COT Report

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Der COT Report (Commitment of Traders) ist ein wöchentlicher Bericht der US-amerikanischen Commodity Futures Trading Commission (CFTC). Er zeigt, wie bestimmte Gruppen von Marktteilnehmern am US-Terminmarkt positioniert sind.

Für Trader ist der COT Report interessant, weil er einen Blick darauf ermöglicht, wie große Marktteilnehmer in Futures positioniert sind.

Dabei geht es nicht darum, eine einzelne Position eines Traders zu sehen. Der Report fasst Positionen verschiedener Marktteilnehmer zusammen und zeigt unter anderem:

  • Long-Positionen
  • Short-Positionen
  • Veränderungen gegenüber der Vorwoche
  • Anzahl der Marktteilnehmer
  • teilweise weitere Positionsdaten

Besonders häufig wird der COT Report bei Währungen, Gold, Silber, Öl, Indizes und anderen Futures-Märkten betrachtet.

Der entscheidende Punkt:

Der COT Report zeigt Positionierung – nicht automatisch die nächste Kursbewegung.

Genau deshalb sollte man ihn eher als zusätzliche Informationsquelle und weniger als eigenständiges Trading-Signal verstehen.

Wer veröffentlicht den COT Report?

Inhaltsverzeichnis:

Der COT Report wird von der CFTC veröffentlicht.

Die Abkürzung steht für:

Commodity Futures Trading Commission

Die Behörde überwacht unter anderem die US-amerikanischen Terminmärkte.

Der klassische COT Report basiert auf den Positionen, die von bestimmten Marktteilnehmern an den Terminbörsen gehalten werden.

Die Daten beziehen sich auf den Dienstag einer Woche und werden normalerweise am Freitag veröffentlicht.

Das bedeutet:

Wenn du am Freitag einen neuen COT Report liest, beziehen sich die Positionsdaten nicht auf Freitag, sondern auf den Dienstag.

Das ist für die Interpretation wichtig.

Warum ist der COT Report für Trader interessant?

Der Kurschart zeigt dir, was der Markt gemacht hat.

Der COT Report kann zusätzlich zeigen, wie bestimmte Teilnehmer am Terminmarkt positioniert sind.

Beispielsweise kann der Goldpreis steigen, während große spekulative Marktteilnehmer ihre Netto-Long-Positionen gleichzeitig deutlich erhöhen.

Oder der Kurs steigt, während diese Positionierung bereits extrem bullish ist.

Das sind zwei unterschiedliche Informationen.

Der COT Report kann deshalb helfen, eine Frage zu beantworten:

Wie stark ist eine bestimmte Marktmeinung bei relevanten Futures-Marktteilnehmern bereits ausgeprägt?

Das ist besonders interessant, wenn Positionierungen historische Extreme erreichen.

Was zeigt der COT Report genau?

Der COT Report enthält deutlich mehr Informationen als nur eine einfache Long- oder Short-Zahl.

Unter anderem können betrachtet werden:

  • Anzahl der Long-Kontrakte
  • Anzahl der Short-Kontrakte
  • Netto-Position
  • Veränderung zur Vorwoche
  • Anzahl der Trader
  • Open Interest
  • Verteilung nach Teilnehmergruppen

Welche Angaben verfügbar sind, hängt vom jeweiligen COT-Report-Typ ab.

Für viele Trader steht allerdings eine Kennzahl im Mittelpunkt:

Net Position = Long-Positionen − Short-Positionen

Beispiel:

Eine Gruppe hält:

120.000 Long-Kontrakte

und:

80.000 Short-Kontrakte

Die Netto-Position beträgt:

+40.000 Kontrakte

Die Gruppe ist damit netto long.

Long, Short und Netto-Position

Die Begriffe sind beim COT Report schnell erklärt.

Long

Ein Marktteilnehmer profitiert grundsätzlich von steigenden Kursen.

Short

Ein Marktteilnehmer profitiert grundsätzlich von fallenden Kursen.

Netto-Long

Es gibt mehr Long- als Short-Positionen.

Netto-Short

Es gibt mehr Short- als Long-Positionen.

Beispiel:

Position Kontrakte
Long 150.000
Short 100.000
Netto +50.000

Die Netto-Position beträgt damit +50.000 Kontrakte.

Welche Trader-Gruppen gibt es im COT Report?

Hier wird es für die praktische Anwendung besonders interessant.

Im klassischen COT Report werden Marktteilnehmer nach verschiedenen Kategorien aufgeteilt.

Eine häufig verwendete Unterteilung umfasst:

  • Commercials
  • Non-Commercials
  • Nonreportables

Bei neueren COT-Darstellungen und insbesondere beim Disaggregated COT Report gibt es eine detailliertere Aufteilung.

Dazu gehören unter anderem:

  • Producer/Merchant/Processor/User
  • Swap Dealers
  • Managed Money
  • Other Reportables
  • Nonreportables

Diese Gruppen haben unterschiedliche Aufgaben und Interessen.

Deshalb ist es problematisch, einfach zu sagen:

„Die großen Trader sind long, also muss der Markt steigen.“

So einfach funktioniert der COT Report nicht.

Commercials im COT Report

Commercials sind Marktteilnehmer, die häufig einen direkten Bezug zum zugrunde liegenden Geschäft haben.

Beispielsweise können Unternehmen Futures zur Absicherung (Hedging) verwenden.

Ein Produzent möchte sich beispielsweise gegen fallende Preise absichern.

Ein Unternehmen, das einen Rohstoff benötigt, kann sich dagegen gegen steigende Preise absichern.

Das bedeutet:

Eine Commercial-Position ist nicht zwingend eine reine Spekulation auf die zukünftige Kursrichtung.

Genau deshalb sollte man Commercials nicht einfach wie klassische Trendfolger interpretieren.

Non-Commercials

Non-Commercials werden häufig als spekulative Marktteilnehmer betrachtet.

In vielen COT-Analysen stehen diese Positionen deshalb besonders im Mittelpunkt.

Hierzu können unter anderem große Fonds und andere spekulative Marktteilnehmer gehören.

Die häufig verwendete Logik lautet:

Steigende Netto-Long-Positionen → zunehmender Optimismus

Steigende Netto-Short-Positionen → zunehmender Pessimismus

Das kann interessant sein.

Aber auch hier gilt:

Positionierung ist nicht gleich Kursprognose.

Managed Money

Im Disaggregated COT Report ist Managed Money eine besonders häufig betrachtete Gruppe.

Dazu zählen unter anderem bestimmte institutionelle und professionell verwaltete spekulative Positionen.

Trader schauen beispielsweise darauf, ob Managed Money:

  • Netto-Long-Positionen aufbaut
  • Long-Positionen reduziert
  • Short-Positionen aufbaut
  • Short-Positionen eindeckt

Gerade die Veränderung über mehrere Wochen kann interessante Informationen liefern.

Nonreportables

Nonreportables sind Positionen, die unterhalb bestimmter Meldeschwellen liegen und deshalb nicht individuell den meldepflichtigen Kategorien zugeordnet werden.

Diese Positionen werden häufig als kleinere Marktteilnehmer betrachtet.

Für eine COT-Analyse sind sie normalerweise weniger prominent als die großen meldepflichtigen Gruppen.

Was bedeutet Open Interest?

Der Open Interest ist die Anzahl der noch offenen Futures-Kontrakte.

Dabei handelt es sich nicht einfach um das tägliche Handelsvolumen.

Das ist ein wichtiger Unterschied.

Volumen zeigt, wie viele Kontrakte innerhalb eines Zeitraums gehandelt wurden.

Open Interest zeigt, wie viele Kontrakte weiterhin offen sind.

Beide Kennzahlen können gemeinsam betrachtet werden.

Beispielsweise kann ein steigender Kurs zusammen mit steigender Marktaktivität und zunehmendem Open Interest auf eine starke Beteiligung am Markt hindeuten.

Die Interpretation hängt aber vom jeweiligen Futures-Markt und der konkreten Situation ab.

Wie liest man einen COT Report?

Am Anfang wirkt ein COT Report häufig kompliziert.

In der Praxis kannst du die Analyse aber auf einige grundlegende Fragen reduzieren.

Frage 1: Wer ist netto long?

Welche Teilnehmergruppe besitzt aktuell einen Netto-Long-Bestand?

Frage 2: Wer ist netto short?

Welche Gruppe ist überwiegend auf der Short-Seite positioniert?

Frage 3: Wie hat sich die Positionierung verändert?

Das ist oft wichtiger als die absolute Zahl.

Hat Managed Money beispielsweise seine Netto-Long-Position innerhalb einer Woche stark reduziert?

Oder wurden Shorts massiv aufgebaut?

Frage 4: Ist die Positionierung historisch extrem?

Eine Netto-Long-Position von 50.000 Kontrakten sagt alleine relativ wenig.

Interessanter wird sie, wenn beispielsweise über mehrere Jahre betrachtet wird, dass dieser Wert zu den höchsten Positionierungen gehört.

Absolute Position oder Veränderung?

Ein häufiger Fehler besteht darin, nur auf die aktuelle Netto-Position zu schauen.

Beispiel:

Managed Money:

+100.000 Netto-Long

Das klingt zunächst sehr bullish.

Doch vielleicht lag die Positionierung vor vier Wochen bei:

+180.000

Dann wurden trotz einer weiterhin positiven Netto-Position bereits erhebliche Longs abgebaut.

Die aktuelle Zahl und die Veränderung erzählen also unterschiedliche Geschichten.

Deshalb sollte man immer beide betrachten:

Wo stehen wir?

und:

Wie sind wir hier hingekommen?

COT Report als Sentiment-Indikator

Der COT Report kann als eine Form des Marktsentiments betrachtet werden.

Er zeigt nicht die Stimmung aller Marktteilnehmer.

Aber er liefert Informationen über bestimmte Gruppen am Futures-Markt.

Beispielsweise kann eine extrem hohe Netto-Long-Position darauf hindeuten, dass eine Gruppe bereits sehr bullish positioniert ist.

Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass der Markt weiter steigt.

Im Gegenteil:

Extreme Positionierungen können irgendwann sogar ein Warnsignal sein.

Denn wenn bereits sehr viele Marktteilnehmer long sind, stellt sich die Frage:

Wer soll noch zusätzlich kaufen?

COT Extremes

Genau hier liegt für viele Trader der interessanteste Einsatzbereich.

Angenommen, die Netto-Long-Position einer bestimmten Gruppe liegt historisch nahe einem Extrem.

Der Markt steigt gleichzeitig stark.

Jetzt kann ein Trader aufmerksam werden.

Nicht unbedingt für einen sofortigen Short.

Aber möglicherweise für die Frage:

Ist die Bewegung bereits stark überlaufen?

Wenn anschließend die Marktstruktur kippt, kann die extreme Positionierung zusätzliche Bedeutung bekommen.

COT Index

Eine Möglichkeit, extreme Positionierungen besser einzuordnen, ist ein COT Index.

Dabei wird die aktuelle Netto-Position in Relation zu einem historischen Zeitraum gesetzt.

Vereinfacht:

COT Index = (aktuelle Position − niedrigste Position) ÷ (höchste Position − niedrigste Position) × 100

Beispiel:

Historisches Minimum:

−100.000

Historisches Maximum:

+100.000

Aktuelle Position:

+80.000

Dann ergibt sich:

90 %

Die aktuelle Position befindet sich damit sehr nahe am historischen oberen Ende der betrachteten Spanne.

Das kann auf eine extreme Positionierung hindeuten.

Warum COT Extreme interessant sind

Ein extremes Sentiment kann zwei völlig unterschiedliche Dinge bedeuten.

Szenario 1: Starker Trend

Der Markt befindet sich in einem starken Trend.

Die Positionierung wird immer extremer.

Der Trend läuft weiter.

Wer zu früh gegen die Positionierung handelt, kann massive Verluste machen.

Szenario 2: Überfüllte Positionierung

Die Positionierung erreicht ein extremes Niveau.

Der Markt schafft kein neues Hoch mehr.

Die Marktstruktur bricht.

Jetzt kann das extreme Sentiment als zusätzlicher Hinweis auf eine mögliche Umkehr dienen.

Der Unterschied liegt also nicht im COT Report selbst.

Der Preis entscheidet.

COT Report mit technischer Analyse kombinieren

Eine sinnvolle Anwendung besteht deshalb darin, den COT Report nicht isoliert zu verwenden.

Beispielsweise:

COT: extreme Netto-Long-Position

Chart: Widerstand

Candlestick: bärisches Umkehrmuster

Marktstruktur: Bruch des letzten Higher Lows

Jetzt entsteht ein deutlich umfassenderes Bild.

Der COT Report liefert den Kontext.

Die technische Analyse liefert den Trigger.

COT Report für Forex Trader

Der COT Report wird besonders häufig im Forex Trading verwendet.

Dabei muss man allerdings verstehen, dass der COT Report nicht direkt den gesamten Spot-Forex-Markt abbildet.

Er bezieht sich auf bestimmte Futures-Kontrakte.

Beispielsweise können Trader die COT-Daten für Futures auf:

  • Euro
  • britisches Pfund
  • japanischen Yen
  • Schweizer Franken
  • kanadischen Dollar
  • australischen Dollar

analysieren.

Die Futures-Positionierung kann dann als zusätzliche Information für den jeweiligen Währungsmarkt dienen.

COT Report und Gold

Auch bei Gold wird der COT Report häufig beobachtet.

Gold-Futures gehören zu den stark beachteten Terminmärkten.

Trader können beispielsweise analysieren:

  • Managed Money Long
  • Managed Money Short
  • Netto-Position
  • Veränderungen
  • Open Interest
  • historische Extremwerte

Interessant kann beispielsweise eine extreme spekulative Netto-Long-Position sein, wenn Gold gleichzeitig an einem langfristigen Widerstand notiert.

Aber auch hier gilt:

Das ist ein Warnsignal, kein automatischer Short-Trigger.

COT Report für Indizes

Auch Futures auf große Aktienindizes können im COT Report analysiert werden.

Beispielsweise:

  • S&P 500
  • Nasdaq
  • Dow Jones

Damit kann die Positionierung bestimmter Marktteilnehmer im jeweiligen Index-Futures-Markt untersucht werden.

Gerade bei stark trendenden Märkten ist allerdings Vorsicht geboten.

Eine extreme Positionierung kann über längere Zeit extrem bleiben.

COT Report im Daytrading

Für klassisches Daytrading ist der COT Report meistens nicht als kurzfristiges Einstiegssignal geeignet.

Warum?

Die Daten beziehen sich auf den Dienstag und werden erst später veröffentlicht.

Damit sind sie für einen Trade auf dem 5-Minuten-Chart nicht präzise genug.

Ein Daytrader kann die Daten allerdings als übergeordneten Kontext verwenden.

Beispielsweise:

COT: stark bullish

Tageschart: Aufwärtstrend

1-Stunden-Chart: Support

5-Minuten-Chart: Long-Setup

Dann kann der COT Report die übergeordnete Einschätzung unterstützen.

COT Report im Swing Trading

Für Swing Trader ist der COT Report wesentlich interessanter.

Hier spielt die mehrwöchige Positionierung eine größere Rolle.

Ein Trader kann beispielsweise beobachten, wie sich die Netto-Positionierung über mehrere Wochen entwickelt.

Das kann helfen, langfristigere Bewegungen und mögliche Extrembereiche besser einzuordnen.

COT Report für langfristige Trader

Auch für längerfristige Trader und Investoren kann die Positionierung interessant sein.

Wenn eine Marktgruppe über Monate hinweg ihre Positionierung verändert, kann dies ein zusätzliches Puzzleteil bei der Marktanalyse darstellen.

Allerdings sollte auch hier nicht versucht werden, mit dem COT Report einen exakten Wendepunkt vorherzusagen.

Die häufigsten Fehler beim COT Report

1. COT als direktes Kaufsignal verwenden

„Commercials sind long, also kaufe ich.“

So einfach ist es nicht.

2. Nur eine Woche betrachten

Eine einzelne Veränderung kann zufällig sein.

Interessanter ist häufig die Entwicklung über mehrere Wochen.

3. Extreme sofort shorten

Eine extreme Positionierung kann lange extrem bleiben.

4. Commercials falsch interpretieren

Commercials sichern häufig Geschäftsrisiken ab.

Ihre Positionen sind deshalb nicht automatisch Spekulationen auf steigende oder fallende Kurse.

5. Spot- und Futures-Markt gleichsetzen

Der COT Report bezieht sich auf Futures-Positionen und nicht einfach auf sämtliche Positionen des weltweiten Spot-Marktes.

6. Veröffentlichungstag mit Datenstichtag verwechseln

Der Report wird später veröffentlicht, die Positionsdaten beziehen sich aber auf den Dienstag.

7. Technische Analyse ignorieren

Positionierung allein liefert keinen präzisen Entry.

Ein einfaches COT-Setup

Wer den COT Report praktisch verwenden möchte, kann beispielsweise mit einem einfachen mehrstufigen Ansatz arbeiten.

Schritt 1: Markt auswählen

Zum Beispiel:

Gold

Schritt 2: COT Positionierung prüfen

Managed Money ist extrem netto long.

Schritt 3: Historischen Kontext betrachten

Die Positionierung befindet sich nahe einem Mehrjahreshoch.

Schritt 4: Chart analysieren

Gold erreicht einen wichtigen Widerstand.

Schritt 5: Auf Bestätigung warten

Der Markt bildet beispielsweise ein bärisches Candlestick-Muster.

Schritt 6: Marktstruktur abwarten

Ein relevantes Swing-Tief wird gebrochen.

Schritt 7: Trade planen

Erst jetzt wird ein Short-Setup definiert.

Damit wird der COT Report nicht zum Signalgeber, sondern zum Filter und Kontextfaktor.

COT Report und Contrarian Trading

Eine bekannte Strategie besteht darin, bei extremen Positionierungen gegen die Masse zu handeln.

Das wird häufig als Contrarian-Ansatz bezeichnet.

Beispielsweise:

Extreme Netto-Long-Positionierung → Suche nach Short-Chancen.

Extreme Netto-Short-Positionierung → Suche nach Long-Chancen.

Das kann funktionieren.

Aber nur unter bestimmten Bedingungen.

Der größte Fehler besteht darin, die Positionierung alleine als Umkehrsignal zu verwenden.

Ein besserer Ansatz lautet:

Extreme Positionierung → erhöhte Aufmerksamkeit → technische Bestätigung → Trade

Warum Positionierung allein nicht reicht

Stell dir vor, der COT Report zeigt eine extrem bullische Positionierung.

Der Markt steigt weiter.

Du gehst Short, weil du glaubst, dass die Long-Positionierung „zu hoch“ ist.

Der Markt steigt weitere 10 %.

Deine Analyse war möglicherweise nicht komplett falsch.

Die Positionierung war tatsächlich extrem.

Aber du hast daraus einen falschen Zeitpunkt für den Einstieg abgeleitet.

Das ist ein wichtiger Unterschied:

Richtung und Timing sind zwei verschiedene Dinge.

Wo findet man den COT Report?

Die offiziellen COT-Daten werden von der CFTC veröffentlicht.

Dort stehen verschiedene Reports und historische Daten zur Verfügung.

Für die praktische Analyse nutzen viele Trader zusätzlich Plattformen, die die Daten grafisch aufbereiten.

Der Vorteil solcher Darstellungen:

Statt Tabellen mit vielen Zahlen sieht man beispielsweise direkt:

Netto-Positionierung über mehrere Jahre + Kursverlauf

Dadurch werden Extremwerte wesentlich einfacher erkennbar.

Fazit: Was bringt der COT Report im Trading?

Der COT Report (Commitment of Traders) liefert einen interessanten Einblick in die Positionierung bestimmter Marktteilnehmer an den US-Terminmärkten.

Besonders interessant sind:

  • Netto-Positionierung
  • Veränderungen zur Vorwoche
  • Managed Money
  • Commercials
  • Open Interest
  • historische Extremwerte

Für Trader ist vor allem die Kombination aus aktueller Positionierung und historischem Kontext interessant.

Eine extreme Netto-Long-Position bedeutet nicht automatisch, dass der Markt fallen muss.

Eine extreme Netto-Short-Position bedeutet nicht automatisch, dass der Markt steigen wird.

Der COT Report funktioniert deshalb am besten als zusätzlicher Kontext.

Eine mögliche Vorgehensweise lautet:

COT-Positionierung → historisches Extrem → relevante Chartzone → Marktstruktur → technischer Trigger → Trade

Damit erhält der COT Report eine sinnvolle Rolle im Trading.

Er soll dir nicht sagen, wann du kaufen oder verkaufen musst.

Er kann dir vielmehr zeigen, wie stark bestimmte Marktteilnehmer bereits positioniert sind und wo der Markt möglicherweise besonders interessant wird.

Und genau darin liegt seine Stärke.