Wer mit Trading beginnt, steht irgendwann vor einer grundlegenden Frage: Welche Märkte werden eigentlich am meisten gehandelt?
Die Auswahl ist riesig. Forex, Aktien, Indizes, Gold, Öl, Kryptowährungen und Futures bieten jeweils unterschiedliche Möglichkeiten. Doch nur weil ein Markt bekannt ist oder starke Kursbewegungen bietet, bedeutet das nicht automatisch, dass er für jeden Trader geeignet ist.
Handelsvolumen und Liquidität spielen eine wichtige Rolle. Ein Markt mit vielen Teilnehmern kann häufig engere Spreads und eine bessere Ausführung bieten. Gleichzeitig können hohe Liquidität und starke Bewegungen auch Risiken mit sich bringen.
Besonders häufig gehandelt werden weltweit Währungen, Aktien und große Aktienindizes. Auch Rohstoffe wie Gold und Energieträger sowie Kryptowährungen gehören zu den bekannten Märkten für Trader.
Welche Märkte besonders interessant sind, hängt deshalb nicht nur davon ab, was am meisten getradet wird. Entscheidend ist auch, ob der Markt zur eigenen Strategie, zum verfügbaren Kapital und zum persönlichen Trading-Stil passt.

Forex gehört zu den meistgehandelten Märkten der Welt
Inhaltsverzeichnis:
ToggleDer Forex-Markt nimmt beim weltweiten Handelsvolumen eine besondere Stellung ein. Hier werden Währungen wie US-Dollar, Euro, japanischer Yen oder britisches Pfund gehandelt.
Der große Unterschied zu vielen anderen Märkten besteht darin, dass beim Forex Trading immer zwei Währungen miteinander gehandelt werden. EUR/USD bedeutet beispielsweise, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar gehandelt wird.
Zu den besonders bekannten Währungspaaren gehören EUR/USD, USD/JPY und GBP/USD. Diese Märkte sind für viele Trader interessant, weil sie eine hohe Liquidität aufweisen und über verschiedene Zeitzonen hinweg gehandelt werden.
Gerade für Daytrader ist die hohe Liquidität relevant. Während der Überschneidung wichtiger Handelszeiten kann besonders viel Aktivität entstehen. Dadurch ergeben sich regelmäßig Bewegungen, die kurzfristige Strategien nutzen können.
Was wird im Forex am meisten gehandelt?
Innerhalb des Forex-Marktes konzentriert sich ein großer Teil des Handels auf Währungspaare, an denen der US-Dollar beteiligt ist.
Der US-Dollar spielt im internationalen Finanzsystem eine zentrale Rolle und ist an einem sehr großen Teil des weltweiten Devisenhandels beteiligt.
Besonders bekannt ist deshalb EUR/USD. Das Währungspaar verbindet die beiden größten Währungsräume Europas und der USA und gehört zu den meistgehandelten Währungspaaren.
Für Trader bedeutet ein hohes Handelsvolumen vor allem eines: Es gibt sehr viele Marktteilnehmer. Das kann zu einer hohen Liquidität beitragen, wobei die tatsächlichen Handelsbedingungen immer vom Broker, der Handelszeit und der Marktsituation abhängen.
Aktien werden weltweit in großen Mengen gehandelt
Neben Forex gehören Aktien zu den bekanntesten Finanzinstrumenten.
Investoren und Trader kaufen und verkaufen Unternehmensanteile an Börsen auf der ganzen Welt. Besonders große und bekannte Unternehmen können enorme Handelsaktivität aufweisen.
Für kurzfristige Trader sind vor allem Aktien mit hoher Liquidität interessant. Dazu gehören häufig große Unternehmen aus den USA und anderen wichtigen Wirtschaftsräumen.
Der Aktienmarkt unterscheidet sich allerdings deutlich vom Forex-Markt. Aktien werden an Börsen innerhalb bestimmter Handelszeiten gehandelt, während der Forex-Markt dezentral organisiert ist und über die Woche hinweg nahezu rund um die Uhr aktiv ist.
Indizes sind bei Daytradern besonders beliebt
Wer nicht einzelne Unternehmen handeln möchte, kann auf einen gesamten Aktienindex setzen.
Indizes bilden die Entwicklung einer Gruppe von Unternehmen ab. Bekannte Beispiele sind der DAX, der S&P 500 und der Nasdaq-100.
Gerade diese Märkte spielen im kurzfristigen Trading eine große Rolle.
Der Nasdaq-100 beispielsweise bündelt große Unternehmen aus dem US-Technologiesektor und kann insbesondere bei wichtigen Wirtschaftsdaten oder Unternehmensnachrichten deutliche Bewegungen zeigen.
Der S&P 500 bildet dagegen die Entwicklung großer US-Unternehmen aus verschiedenen Branchen ab und gilt als einer der wichtigsten Aktienindizes weltweit.
In Deutschland ist der DAX besonders bekannt. Für Trader bietet er den Vorteil, dass seine Handelszeiten gut mit der europäischen Session zusammenpassen.
Gold wird ebenfalls sehr häufig gehandelt
Gold nimmt unter den Rohstoffen eine besondere Stellung ein.
Das Edelmetall wird sowohl von langfristigen Anlegern als auch von kurzfristigen Tradern beobachtet. Gold kann stark auf Zinsentscheidungen, Inflationserwartungen, den US-Dollar und geopolitische Entwicklungen reagieren.
Dadurch entstehen regelmäßig deutliche Kursbewegungen.
Für Daytrader kann Gold deshalb interessant sein. Gleichzeitig sollte man die hohe Volatilität nicht unterschätzen. Ein Markt, der schnelle Gewinne ermöglicht, kann genauso schnell gegen eine Position laufen.
Öl und andere Rohstoffe
Auch Rohstoffe wie Rohöl gehören zu den wichtigen weltweit gehandelten Märkten.
Der Ölpreis wird unter anderem durch Angebot und Nachfrage, geopolitische Entwicklungen, Fördermengen und wirtschaftliche Erwartungen beeinflusst.
Für Trader kann das interessant sein, weil fundamentale Ereignisse teilweise sehr schnelle Bewegungen auslösen.
Allerdings sind Rohstoffmärkte häufig stärker von einzelnen Ereignissen abhängig als viele klassische Währungspaare. Deshalb ist es wichtig, wirtschaftliche Nachrichten und relevante Marktereignisse im Blick zu behalten.
Kryptowährungen haben den Trading-Markt verändert
Bitcoin und andere Kryptowährungen haben in den vergangenen Jahren eine völlig neue Gruppe von Tradern in den Markt gebracht.
Der große Unterschied zu klassischen Börsen:
Viele Kryptowährungen können nahezu rund um die Uhr gehandelt werden.
Dadurch gibt es auch am Wochenende laufende Märkte.
Bitcoin ist dabei mit Abstand die bekannteste Kryptowährung und verfügt über eine große internationale Handelsgemeinschaft.
Allerdings sind Kryptowährungen teilweise deutlich volatiler als etablierte Währungspaare. Starke Kursbewegungen können innerhalb kurzer Zeit sowohl große Chancen als auch erhebliche Verluste verursachen.
Was wird am meisten getradet: Forex oder Aktien?
Diese Frage lässt sich nicht sinnvoll nur mit einer Rangliste beantworten, weil die Märkte unterschiedlich strukturiert sind und Handelsvolumen nicht immer direkt miteinander vergleichbar ist.
Forex wird weltweit in enormem Umfang gehandelt und ist insbesondere bei institutionellen Marktteilnehmern von großer Bedeutung.
Aktien wiederum werden an vielen verschiedenen Börsen gehandelt und verfügen bei großen Unternehmen ebenfalls über eine enorme Liquidität.
Für einen privaten Trader ist deshalb eine andere Frage wichtiger:
Welcher Markt lässt sich mit meiner Strategie sinnvoll handeln?
Ein Markt muss nicht der weltweit meistgehandelte sein, damit er für dich geeignet ist.
Welcher Markt eignet sich am besten zum Trading?
Den besten Markt für alle Trader gibt es nicht.
Ein Trader, der gerne kurzfristige Bewegungen handelt, kann mit einem liquiden Index gut zurechtkommen. Ein anderer Trader bevorzugt Forex, weil er Währungspaare und deren Bewegungsmuster analysieren möchte.
Auch die verfügbare Zeit spielt eine Rolle.
Wer neben einem normalen Beruf tradet, kann nicht zwangsläufig jede Handelszeit nutzen. Ein Markt mit passenden Handelszeiten kann deshalb praktischer sein als ein Markt, der theoretisch mehr Chancen bietet.
Auch die Strategie sollte berücksichtigt werden.
Eine Breakout-Strategie benötigt andere Marktbedingungen als ein Swing-Trading-Ansatz. Eine Strategie, die auf kleinen Bewegungen basiert, stellt andere Anforderungen an Spread und Ausführung als eine Strategie, bei der Trades mehrere Tage gehalten werden.
Liquidität ist wichtiger als reine Popularität
Wenn Trader fragen, was am meisten getradet wird, geht es häufig eigentlich um eine andere Frage:
Wo gibt es gute Handelsbedingungen?
Dabei spielt Liquidität eine zentrale Rolle.
Ein liquider Markt hat viele Käufer und Verkäufer. Dadurch können Orders häufig effizienter ausgeführt werden. Gleichzeitig können Spreads bei liquiden Märkten unter normalen Bedingungen geringer sein.
Das bedeutet jedoch nicht, dass ein liquider Markt automatisch einfacher zu handeln ist.
Auch ein sehr liquider Markt kann sich extrem schnell bewegen.
Liquidität reduziert bestimmte Ausführungsprobleme, beseitigt aber nicht das Marktrisiko.
Mehr Volumen bedeutet nicht automatisch mehr Gewinn
Ein häufiger Denkfehler lautet:
„Wenn dort am meisten gehandelt wird, muss dort auch am meisten Geld zu verdienen sein.“
Das stimmt nicht.
Ein Markt mit sehr hohem Handelsvolumen bietet nicht automatisch einen Vorteil für jeden Trader.
Entscheidend ist, ob du einen nachweisbaren Handelsvorteil besitzt und diesen konsequent umsetzen kannst.
Ein Trader kann mit einer einfachen Strategie auf einem stark gehandelten Markt trotzdem dauerhaft Verluste machen.
Gleichzeitig kann ein anderer Trader mit einem weniger populären Markt erfolgreich arbeiten.
Trading ist kein Popularitätswettbewerb.
Welche Märkte sind für Daytrading interessant?
Für Daytrader sind insbesondere Märkte interessant, die eine Kombination aus Liquidität, ausreichender Bewegung und guten Handelsbedingungen bieten.
Dazu zählen unter anderem große Forex-Paare, wichtige Aktienindizes und liquide Rohstoffe.
Im deutschen Trading-Umfeld werden besonders häufig DAX, Nasdaq, S&P 500, Gold und große Forex-Paare beobachtet.
Dabei sollte nicht jeder Markt gleichzeitig gehandelt werden.
Ein häufiger Fehler besteht darin, ständig zwischen verschiedenen Märkten zu wechseln. Heute Nasdaq, morgen Gold, danach EUR/USD und anschließend Bitcoin.
Dadurch fehlt häufig die notwendige Spezialisierung.
Wer einen Markt wirklich verstehen möchte, sollte ihn über längere Zeit beobachten und seine typischen Bewegungen kennenlernen.
Fazit: Was wird am meisten getradet?
Die Frage „Was wird am meisten getradet?“ führt vor allem zu den großen und liquiden Finanzmärkten.
Der Forex-Markt gehört weltweit zu den wichtigsten Handelsmärkten. Auch große Aktien, Aktienindizes wie DAX, S&P 500 und Nasdaq sowie Rohstoffe wie Gold und Öl werden intensiv gehandelt. Kryptowährungen wie Bitcoin haben zusätzlich einen bedeutenden Platz im Trading-Markt eingenommen.
Für Trader ist die reine Handelsaktivität jedoch nicht das wichtigste Auswahlkriterium.
Viel entscheidender ist, ob Markt, Handelszeit, Volatilität und Trading Strategie zusammenpassen.
Der beste Markt ist deshalb nicht zwangsläufig der Markt mit dem größten Volumen.
Es ist der Markt, dessen Verhalten du verstehst und dessen Bewegungen du mit einem klaren Trading Plan konsequent handeln kannst.