Was sind Fair Value Gaps (FVG)?

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Wer sich intensiver mit Price Action, Smart Money Concepts oder institutionellem Trading beschäftigt, stößt häufig auf den Begriff:

Fair Value Gap (FVG).

Viele Trader nutzen Fair Value Gaps, um Bereiche im Chart zu erkennen, in denen eine starke Bewegung stattgefunden hat und der Markt möglicherweise später noch einmal zurückkehrt.

Die Grundidee dahinter:

Ein Markt bewegt sich nicht immer gleichmäßig.

Manchmal entsteht durch starke Kauf- oder Verkaufsaktivität eine schnelle Preisbewegung, bei der bestimmte Preisbereiche kaum gehandelt werden.

Diese unausgeglichenen Bereiche werden als Fair Value Gap bezeichnet.

Doch was genau steckt dahinter?

Und wie nutzen Trader FVGs in ihrer Analyse?

Was bedeutet Fair Value Gap?

Ein Fair Value Gap beschreibt einen Bereich im Chart, in dem ein Ungleichgewicht zwischen Käufern und Verkäufern entstanden ist.

Der Markt bewegt sich dabei so schnell in eine Richtung, dass zwischen den Kerzen ein sogenanntes Preisungleichgewicht entsteht.

Die Idee:

Der Preis hat diesen Bereich nicht sauber ausgehandelt.

Einige Marktteilnehmer waren bereit, deutlich höhere oder niedrigere Preise zu akzeptieren, wodurch eine Lücke in der Preisstruktur entstanden ist.

Viele Trader gehen davon aus, dass der Markt solche Bereiche später erneut anlaufen kann, um dieses Ungleichgewicht auszugleichen.

Wichtig:

Ein Fair Value Gap ist keine klassische Kurslücke wie beispielsweise ein Gap beim Aktienmarkt nach Börsenschluss.

Beim Forex Trading entstehen FVGs innerhalb einer normalen Kursbewegung.

Wie entsteht ein Fair Value Gap?

Ein Fair Value Gap entsteht meistens durch eine starke impulsive Bewegung.

Typischerweise wird ein FVG anhand von drei Kerzen betrachtet.

Bei einem bullischen Fair Value Gap passiert Folgendes:

Die erste Kerze bewegt sich in eine bestimmte Richtung.

Die zweite Kerze zeigt eine starke impulsive Bewegung nach oben.

Die dritte Kerze setzt die Bewegung fort.

Dabei entsteht ein Bereich zwischen der ersten und dritten Kerze, der nicht vollständig gehandelt wurde.

Dieser Bereich wird als bullischer Fair Value Gap betrachtet.

Bei einem bearishen Fair Value Gap passiert das Gegenteil:

Der Markt bewegt sich stark nach unten und hinterlässt ein Ungleichgewicht auf der Verkaufsseite.

Warum sind Fair Value Gaps für Trader interessant?

Die Idee hinter FVGs basiert auf Marktineffizienzen.

Wenn der Preis sehr schnell steigt oder fällt, entsteht häufig ein Bereich, in dem nicht viele Transaktionen stattgefunden haben.

Einige Trader erwarten deshalb, dass der Markt später zu diesem Bereich zurückkehrt.

Diese Rückkehr wird häufig als „Füllen“ des Fair Value Gaps bezeichnet.

Dabei geht es nicht darum, dass jedes FVG zwingend geschlossen werden muss.

Märkte sind nicht verpflichtet, jedes Ungleichgewicht auszugleichen.

Ein Fair Value Gap ist lediglich ein Bereich, den Trader beobachten.

Fair Value Gap und Smart Money Concepts (SMC)

Fair Value Gaps sind besonders bekannt aus dem Bereich Smart Money Concepts.

Dieser Ansatz versucht, die Bewegungen größerer Marktteilnehmer besser zu verstehen.

Die Theorie:

Institutionelle Trader und große Marktteilnehmer bewegen große Kapitalmengen.

Dadurch entstehen bestimmte Marktstrukturen, Liquiditätsbereiche und Ungleichgewichte.

Ein Fair Value Gap kann dabei zeigen, wo eine starke Marktbewegung stattgefunden hat.

Trader kombinieren FVGs häufig mit anderen Konzepten wie:

  • Break of Structure (BOS)
  • Change of Character (CHoCH)
  • Order Blocks
  • Liquiditätszonen

Der Gedanke dahinter:

Nicht nur eine einzelne Bewegung betrachten, sondern verstehen, warum der Markt dort reagiert.

Bullischer Fair Value Gap erklärt

Ein bullischer FVG entsteht nach einer starken Aufwärtsbewegung.

Beispiel:

Der Nasdaq befindet sich in einem Aufwärtstrend.

Eine starke grüne Kerze zeigt aggressives Kaufinteresse.

Der Preis steigt schnell.

Zwischen bestimmten Bereichen der Kerzen entsteht ein Ungleichgewicht.

Später korrigiert der Markt.

Der Preis kehrt in diesen Bereich zurück.

Ein Trader beobachtet nun, ob Käufer dort wieder aktiv werden.

Der Fair Value Gap dient dabei als möglicher Interessensbereich.

Er ist jedoch kein automatisches Kaufsignal.

Bärischer Fair Value Gap erklärt

Ein bärischer FVG entsteht nach einer starken Abwärtsbewegung.

Beispiel:

Gold fällt impulsiv.

Verkäufer dominieren den Markt.

Dabei entsteht ein Bereich, in dem wenig Handel stattgefunden hat.

Wenn der Markt später zurück in diesen Bereich läuft, beobachten Trader die Reaktion.

Bleiben Verkäufer aktiv?

Oder verändert sich die Marktstruktur?

Auch hier gilt:

Der Bereich allein reicht nicht aus.

Der Kontext entscheidet.

Wie handeln Trader Fair Value Gaps?

Viele Trader nutzen FVGs nicht als alleinige Strategie.

Sie verwenden sie als zusätzlichen Baustein innerhalb einer Analyse.

Ein typischer Ansatz:

Zuerst wird die übergeordnete Marktstruktur analysiert.

Danach wird nach einem relevanten Fair Value Gap gesucht.

Anschließend wartet der Trader auf eine Rückkehr in diesen Bereich.

Erst wenn weitere Faktoren passen, wird ein Einstieg geplant.

Diese Vorgehensweise verhindert, dass jeder kleine Preisbereich automatisch gehandelt wird.

Fair Value Gap und Entry-Zonen

Ein häufiger Grund, warum Trader FVGs interessant finden:

Sie ermöglichen präzisere Einstiege.

Statt einer Bewegung hinterherzulaufen, wartet der Trader auf einen möglichen Rücksetzer.

Beispiel:

Der Markt steigt stark.

Viele Trader kaufen erst nach der Bewegung.

Ein Trader, der mit FVGs arbeitet, wartet möglicherweise auf eine Korrektur in den entstandenen Ungleichgewichtsbereich.

Dadurch kann ein besseres Chance-Risiko-Verhältnis entstehen.

Allerdings besteht immer die Möglichkeit, dass der Markt den Bereich nie wieder erreicht.

Fair Value Gap im Forex Trading

Im Forex Markt werden FVGs häufig verwendet, da Währungen sehr liquide sind und regelmäßig starke Bewegungen entstehen.

Besonders bei großen Währungspaaren wie:

EUR/USD

GBP/USD

USD/JPY

entstehen häufig impulsive Bewegungen rund um wichtige Marktphasen oder Nachrichten.

Trader nutzen Fair Value Gaps beispielsweise, um nach Pullback-Einstiegen innerhalb eines Trends zu suchen.

Dabei sollte jedoch immer die gesamte Marktstruktur berücksichtigt werden.

Fair Value Gap beim Daytrading

Gerade im kurzfristigen Trading sind FVGs beliebt.

Daytrader suchen häufig nach schnellen Bewegungen und kurzfristigen Ungleichgewichten.

Ein Beispiel:

Der Markt eröffnet stark.

Eine impulsive Bewegung entsteht.

Ein Fair Value Gap bildet sich.

Der Trader wartet auf einen Rücklauf und analysiert die Reaktion.

Besonders auf Märkten wie:

  • Nasdaq
  • DAX
  • Gold

werden solche Konzepte häufig genutzt.

Häufige Fehler beim Trading mit Fair Value Gaps

Jedes FVG handeln

Der größte Fehler:

Trader sehen überall Fair Value Gaps und eröffnen sofort Positionen.

Doch nicht jeder Bereich besitzt dieselbe Bedeutung.

Ein FVG mitten in einer unklaren Seitwärtsphase hat eine andere Qualität als ein FVG nach einer starken Marktstrukturveränderung.

FVG ohne Kontext nutzen

Ein Fair Value Gap alleine sagt wenig aus.

Die entscheidende Frage ist:

Warum ist dieser Bereich entstanden?

Gab es eine starke Bewegung?

Wurde eine wichtige Struktur gebrochen?

Passt der Bereich zur übergeordneten Richtung?

Ohne Kontext wird aus einem Analysewerkzeug schnell ein Zufallssignal.

Kein Risikomanagement verwenden

Auch ein perfekter Fair Value Gap kann scheitern.

Der Markt kann durch den Bereich hindurchlaufen.

Deshalb bleiben Stop-Loss, Positionsgröße und Risiko entscheidend.

Sind Fair Value Gaps wirklich profitabel?

Diese Frage stellen sich viele Trader.

Die Antwort:

Ein Fair Value Gap alleine macht keinen profitablen Trader.

Wie jedes technische Konzept funktioniert auch ein FVG nicht in jeder Situation.

Der Vorteil entsteht durch die Kombination mehrerer Faktoren:

Marktstruktur.

Risikomanagement.

Disziplin.

Erfahrung.

Ein Trader muss verstehen, wann ein FVG sinnvoll ist und wann nicht.

Fazit: Fair Value Gaps richtig verstehen

Fair Value Gaps (FVG) sind Bereiche im Chart, die durch starke Marktbewegungen entstehen und ein mögliches Ungleichgewicht zwischen Käufern und Verkäufern darstellen.

Viele Trader nutzen diese Zonen, um mögliche Rücksetzer und Einstiegsbereiche zu identifizieren.

Besonders im Bereich Smart Money Concepts spielen FVGs eine wichtige Rolle.

Der entscheidende Punkt:

Ein Fair Value Gap ist kein garantierter Trade.

Es ist ein Werkzeug zur Marktanalyse.

Wer FVGs mit Marktstruktur, Price Action und sauberem Risikomanagement kombiniert, kann daraus einen wertvollen Bestandteil seiner Trading Strategie entwickeln.