Trader

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Trader kaufen und verkaufen Finanzinstrumente mit dem Ziel, von Preisbewegungen zu profitieren. Das können Aktien, Währungen, Indizes, Rohstoffe, Futures, Optionen, CFDs oder Kryptowährungen sein.

Damit ist die Definition zunächst ziemlich einfach.

Interessant wird es bei der Frage, was einen Trader eigentlich von einem normalen Anleger unterscheidet.

Denn jeder, der einmal eine Aktie kauft und später wieder verkauft, hat streng genommen gehandelt. Trotzdem würde man diese Person nicht automatisch als professionellen Trader bezeichnen.

Der entscheidende Unterschied liegt weniger darin, was gehandelt wird, sondern wie und mit welchem Ziel.

Ein Trader versucht, Marktbewegungen systematisch auszunutzen. Er beschäftigt sich mit Einstiegs- und Ausstiegspunkten, Wahrscheinlichkeiten, Risiko, Positionsgröße und einer konkreten Handelsstrategie.

Dabei kann ein Trade wenige Sekunden dauern – oder mehrere Wochen.

Trader ist also kein Synonym für Daytrader.

Und genauso wenig bedeutet Trader automatisch, dass jemand ständig vor mehreren Monitoren sitzt und Dutzende Positionen am Tag eröffnet.

Trader oder Investor – wo liegt der Unterschied?

Die Grenze zwischen Trader und Investor ist nicht immer messerscharf.

Ein Investor kauft beispielsweise eine Aktie, weil er davon überzeugt ist, dass das Unternehmen langfristig wächst. Die Position kann über Jahre gehalten werden.

Ein Trader interessiert sich stärker für die Bewegung des Preises.

Das Unternehmen kann fundamental hervorragend sein – wenn der Trader davon ausgeht, dass der Aktienkurs kurzfristig fällt, kann eine Short-Position trotzdem interessant sein.

Umgekehrt kann ein Trader einen steigenden Kurs handeln, ohne die Aktie langfristig besitzen zu wollen.

Der entscheidende Unterschied ist deshalb vor allem der Zeithorizont und die Handelsabsicht.

Ein Investor fragt eher:

Wie entwickelt sich dieses Unternehmen oder dieser Markt langfristig?

Ein Trader fragt eher:

Welche Bewegung könnte als Nächstes entstehen und wie kann ich sie mit einem kontrollierten Risiko handeln?

Natürlich gibt es Überschneidungen. Ein Swing Trader kann eine Position mehrere Wochen halten, während ein aktiver Investor seine Position ebenfalls regelmäßig anpasst.

Die Begriffe beschreiben deshalb eher unterschiedliche Herangehensweisen als zwei streng voneinander getrennte Welten.

Was macht ein Trader?

Ein Trader sitzt nicht einfach vor einem Chart und wartet auf eine grüne Kerze.

Zumindest sollte das nicht die eigentliche Arbeit sein.

Die eigentliche Aufgabe besteht darin, Entscheidungen unter Unsicherheit zu treffen.

Vor einem Trade wird beispielsweise analysiert:

  • In welcher Marktphase befindet sich der Markt?
  • Gibt es einen Trend oder eine Range?
  • Wo liegen wichtige Preisbereiche?
  • Welche Nachrichten könnten den Markt beeinflussen?
  • Wo wäre ein sinnvoller Einstieg?
  • Wo ist die Trade-Idee nicht mehr gültig?
  • Wie groß darf die Position sein?
  • Wo liegt das mögliche Kursziel?

Erst daraus entsteht ein konkreter Trade.

Der Trader weiß dabei nicht, ob der einzelne Trade gewinnen wird.

Das muss er auch nicht.

Ein funktionierendes Trading-System basiert nicht darauf, jeden Markt richtig vorherzusagen. Es geht darum, über viele Trades einen positiven Erwartungswert zu erzeugen.

Genau dieser Punkt wird beim Trading häufig unterschätzt.

Ein Trader muss nicht recht haben

Das klingt zunächst widersprüchlich.

Wenn ein Trader Geld verdienen möchte, müsste er doch möglichst oft richtig liegen?

Nicht unbedingt.

Stell dir zwei Trader vor.

Trader A

Er gewinnt 8 von 10 Trades.

Seine durchschnittlichen Gewinne liegen bei 50 €.

Seine durchschnittlichen Verluste bei 150 €.

Das Ergebnis:

8 × 50 € = 400 € Gewinn

2 × 150 € = 300 € Verlust

Übrig bleiben:

+100 €

Trader B

Er gewinnt nur 4 von 10 Trades.

Seine durchschnittlichen Gewinne liegen aber bei 300 €.

Seine durchschnittlichen Verluste bei 100 €.

Dann ergibt sich:

4 × 300 € = 1.200 € Gewinn

6 × 100 € = 600 € Verlust

Ergebnis:

+600 €

Trader B liegt häufiger falsch – verdient aber deutlich mehr.

Das zeigt, warum Trading nicht primär ein Wettbewerb darum ist, möglichst viele Prognosen richtig zu treffen.

Entscheidend ist die gesamte Verteilung von Gewinnen und Verlusten.

Welche Arten von Tradern gibt es?

Trader lassen sich auf verschiedene Arten einteilen.

Eine Möglichkeit ist die Einteilung nach dem beruflichen Status.

Privater Trader

Ein privater Trader handelt auf eigene Rechnung.

Er verwendet sein eigenes Kapital und entscheidet selbst:

  • welchen Markt er handelt,
  • welche Strategie er verwendet,
  • wie viel er riskiert,
  • wann er handelt,
  • wann er Positionen schließt.

Viele private Trader arbeiten von zu Hause aus.

Dabei kann Trading hauptberuflich oder nebenberuflich betrieben werden.

Institutioneller Trader

Institutionelle Trader arbeiten beispielsweise bei:

  • Banken
  • Hedgefonds
  • Vermögensverwaltungen
  • Investmentgesellschaften
  • anderen Finanzunternehmen

Sie handeln in der Regel nicht einfach mit ihrem privaten Geld, sondern innerhalb eines institutionellen Mandats.

Die Arbeitsweise kann sich dadurch erheblich von der eines privaten Traders unterscheiden.

Ein institutioneller Trader hat beispielsweise andere Kapitalgrößen, andere technische Möglichkeiten und häufig klar definierte Vorgaben hinsichtlich Risiko und Positionierung.

Teilzeit-Trader

Der Teilzeit-Trader verbindet Trading mit einem anderen Beruf oder anderen Verpflichtungen.

Das kann beispielsweise bedeuten, dass nur während einer bestimmten Handelssession gehandelt wird.

Für viele private Trader ist genau das interessant.

Denn Trading erfordert nicht zwangsläufig, den gesamten Tag am Markt zu verbringen.

Ein Trader kann sich beispielsweise ausschließlich auf die London Session, die US-Eröffnung oder bestimmte Marktphasen konzentrieren.

Trader unterscheiden sich vor allem durch ihre Haltedauer

Noch interessanter wird die Einteilung nach dem Zeithorizont.

Hier gibt es große Unterschiede.

Scalper

Scalper handeln extrem kurzfristige Bewegungen.

Ein Trade kann nur Sekunden oder wenige Minuten dauern.

Der Fokus liegt auf kleinen Preisbewegungen.

Dafür sind Spread, Slippage und schnelle Ausführung besonders wichtig.

Daytrader

Daytrader eröffnen und schließen ihre Positionen normalerweise innerhalb eines Handelstages.

Overnight-Risiken werden dadurch weitgehend vermieden.

Ein Daytrader kann beispielsweise morgens einen Trade im DAX eröffnen und ihn am Nachmittag wieder schließen.

Swing Trader

Swing Trader halten Positionen häufig mehrere Tage oder Wochen.

Sie versuchen, größere Bewegungen innerhalb eines Trends oder einer Marktstruktur zu erfassen.

Dadurch spielt die übergeordnete Chartanalyse eine größere Rolle.

Gleichzeitig entstehen zusätzliche Risiken durch Nachrichten und Kurslücken über Nacht.

Position Trader

Position Trader gehen noch längerfristig vor.

Positionen können Wochen, Monate oder teilweise noch länger gehalten werden.

Hier spielen neben der technischen Analyse häufig auch fundamentale Faktoren eine größere Rolle.

Nicht jeder Trader braucht dieselbe Strategie

Ein Scalper und ein Position Trader können denselben Markt völlig unterschiedlich betrachten.

Nehmen wir Gold.

Der Scalper interessiert sich vielleicht für eine Bewegung von wenigen Punkten während der US-Eröffnung.

Der Swing Trader sieht dagegen einen mehrtägigen Aufwärtstrend.

Der Position Trader interessiert sich möglicherweise für die Entwicklung des Goldpreises über mehrere Monate.

Keiner von ihnen betrachtet den Markt automatisch „richtiger“.

Sie stellen einfach unterschiedliche Fragen an denselben Markt.

Das ist wichtig, weil viele Trading-Anfänger versuchen, eine Strategie zu kopieren, ohne zu berücksichtigen, für welchen Zeithorizont sie überhaupt entwickelt wurde.

Welche Märkte handeln Trader?

Trader sind nicht auf Aktien beschränkt.

Je nach Strategie können ganz unterschiedliche Märkte interessant sein.

Forex

Der Devisenmarkt ist für Trader besonders interessant, weil Währungspaare wie EUR/USD, GBP/USD oder USD/JPY eine hohe Liquidität aufweisen.

Forex wird von Montag bis Freitag nahezu rund um die Uhr gehandelt.

Gerade für Daytrader und Scalper ist das interessant, weil verschiedene Handelssessions unterschiedliche Marktbedingungen bieten.

Indizes

Indizes wie DAX, Nasdaq 100 oder S&P 500 werden von vielen kurzfristigen Tradern gehandelt.

Sie ermöglichen es, auf die Entwicklung eines gesamten Marktes beziehungsweise Indexes zu spekulieren, anstatt auf ein einzelnes Unternehmen.

Rohstoffe

Gold, Silber und Öl sind weitere beliebte Märkte.

Sie können sowohl für kurzfristige als auch für längerfristige Strategien interessant sein.

Futures

Futures ermöglichen den standardisierten Handel bestimmter Basiswerte oder Finanzinstrumente.

Sie spielen insbesondere im professionellen und kurzfristigen Trading eine große Rolle.

Optionen

Optionen bieten komplexere Möglichkeiten, von steigenden, fallenden oder seitwärts laufenden Märkten zu profitieren.

Sie erfordern allerdings ein deutlich tieferes Verständnis der jeweiligen Preis- und Risikofaktoren.

Was braucht man, um Trader zu werden?

Die technische Hürde ist heute sehr niedrig.

Ein Handelskonto bei einem Broker, etwas Kapital und eine Handelsplattform reichen grundsätzlich aus, um einen Trade zu eröffnen.

Das bedeutet aber nicht, dass man damit bereits Trader im professionellen Sinne ist.

Die Order selbst ist der einfache Teil.

Die Herausforderung beginnt davor.

Wer langfristig erfolgreich handeln möchte, braucht ein Verständnis dafür, wie Märkte funktionieren, wie Risiken berechnet werden und wie eine Strategie unter unterschiedlichen Marktbedingungen reagiert.

Besonders wichtig sind dabei:

Marktverständnis: Du musst wissen, was du überhaupt handelst.

Strategie: Es sollte klare Kriterien für Trades geben.

Risikomanagement: Ein einzelner Verlust darf nicht das gesamte Konto gefährden.

Disziplin: Die Regeln müssen auch dann eingehalten werden, wenn Emotionen dagegen sprechen.

Statistik: Ergebnisse müssen über ausreichend viele Trades ausgewertet werden.

Selbstreflexion: Fehler müssen erkannt und nicht schöngeredet werden.

Das unterscheidet einen Trader mit einem System von jemandem, der einfach gelegentlich auf steigende oder fallende Kurse spekuliert.

Die Technik ist heute nicht mehr das Problem

Früher war professioneller Börsenhandel technisch deutlich schwerer zugänglich.

Heute reichen ein Computer oder Smartphone und ein Internetzugang, um innerhalb weniger Minuten ein Handelskonto zu eröffnen.

TradingView, MetaTrader und andere Plattformen liefern Charts, Kurse und Analysewerkzeuge.

Das Problem ist deshalb für die meisten privaten Trader nicht mehr der Zugang zum Markt.

Das Problem ist die Entscheidungsqualität.

Ein Anfänger kann heute mehr Marktdaten abrufen als ein Trader vor einigen Jahrzehnten.

Mehr Informationen führen aber nicht automatisch zu besseren Entscheidungen.

Im Gegenteil:

Zu viele Informationen können dazu führen, dass ständig neue Signale gesucht werden und die ursprüngliche Strategie immer wieder verändert wird.

Was verdient ein Trader?

Hier wird häufig mit großen Zahlen geworben.

Das Problem:

Es gibt kein festes Einkommen für private Trader.

Ein angestellter Trader erhält ein Gehalt und gegebenenfalls einen Bonus.

Ein privater Trader hat dagegen kein garantiertes Einkommen.

Sein Ergebnis hängt von zahlreichen Faktoren ab:

  • eingesetztes Kapital
  • Risiko pro Trade
  • Strategie
  • Trefferquote
  • durchschnittliches CRV
  • Marktbedingungen
  • Trading-Kosten
  • Disziplin

Ein simples Beispiel zeigt, warum das Kapital eine Rolle spielt.

10 % Rendite auf 1.000 € sind:

100 €

10 % Rendite auf 100.000 € sind:

10.000 €

Die Prozentzahl ist identisch.

Der absolute Gewinn ist es nicht.

Deshalb sollte man beim Trading niemals einfach fragen:

„Wie viel Prozent kann ich pro Monat verdienen?“

Die interessantere Frage ist:

„Wie viel Risiko musste ich dafür eingehen?“

Warum so viele Trader scheitern

Trading sieht von außen oft einfacher aus, als es tatsächlich ist.

Ein Chart zeigt einen Kurs.

Man kauft.

Der Kurs steigt.

Man verkauft.

Fertig.

In der Realität muss der Trader aber auch mit Situationen umgehen, in denen:

  • die Analyse falsch liegt,
  • mehrere Trades hintereinander verlieren,
  • ein guter Trade nicht ins Ziel läuft,
  • der Markt plötzlich volatil wird,
  • die eigene Strategie nicht funktioniert,
  • Emotionen die Entscheidungen beeinflussen.

Genau hier entsteht ein großer Unterschied zwischen einem einzelnen erfolgreichen Trade und einem langfristig erfolgreichen Trader.

Ein guter Trader muss nicht nur Gewinne produzieren können. Er muss vor allem mit Verlusten umgehen können.

Trading-Psychologie ist kein Nebenthema

Viele Trader suchen jahrelang nach der perfekten Strategie.

Sie wechseln von:

Indikator A zu Indikator B.

Von einer Strategie zur nächsten.

Von Forex zu Indizes.

Von Daytrading zu Scalping.

Dabei liegt das eigentliche Problem häufig woanders.

Der Trader kennt seine Regeln – hält sie aber nicht ein.

Er setzt den Stop weiter nach hinten.

Er nimmt Gewinne zu früh mit.

Er eröffnet nach einem Verlust einen unnötigen neuen Trade.

Oder er erhöht seine Positionsgröße nach einer Gewinnserie.

Das sind keine Chartprobleme.

Das sind Prozess- und Verhaltensprobleme.

Deshalb gehört Trading-Psychologie genauso zum Handwerk eines Traders wie technische Analyse und Risikomanagement.

Ein Trader muss nicht ständig handeln

Einer der größten Irrtümer lautet:

Ein guter Trader erkennt ständig Chancen.

In der Realität kann das Gegenteil zutreffen.

Ein professioneller Ansatz kann bedeuten, dass an manchen Tagen überhaupt kein Trade entsteht.

Wenn die Strategie beispielsweise einen klaren Trend und einen Rücksetzer an einem bestimmten Level verlangt, bringt es nichts, mitten in einer Seitwärtsphase irgendeinen Trade zu erzwingen.

Nicht zu handeln ist dann keine verpasste Chance.

Es ist die korrekte Umsetzung der Strategie.

Trading ist kein Aktivitätswettbewerb.

Trader und Risiko: Der Teil, über den selten gesprochen wird

Jeder Trade beinhaltet Risiko.

Das gilt auch dann, wenn das Setup noch so überzeugend aussieht.

Ein Trader sollte deshalb vor dem Einstieg wissen, wie viel er verlieren kann, wenn die Idee nicht funktioniert.

Dafür sind Stop Loss und Positionsgröße wichtige Werkzeuge.

Angenommen, ein Trader besitzt ein Konto von 20.000 € und möchte maximal 0,5 % pro Trade riskieren.

Das entspricht:

100 € Risiko.

Liegt der technische Stop beispielsweise 50 Punkte vom Einstieg entfernt, muss die Positionsgröße so gewählt werden, dass diese 50 Punkte nicht mehr als die geplanten 100 € Verlust verursachen.

Damit wird die Positionsgröße aus dem Risiko abgeleitet und nicht aus dem Wunsch, möglichst viel Gewinn zu erzielen.

Trader sind keine Hellseher

Das vielleicht wichtigste Verständnis für jeden, der Trader werden möchte:

Niemand weiß sicher, was der Markt als Nächstes macht.

Auch professionelle Trader arbeiten mit Wahrscheinlichkeiten.

Ein Setup kann zehnmal funktionieren und beim elften Mal scheitern.

Das macht die ersten zehn Trades nicht „richtig“ und den elften nicht „falsch“.

Der einzelne Trade ist nur eine Beobachtung innerhalb einer größeren Serie.

Deshalb sollte ein Trader lernen, nicht jeden Verlust persönlich zu nehmen.

Ein Verlust kann schlicht die statistisch erwartbare Konsequenz einer funktionierenden Strategie sein.

Was unterscheidet einen guten Trader von einem schlechten?

Nicht unbedingt die Strategie.

Zwei Trader können dasselbe Setup verwenden und völlig unterschiedliche Ergebnisse erzielen.

Der eine:

  • hält sich an seine Regeln,
  • riskiert konstant,
  • akzeptiert Verluste,
  • führt ein Trading-Journal,
  • wertet seine Ergebnisse aus.

Der andere:

  • verändert ständig seine Regeln,
  • erhöht nach Verlusten das Risiko,
  • nimmt Gewinne aus Angst zu früh mit,
  • handelt aus Langeweile,
  • bewertet seine Strategie nach wenigen Trades.

Der Unterschied entsteht damit weniger beim Signal als beim Prozess.

Und genau dort liegt für viele Trader die eigentliche Arbeit.

Trader werden: Was sollte man zuerst lernen?

Wer Trading ernsthaft lernen möchte, sollte nicht mit zehn Indikatoren anfangen.

Eine sinnvollere Reihenfolge ist:

Zuerst verstehen, wie Märkte funktionieren.

Danach einen Markt beziehungsweise ein Instrument auswählen.

Anschließend eine Handelsstrategie entwickeln.

Dann Regeln für Einstieg, Ausstieg und Risiko definieren.

Diese Strategie über historische Daten testen.

Und erst danach mit möglichst kontrolliertem Risiko in den Live-Handel gehen.

Der wichtigste Schritt wird dabei häufig übersprungen:

Statistik.

Wenn du nach 15 Trades sagst, dass eine Strategie „funktioniert“, weißt du praktisch noch nichts.

Erst eine ausreichend große Stichprobe zeigt, ob tatsächlich ein Vorteil vorhanden sein könnte.

Fazit: Was ist ein Trader?

Ein Trader ist jemand, der Finanzmärkte aktiv handelt und versucht, aus Kursbewegungen einen Vorteil zu ziehen.

Das kann mit eigenen oder – im institutionellen Umfeld – fremden Geldern geschehen. Trader können Aktien, Forex, Indizes, Rohstoffe, Futures, Optionen, CFDs oder Kryptowährungen handeln.

Dabei gibt es nicht den einen Trader.

Ein Scalper arbeitet anders als ein Daytrader. Ein Swing Trader wiederum verfolgt einen anderen Ansatz als ein langfristiger Position Trader. Auch private und institutionelle Trader unterscheiden sich hinsichtlich Kapital, Infrastruktur und Aufgaben erheblich.

Was sie verbindet, ist die Notwendigkeit, unter Unsicherheit Entscheidungen zu treffen und Risiken zu kontrollieren.

Und genau deshalb ist Trading wesentlich mehr als die Suche nach dem nächsten Einstieg.

Ein Trader braucht eine Strategie. Er braucht Risikomanagement. Er muss seine Ergebnisse auswerten können und vor allem in der Lage sein, seine eigenen Entscheidungen kritisch zu hinterfragen.

Denn am Ende entscheidet nicht der einzelne Gewinntrade darüber, ob jemand ein guter Trader ist.

Entscheidend ist, ob aus vielen einzelnen Entscheidungen über einen langen Zeitraum ein belastbarer Prozess entsteht.