Volumen Trading lernen

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Beim Trading schauen viele Trader zunächst auf den Preis. Sie analysieren Candlesticks, Trendlinien, Unterstützungen und Widerstände und versuchen daraus mögliche Bewegungen abzuleiten.

Doch der Preis zeigt nicht alles.

Eine zusätzliche Informationsquelle ist das Handelsvolumen. Es kann dabei helfen zu verstehen, wie viel Aktivität tatsächlich hinter einer Kursbewegung steckt und ob eine Bewegung von hohem oder eher geringem Handelsinteresse begleitet wird.

Genau hier setzt das Volumen Trading an.

Statt ausschließlich zu beobachten, wohin sich der Preis bewegt, stellt der Trader zusätzlich die Frage:

Wie viel Handelsaktivität steckt hinter dieser Bewegung?

Das kann bei Breakouts, Trends, Umkehrbewegungen und wichtigen Kurslevels interessante Informationen liefern.

Was ist Volumen Trading?

Beim Volumen Trading wird das gehandelte Volumen in die Marktanalyse einbezogen.

Das Volumen beschreibt vereinfacht gesagt, wie viele Einheiten eines Finanzinstruments innerhalb eines bestimmten Zeitraums gehandelt wurden.

Steigt beispielsweise der Preis eines Marktes deutlich und gleichzeitig nimmt das Volumen stark zu, kann das darauf hindeuten, dass eine größere Marktaktivität hinter der Bewegung steht.

Umgekehrt kann ein Kursanstieg bei sehr geringem Volumen eine andere Bedeutung haben.

Wichtig ist allerdings: Volumen ist kein automatisches Kaufsignal oder Verkaufssignal.

Es liefert zusätzliche Informationen, die gemeinsam mit Preisstruktur, Marktphase und Trading-Setup interpretiert werden müssen.

Warum ist das Volumen beim Trading interessant?

Der Preis zeigt dir, was passiert.

Das Volumen kann zusätzliche Hinweise darauf liefern, wie viel Aktivität dabei stattfindet.

Stell dir einen Markt vor, der mehrere Tage an einem Widerstand steht. Schließlich durchbricht der Kurs dieses Level deutlich.

Nun gibt es zwei unterschiedliche Szenarien.

Im ersten Szenario erfolgt der Ausbruch mit deutlich erhöhtem Volumen. Viele Marktteilnehmer sind aktiv und der Breakout wird von einer hohen Handelsaktivität begleitet.

Im zweiten Szenario steigt der Kurs nur leicht über den Widerstand, während das Volumen niedrig bleibt.

Beide Situationen sehen auf dem Chart zunächst ähnlich aus.

Die zusätzliche Volumeninformation kann jedoch dabei helfen, die Qualität des Ausbruchs besser einzuschätzen.

Volumen und Preis gemeinsam analysieren

Die wichtigste Grundlage beim Volumen Trading lautet:

Volumen sollte niemals isoliert betrachtet werden.

Ein hohes Volumen bedeutet nicht automatisch, dass der Kurs steigen wird.

Es bedeutet zunächst nur, dass viel gehandelt wurde.

Ob daraus ein bullisches oder bearishes Signal entsteht, hängt unter anderem davon ab, wie sich der Preis während dieses hohen Volumens bewegt.

Steigt der Preis stark und das Volumen nimmt zu, kann das beispielsweise auf eine hohe Nachfrage hindeuten.

Fällt der Preis stark und das Volumen steigt ebenfalls, kann eine hohe Verkaufsaktivität dahinterstehen.

Noch interessanter wird es, wenn Preis und Volumen scheinbar nicht zusammenpassen.

Was bedeutet hohes Volumen?

Hohes Volumen bedeutet, dass innerhalb einer bestimmten Periode besonders viel gehandelt wurde.

Dabei sollte immer der Vergleich zum normalen Volumen des jeweiligen Marktes hergestellt werden.

Ein Volumenwert von 100.000 kann bei einem Markt außergewöhnlich hoch und bei einem anderen völlig normal sein.

Deshalb ist nicht die absolute Zahl entscheidend.

Viel interessanter ist die Frage:

Wie verhält sich das aktuelle Volumen im Vergleich zum normalen Volumen?

Genau deshalb verwenden viele Trader Volumenindikatoren oder Volumenprofile.

Was bedeutet niedriges Volumen?

Niedriges Volumen zeigt eine geringere Handelsaktivität.

Das kann beispielsweise während ruhiger Marktphasen auftreten.

Eine Bewegung mit niedrigem Volumen muss nicht automatisch bedeutungslos sein. Sie kann allerdings anders interpretiert werden als eine Bewegung, die von außergewöhnlich hohem Handelsvolumen begleitet wird.

Besonders bei Breakouts kann dieser Unterschied interessant sein.

Ein Ausbruch mit wenig Beteiligung kann eine andere Qualität besitzen als ein Ausbruch, bei dem das Volumen deutlich zunimmt.

Volumen beim Breakout Trading

Breakouts gehören zu den bekanntesten Einsatzmöglichkeiten von Volumen.

Angenommen, der Nasdaq bewegt sich über längere Zeit in einer engen Range. Oberhalb der Range befindet sich ein klares Widerstandslevel.

Der Kurs durchbricht diesen Widerstand.

Jetzt kann das Volumen zusätzliche Informationen liefern.

Steigt das Volumen während des Ausbruchs deutlich an, zeigt das, dass gleichzeitig eine hohe Handelsaktivität stattfindet.

Das kann den Breakout interessanter machen.

Allerdings ist auch hier Vorsicht notwendig.

Ein hohes Volumen kann genauso bei einem Fehlausbruch auftreten.

Volumen bestätigt deshalb nicht automatisch einen Trade.

Es ist ein Bestandteil der Analyse.

Volumen und Trends

Auch bei bestehenden Trends kann Volumen interessant sein.

Ein Aufwärtstrend besteht beispielsweise aus höheren Hochs und höheren Tiefs.

Wenn wichtige Aufwärtsbewegungen von erhöhtem Volumen begleitet werden, kann dies die Bedeutung der Bewegung erhöhen.

Wenn der Preis dagegen weiter steigt, während das Volumen kontinuierlich zurückgeht, kann sich die Dynamik verändern.

Das bedeutet nicht automatisch, dass der Trend sofort endet.

Es kann aber ein Signal sein, genauer hinzuschauen.

Volume Spike

Ein Volume Spike bezeichnet einen außergewöhnlich starken Anstieg des Volumens.

Solche Volumenspitzen können an wichtigen Marktstellen auftreten.

Beispielsweise nach einer überraschenden Nachricht, während eines Breakouts oder an einem wichtigen Support- oder Resistance-Level.

Ein Volume Spike zeigt zunächst:

Hier findet ungewöhnlich viel Aktivität statt.

Die entscheidende Frage lautet anschließend:

Was macht der Preis mit dieser Aktivität?

Genau diese Verbindung zwischen Preis und Volumen ist für die Analyse entscheidend.

Volume Profile erklärt

Das Volume Profile funktioniert etwas anders als das klassische Volumen unter einem Chart.

Beim normalen Volumen wird angezeigt, wie viel innerhalb einer bestimmten Zeitperiode gehandelt wurde.

Das Volume Profile betrachtet dagegen, auf welchen Preisniveaus besonders viel gehandelt wurde.

Dadurch entsteht eine horizontale Darstellung des Volumens entlang verschiedener Preisbereiche.

Das kann Tradern helfen, Zonen zu erkennen, an denen besonders viel Marktaktivität stattgefunden hat.

Point of Control

Eine wichtige Größe im Volume Profile ist der Point of Control, kurz POC.

Dabei handelt es sich um das Preisniveau innerhalb des betrachteten Bereichs, an dem das höchste Volumen gehandelt wurde.

Der POC kann als eine Art Referenzbereich betrachtet werden.

Je nach Marktphase und Analyse kann ein Trader beobachten, wie sich der Preis zu diesem Bereich verhält.

Allerdings sollte auch der POC nicht als automatisch gültiges Support- oder Resistance-Level verstanden werden.

Value Area

Ein weiterer Begriff aus dem Volume Profile ist die Value Area.

Sie beschreibt einen Preisbereich, in dem ein großer Teil des betrachteten Volumens gehandelt wurde.

Innerhalb der Value Area befinden sich häufig wichtige Referenzpunkte für die weitere Marktanalyse.

Trader können beispielsweise beobachten, ob der Preis innerhalb dieser Zone bleibt oder sie mit hoher Dynamik verlässt.

Damit kann Volume Profile eine interessante Ergänzung zur klassischen Chartanalyse darstellen.

Volumen Trading mit Footprint Charts

Wer tiefer in das Volumen Trading einsteigen möchte, kann sich mit Footprint Charts beschäftigen.

Ein Footprint Chart zeigt nicht nur das Volumen einer Kerze, sondern versucht zusätzlich darzustellen, wie sich das gehandelte Volumen innerhalb verschiedener Preisbereiche verteilt.

Dadurch können Trader beispielsweise erkennen, wo besonders viel aggressives Kaufen oder Verkaufen stattgefunden hat.

Das ermöglicht eine deutlich detailliertere Betrachtung des Orderflows.

Allerdings steigt damit auch die Komplexität.

Für Anfänger ist es deshalb meist sinnvoller, zunächst die Grundlagen von Preis, Volumen und Marktstruktur zu verstehen.

Orderflow und Volumen Trading

Volumen Trading steht häufig in engem Zusammenhang mit Orderflow Trading.

Beim Orderflow geht es darum, die tatsächlichen Handelsaktivitäten möglichst detailliert zu analysieren.

Dabei können unter anderem Market Buys, Market Sells und die Verteilung des Volumens betrachtet werden.

Besonders im Futures Trading werden entsprechende Daten häufig genutzt, um kurzfristige Bewegungen genauer zu untersuchen.

Für Trader, die hauptsächlich auf höheren Zeitebenen handeln, kann eine einfache Volumenanalyse dagegen bereits ausreichend sein.

Volumen Trading Software

Wer Volumen Trading lernen möchte, benötigt eine Trading-Plattform, die entsprechende Daten und Werkzeuge unterstützt.

Eine der bekanntesten Plattformen für Chartanalyse ist TradingView.

Dort stehen verschiedene Volumenindikatoren und Analysewerkzeuge zur Verfügung.

Für fortgeschrittenes Orderflow Trading werden dagegen häufig spezialisierte Plattformen eingesetzt. Diese können beispielsweise Footprint Charts, Volume Profile oder detaillierte Marktdaten darstellen.

Welche Software sinnvoll ist, hängt deshalb stark davon ab, wie tief du in die Volumenanalyse einsteigen möchtest.

Für den Einstieg brauchst du nicht zwingend eine komplexe Profi-Plattform.

TradingView und Volumen

TradingView bietet verschiedene Möglichkeiten, Volumen in die Chartanalyse einzubeziehen.

Ein klassischer Volumenindikator kann direkt unter dem Kurschart eingeblendet werden.

Damit lässt sich beispielsweise schnell erkennen, ob eine bestimmte Bewegung von einem überdurchschnittlichen Handelsvolumen begleitet wird.

Auch weitere Werkzeuge für die Analyse von Volumen und Marktstruktur stehen zur Verfügung.

Für viele Trader reicht das zunächst aus, um ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie Preis und Volumen zusammenwirken.

Volumen Trading bei Forex

Beim Forex Trading muss eine wichtige Besonderheit berücksichtigt werden.

Der globale Forex-Markt besitzt keinen einzigen zentralen Handelsplatz.

Deshalb steht bei vielen Retail-Forex-Plattformen nicht das vollständige globale Handelsvolumen zur Verfügung.

Stattdessen wird häufig das sogenannte Tick Volume verwendet.

Dabei wird gezählt, wie häufig sich der Preis innerhalb eines bestimmten Zeitraums verändert.

Tick Volume ist deshalb nicht exakt dasselbe wie das tatsächlich gehandelte Volumen des gesamten Forex-Marktes.

Trotzdem kann es für bestimmte Analysen interessante Informationen liefern.

Volumen Trading bei Futures

Bei Futures ist die Situation anders.

Futures werden an zentralisierten Börsen gehandelt, wodurch tatsächliche Handelsvolumendaten verfügbar sind.

Das macht Futures für viele Orderflow- und Volumen-Trader besonders interessant.

Wer beispielsweise Nasdaq-Futures oder Gold-Futures handelt, kann auf Börsendaten zurückgreifen und das tatsächliche gehandelte Volumen analysieren.

Gerade deshalb spielen Volume Profile und Footprint Charts im Futures Trading eine wichtige Rolle.

Volumen Trading Strategien

Es gibt nicht die eine Volumen Trading Strategie.

Volumen kann vielmehr in unterschiedliche Trading-Ansätze integriert werden.

Eine Möglichkeit ist die Kombination aus Breakout und Volumen.

Dabei wartet der Trader zunächst auf einen klar definierten Ausbruch aus einer Range. Das Volumen dient anschließend als zusätzliche Information, um die Bewegung einzuordnen.

Eine andere Möglichkeit ist die Kombination aus Volume Profile und Marktstruktur.

Hier werden Bereiche mit hoher und niedriger Handelsaktivität analysiert und mit Support, Resistance und Price Action verbunden.

Auch beim Orderflow Trading kann das Volumen eine zentrale Rolle spielen.

Volume Breakout Strategie

Eine einfache Möglichkeit, Volumen zu nutzen, besteht darin, Breakouts zu filtern.

Der Trader definiert zunächst eine klare Range.

Solange sich der Markt innerhalb dieser Range bewegt, wird nicht gehandelt.

Kommt es zum Ausbruch, wird zusätzlich geprüft, ob das Volumen deutlich zunimmt.

Wenn Preis und Volumen gemeinsam die Bewegung unterstützen, kann das Setup interessanter werden.

Wichtig bleibt jedoch der Stop-Loss und ein vorher definiertes Risiko.

Ein Volumenfilter macht einen Breakout nicht automatisch profitabel.

Volumen und Divergenzen

Eine weitere interessante Anwendung sind Volumen-Divergenzen.

Dabei entwickelt sich der Preis beispielsweise weiter in eine Richtung, während das Volumen nicht mehr entsprechend zunimmt.

Eine solche Divergenz kann darauf hindeuten, dass die Dynamik der Bewegung nachlässt.

Sie ist jedoch kein automatisches Umkehrsignal.

Ein Markt kann trotz sinkendem Volumen weiter steigen oder fallen.

Deshalb sollte eine Divergenz immer im Kontext der gesamten Marktstruktur betrachtet werden.

Volumen Trading und Price Action

Besonders sinnvoll kann die Kombination aus Volumen und Price Action sein.

Price Action zeigt dir die Bewegung des Preises.

Volumen liefert zusätzliche Informationen zur Marktaktivität.

Wenn beispielsweise ein wichtiger Support getestet wird und gleichzeitig außergewöhnlich hohes Volumen entsteht, kann dieser Bereich besonders interessant werden.

Die eigentliche Entscheidung sollte jedoch weiterhin auf einem klar definierten Trading-Setup basieren.

Volumen ist kein magischer Indikator

Ein häufiger Fehler beim Einstieg in das Volumen Trading besteht darin, Volumen als eine Art Geheimwaffe zu betrachten.

Das ist es nicht.

Volumen kann zusätzliche Informationen liefern.

Es kann helfen, Bewegungen einzuordnen und interessante Marktbereiche zu identifizieren.

Es kann aber nicht vorhersagen, was der Markt als Nächstes tun wird.

Genau wie jeder andere Indikator arbeitet Volumen mit Wahrscheinlichkeiten.

Volumen Trading lernen: Der richtige Einstieg

Wer Volumen Trading lernen möchte, sollte nicht direkt mit komplexen Footprint Charts beginnen.

Zunächst solltest du verstehen, was Volumen überhaupt aussagt und wie es sich in unterschiedlichen Marktphasen verhält.

Danach kannst du untersuchen, wie Volumen bei Breakouts, Trends und Umkehrbewegungen aussieht.

Erst anschließend lohnt sich der Einstieg in Themen wie Volume Profile, Orderflow und Footprint Charts.

So entsteht Schritt für Schritt ein solides Verständnis.

Ein einfacher Lernprozess

Beginne mit einem normalen Chart und blende das Volumen ein.

Beobachte anschließend mehrere Märkte über einen längeren Zeitraum.

Achte darauf, wann Volumenspitzen entstehen.

Was macht der Preis danach?

Wie verhält sich das Volumen während eines Trends?

Was passiert bei einem Breakout?

Wie sieht das Volumen an wichtigen Support- und Resistance-Zonen aus?

Allein diese Beobachtungen können bereits sehr viel darüber vermitteln, wie Volumen und Preis zusammenhängen.

Volumen Trading Backtest

Wenn du eine Volumenstrategie gefunden hast, solltest du sie testen.

Nehmen wir an, du möchtest Breakouts mit einem Volumenfilter handeln.

Dann definierst du zunächst exakt, was ein Breakout ist und ab welchem Volumenwert dein Filter als erfüllt gilt.

Anschließend testest du die Regeln über eine ausreichend große Anzahl von Trades.

Dabei solltest du nicht nur den Gewinn betrachten.

Interessant sind auch Drawdown, Trefferquote, durchschnittlicher Gewinn und Verlust sowie die längsten Verlustserien.

Erst dadurch kannst du beurteilen, ob dein Volumenansatz tatsächlich einen statistischen Vorteil bietet.

Fazit: Volumen Trading lernen

Volumen Trading erweitert die klassische Chartanalyse um eine zusätzliche Perspektive.

Während der Preis zeigt, wie sich der Markt bewegt, liefert das Volumen Informationen über die Handelsaktivität hinter dieser Bewegung.

Besonders interessant ist die Kombination mit Price Action, Breakouts, Marktstruktur, Volume Profile und Orderflow.

Für Anfänger reicht zunächst ein einfacher Volumenindikator. Wer tiefer einsteigen möchte, kann sich später mit Volume Profile, Footprint Charts und professionellen Marktdaten beschäftigen.

Wichtig bleibt dabei ein Grundsatz:

Volumen ist kein Signal zum blinden Kaufen oder Verkaufen.

Es ist ein Werkzeug, das dir helfen kann, den Markt besser zu lesen.

Wer Volumen Trading wirklich lernen möchte, sollte deshalb nicht möglichst viele Indikatoren auf den Chart packen. Entscheidend ist, zu verstehen, was Preis und Volumen gemeinsam aussagen und wie daraus ein klarer Trading-Prozess entsteht.