weil der Trader die Regeln nicht einhält.

Nach einem Verlust wird der Stop-Loss verschoben.

Nach mehreren Verlusten wird die Position verdoppelt.

Nach einem Gewinn wird das Risiko erhöht.

Oder es werden plötzlich Trades eröffnet, die gar nicht zum System gehören.

Das Problem ist dann nicht die Strategie.

Das Problem ist die Umsetzung.

Overtrading zerstört viele Ergebnisse

Ein besonders häufiges Problem ist Overtrading.

Der Trader hat eigentlich keinen Grund für einen weiteren Einstieg.

Trotzdem wird ein Trade eröffnet.

Warum?

Langeweile.

FOMO.

Frust.

Oder der Wunsch, einen vorherigen Verlust zurückzugewinnen.

Genau deshalb sollte ein professioneller Trading-Prozess auch Regeln dafür enthalten, wann nicht gehandelt wird.

Man muss nicht jeden Tag traden

Eine wichtige Erkenntnis aus der Praxis:

Mehr Trading bedeutet nicht automatisch mehr Gewinn.

Wenn dein System nur zwei gute Setups pro Woche liefert, sind zwei gute Trades möglicherweise sinnvoller als 20 erzwungene Trades.

Professionelle Trader werden nicht dafür bezahlt, möglichst viele Orders zu platzieren.

Sie werden letztlich daran gemessen, wie gut ihr gesamter Prozess funktioniert.

Trading lernen braucht Zeit

Trading lässt sich nicht innerhalb weniger Tage vollständig lernen.

Die Grundlagen können relativ schnell verstanden werden.

Was deutlich länger dauert, ist die Entwicklung eines eigenen Prozesses.

Du musst deine Strategie testen.

Du musst erleben, wie sich Verlustserien anfühlen.

Du musst lernen, mit Unsicherheit umzugehen.

Und du musst herausfinden, welche Art von Trading überhaupt zu dir passt.

Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis

Ein Backtest kann zeigen, dass eine Strategie historisch funktioniert hätte.

Aber Live-Trading fühlt sich anders an.

Wenn echtes Geld im Markt liegt, verändert sich die Wahrnehmung.

Ein Verlust von 100 Euro ist nicht mehr nur eine Zahl.

Deshalb ist es wichtig, nicht direkt mit hohem Risiko zu starten.

Der Übergang von Theorie zu Praxis sollte schrittweise erfolgen.

Ein Trading Journal verändert den Blick

Ein Trading Journal ist eines der einfachsten und gleichzeitig wertvollsten Werkzeuge.

Nach jedem Trade sollte nachvollziehbar sein:

Warum wurde der Trade eröffnet?

Welches Setup lag vor?

Wie hoch war das Risiko?

Wurde die Regel eingehalten?

Wie wurde der Trade beendet?

Was war das Ergebnis?

Mit ausreichend Daten entstehen Muster.

Vielleicht funktioniert ein Setup am Vormittag deutlich besser.

Vielleicht ist eine bestimmte Marktphase problematisch.

Vielleicht entstehen die größten Verluste nicht durch die Strategie, sondern durch Regelverstöße.

Gute und schlechte Trades unterscheiden

Ein wichtiger Punkt:

Ein Gewinntrade ist nicht automatisch ein guter Trade.

Wenn du deine Regeln verletzt und trotzdem gewinnst, war die Entscheidung möglicherweise schlecht.

Genauso kann ein Verlusttrade ein guter Trade sein.

Wenn das Setup korrekt war, das Risiko eingehalten wurde und der Stop-Loss nach Plan ausgelöst wurde, wurde der Prozess korrekt umgesetzt.

Diese Unterscheidung ist entscheidend.

Wie viel Geld braucht man zum Trading?

Auch diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten.

Es hängt vom Markt, vom Trading-Stil, der Positionsgröße und dem verwendeten Finanzinstrument ab.

Ein kleiner Account kann zum Lernen und Testen geeignet sein.

Er eignet sich jedoch nicht automatisch dafür, einen vollständigen Lebensunterhalt zu finanzieren.

Wer beispielsweise 3.000 Euro monatlich aus Trading entnehmen möchte, benötigt eine völlig andere Kapitalstruktur als jemand, der lediglich seine Trading-Ergebnisse langfristig wachsen lassen möchte.

Kann man vom Trading leben?

Ja, es gibt Trader, die ihren Lebensunterhalt mit Trading verdienen.

Aber das sollte nicht mit der Erwartung verwechselt werden, dass dies schnell oder einfach möglich ist.

Wer vom Trading leben möchte, benötigt neben einer funktionierenden Strategie auch finanzielle Rücklagen.

Denn Trading-Ergebnisse sind nicht jeden Monat gleich.

Es kann profitable Monate geben.

Es kann aber auch längere Verlustphasen geben.

Wer während einer solchen Phase trotzdem seine laufenden Kosten bezahlen muss, gerät schnell unter Druck.

Prop Trading als Alternative

Eine weitere Möglichkeit ist Prop Trading.

Dabei handelt ein Trader innerhalb eines Modells mit Kapital beziehungsweise einer Handelsumgebung einer Prop-Trading-Firma.

Das kann interessant sein, weil nicht zwingend ein sehr großes eigenes Trading-Konto erforderlich ist.

Allerdings gelten meist klare Regeln hinsichtlich Drawdown, Verlusten und Positionsgrößen.

Prop Trading ist deshalb kein einfacher Weg, um ohne eigenes Risiko große Summen zu verdienen.

Auch hier entscheidet am Ende die Fähigkeit, ein funktionierendes System konsequent umzusetzen.

Was ich heute anders machen würde

Mit der Erfahrung aus mehreren Jahren Trading würde ich nicht mehr versuchen, möglichst schnell möglichst viel zu verdienen.

Ich würde deutlich früher den Fokus auf Prozess statt Ergebnis legen.

Nicht:

„Wie viel habe ich heute verdient?“

Sondern:

„Habe ich heute nach meinem System gehandelt?“

Das klingt weniger spektakulär.

Ist aber langfristig wesentlich wichtiger.

Trading ist ein Marathon

Viele Trader suchen nach dem einen Setup, das alle Probleme löst.

Diese Suche führt häufig zu ständigem Strategie-Wechsel.

Eine Strategie funktioniert einige Wochen.

Dann kommt eine Verlustphase.

Die Strategie wird verworfen.

Eine neue wird gesucht.

Der Prozess beginnt von vorne.

So entsteht keine statistische Datenbasis.

Trading sollte deshalb eher wie ein langfristiges Projekt betrachtet werden.

Was erfolgreiche Trader anders machen

Erfolgreiche Trader sind nicht diejenigen, die immer wissen, wohin der Markt läuft.

Sie wissen vielmehr, was sie tun, wenn ihre Einschätzung falsch ist.

Sie begrenzen ihre Verluste.

Sie lassen profitable Trades laufen, wenn es ihr System vorsieht.

Sie akzeptieren Unsicherheit.

Und sie handeln nicht aus Langeweile.

Das klingt simpel.

In der Praxis ist genau das aber eine der größten Herausforderungen.

Kann jeder Trading lernen?

Grundsätzlich kann jeder die Grundlagen des Tradings lernen.

Ob daraus langfristig profitables Trading entsteht, ist eine andere Frage.

Dafür braucht es Zeit, Lernbereitschaft und die Fähigkeit, einen Prozess konsequent umzusetzen.

Nicht jeder muss hauptberuflicher Trader werden.

Trading kann auch als zusätzliche Fähigkeit betrachtet werden.

Entscheidend ist, realistische Erwartungen zu entwickeln.

Was ist beim Trading realistisch?

Realistisch ist, dass Verluste dazugehören.

Realistisch ist auch, dass nicht jeder Monat profitabel sein wird.

Realistisch ist, dass eine Strategie nicht immer gleich gut funktioniert.

Und realistisch ist, dass es Zeit braucht, bis ausreichend Daten und Erfahrung vorhanden sind.

Unrealistisch sind dagegen Versprechen wie:

„Mit 500 Euro zum Vollzeit-Trader.“

Oder:

„Diese Strategie macht jeden Monat garantiert 10 Prozent.“

Solche Aussagen ignorieren das Risiko und die Unsicherheit des Marktes.

Mein Fazit: Kann man mit Trading Geld verdienen?

Ja, man kann mit Trading Geld verdienen.

Aber nicht, weil man den Markt perfekt vorhersagen kann.

Und auch nicht, weil man den „geheimen“ Indikator gefunden hat.

Profitables Trading entsteht aus einem funktionierenden Trading System, kontrolliertem Risiko, statistischem Denken und konsequenter Umsetzung.

Meine wichtigste Erkenntnis aus den Jahren im Trading ist deshalb:

Du brauchst nicht mehr Trades. Du brauchst bessere Entscheidungen.

Und du brauchst einen Prozess, der auch dann funktioniert, wenn du falsch liegst.

Wer Trading lernen möchte, sollte deshalb nicht mit der Frage beginnen, wie schnell er Geld verdienen kann.

Die bessere Frage lautet:

Wie entwickle ich einen Trading-Prozess, der langfristig einen statistischen Vorteil besitzt und den ich auch konsequent umsetzen kann?

Genau dort beginnt der Unterschied zwischen gelegentlichem Trading und professionellem Trading.

Dein Tom Volz von 4REX Impulse