Iceberg Order

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Eine Iceberg Order ist eine spezielle Orderart, bei der nur ein kleiner Teil einer tatsächlich größeren Order im Orderbuch sichtbar ist. Der überwiegende Teil der Position bleibt zunächst verborgen und wird erst nach und nach zur Ausführung bereitgestellt.

Der Name kommt vom Eisberg-Prinzip: An der Oberfläche ist nur ein kleiner Teil sichtbar, während sich der weitaus größere Teil unterhalb der Wasseroberfläche befindet.

Im Trading beschreibt eine Iceberg Order deshalb eine große Kauf- oder Verkaufsorder, bei der Marktteilnehmer von außen zunächst nur einen Teil der tatsächlichen Ordergröße sehen können.

Iceberg Orders werden vor allem von professionellen Marktteilnehmern eingesetzt, wenn größere Positionen gehandelt werden sollen, ohne die vollständige Ordergröße sofort öffentlich im Orderbuch zu zeigen.

Iceberg Order einfach erklärt

Stell dir vor, ein institutioneller Trader möchte 100.000 Aktien kaufen.

Würde die gesamte Order mit 100.000 Stück sichtbar im Orderbuch stehen, könnten andere Marktteilnehmer erkennen, dass sich dort eine außergewöhnlich große Kauforder befindet.

Das könnte den Markt beeinflussen.

Stattdessen kann der Trader beispielsweise nur 5.000 Stück sichtbar im Orderbuch platzieren.

Sobald diese 5.000 Stück ausgeführt wurden, werden weitere 5.000 Stück sichtbar.

Dieser Vorgang wiederholt sich, bis die gesamte Order ausgeführt wurde oder der Trader die Order beendet.

Von außen sieht es dadurch so aus, als würden immer wieder neue Kauforders auf demselben Preisniveau erscheinen.

Die tatsächlich gewünschte Gesamtposition ist jedoch wesentlich größer als die jeweils sichtbare Order.

Warum heißt die Order „Iceberg“?

Der Begriff Iceberg Order lässt sich direkt mit einem Eisberg vergleichen.

Bei einem Eisberg ist nur ein kleiner Teil oberhalb der Wasseroberfläche zu sehen. Der größte Teil befindet sich unter Wasser.

Bei einer Iceberg Order ist es ähnlich.

Nur ein Teil der Order wird öffentlich sichtbar.

Der größere Teil bleibt verborgen und wird erst nach und nach in den sichtbaren Orderbestand eingebracht.

Der Begriff beschreibt damit sehr anschaulich das grundlegende Prinzip dieser Orderart.

Beispiel für eine Iceberg Order

Nehmen wir an, ein institutioneller Marktteilnehmer möchte 50.000 Kontrakte oder Aktien kaufen.

Statt die gesamte Menge sichtbar zu platzieren, wird eine Iceberg Order verwendet.

Im Orderbuch erscheinen zunächst nur 2.000 Stück.

Diese werden nach und nach ausgeführt.

Anschließend erscheinen erneut 2.000 Stück.

Für andere Marktteilnehmer kann dadurch der Eindruck entstehen, dass auf diesem Preisniveau immer wieder neue Liquidität vorhanden ist.

Tatsächlich handelt es sich jedoch um dieselbe große Gesamtorder.

Der Marktteilnehmer versucht damit, seine größere Order schrittweise auszuführen, ohne die vollständige Größe sofort offenzulegen.

Iceberg Orders im Orderbuch

Iceberg Orders sind besonders interessant, wenn Trader mit Level 2, DOM oder Order Flow arbeiten.

Im normalen Candlestick-Chart ist eine Iceberg Order nicht direkt sichtbar.

Im Orderbuch kann dagegen auffallen, dass auf einem bestimmten Preisniveau wiederholt Liquidität angeboten oder nachgekauft wird.

Angenommen, auf der Bid-Seite erscheinen immer wieder 1.000 Einheiten.

Diese werden ausgeführt.

Kurz darauf stehen erneut 1.000 Einheiten auf demselben Preis.

Dieses Muster kann darauf hindeuten, dass hinter der sichtbaren Liquidität eine größere Order steckt.

Allerdings bedeutet ein solches Verhalten nicht automatisch, dass eine Iceberg Order vorhanden ist.

Es können auch andere Ordertypen oder Marktmechanismen zu ähnlichen Erscheinungen führen.

Iceberg Order und versteckte Liquidität

Ein wichtiger Begriff im Zusammenhang mit Iceberg Orders ist versteckte Liquidität.

Normalerweise zeigt ein Orderbuch, welche Kauf- und Verkaufsorders aktuell auf bestimmten Preisniveaus liegen.

Bei einer Iceberg Order ist diese Darstellung jedoch unvollständig.

Nur die sogenannte sichtbare Spitze wird angezeigt.

Der Rest der Order wird erst nach und nach sichtbar.

Dadurch kann ein Marktteilnehmer eine größere Position ausführen, ohne die vollständige Ordergröße offen zu kommunizieren.

Warum nutzen große Trader Iceberg Orders?

Der wichtigste Grund ist die Reduzierung der Marktwirkung großer Orders.

Wenn ein großer Marktteilnehmer eine sehr große Position auf einmal in den Markt geben würde, könnte dies den Preis deutlich bewegen.

Bei einer großen Kauforder könnte der Markt beispielsweise bereits steigen, bevor die gesamte gewünschte Position ausgeführt wurde.

Der Trader würde dadurch möglicherweise zu immer schlechteren Preisen kaufen.

Eine Iceberg Order ermöglicht dagegen eine schrittweise Ausführung.

Die Order wird aufgeteilt und die sichtbare Größe begrenzt.

Damit kann der Marktteilnehmer versuchen, die eigene Marktbeeinflussung zu reduzieren.

Iceberg Orders und Slippage

Bei großen Orders spielt Slippage eine wichtige Rolle.

Slippage bezeichnet die Differenz zwischen dem erwarteten und dem tatsächlich ausgeführten Preis.

Je größer eine Order im Verhältnis zur verfügbaren Liquidität ist, desto größer kann die Marktauswirkung sein.

Eine Iceberg Order kann dabei helfen, die Order schrittweise auszuführen und dadurch die unmittelbare Marktwirkung zu reduzieren.

Sie garantiert allerdings nicht, dass keine Slippage entsteht.

Bei sehr volatilen Märkten oder geringer Liquidität kann der Preis trotzdem schnell weglaufen.

Iceberg Order beim Kauf

Eine Iceberg Order kann beispielsweise eingesetzt werden, wenn ein großer Marktteilnehmer einen bestimmten Bereich zum Kaufen nutzen möchte.

Nehmen wir an, der Markt handelt bei 100 Euro.

Ein institutioneller Trader möchte insgesamt 100.000 Aktien kaufen.

Statt 100.000 Aktien sichtbar bei 100 Euro zu platzieren, zeigt das Orderbuch beispielsweise nur 5.000 Aktien.

Sobald diese ausgeführt wurden, werden weitere 5.000 verfügbar.

Für andere Marktteilnehmer entsteht dadurch möglicherweise der Eindruck, dass auf diesem Preisniveau außergewöhnlich viel Kaufinteresse vorhanden ist.

Der tatsächliche Umfang der Order bleibt jedoch zunächst verborgen.

Iceberg Order beim Verkauf

Dasselbe Prinzip funktioniert auf der Verkaufsseite.

Ein großer Marktteilnehmer möchte beispielsweise 100.000 Aktien verkaufen.

Im Orderbuch sind zunächst nur 5.000 Aktien sichtbar.

Nach deren Ausführung werden weitere 5.000 Stück angeboten.

Der Vorgang wiederholt sich, bis die gewünschte Gesamtmenge verkauft wurde.

Im Orderbuch kann dadurch eine scheinbar immer wieder auftauchende Verkaufsliquidität entstehen.

Iceberg Orders und Support beziehungsweise Resistance

Trader versuchen manchmal, wiederkehrende Liquidität als Hinweis auf einen möglichen Support oder Resistance Bereich zu interpretieren.

Wenn auf einem bestimmten Preisniveau wiederholt größere Kauforders ausgeführt werden, könnte dies auf Kaufinteresse hindeuten.

Auf der Verkaufsseite kann eine wiederkehrende Liquidität entsprechend auf Verkaufsinteresse hinweisen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass der Preis an diesem Level garantiert dreht.

Eine große Order kann vollständig absorbiert werden und anschließend kann der Markt trotzdem durch das Preisniveau brechen.

Deshalb sollten Iceberg Orders nicht als eigenständiges Kaufsignal oder Verkaufssignal betrachtet werden.

Iceberg Orders und Order Flow Trading

Im Order Flow Trading geht es darum, nicht nur den Preis selbst zu betrachten, sondern auch die Interaktion zwischen Käufern und Verkäufern.

Dabei können Volumen, ausgeführte Orders, Bid und Ask sowie das Verhalten der Liquidität analysiert werden.

Iceberg Orders sind in diesem Zusammenhang interessant, weil die sichtbare Liquidität nicht unbedingt der tatsächlichen verfügbaren Ordergröße entspricht.

Ein Trader kann beispielsweise beobachten, dass auf einem bestimmten Preisniveau sehr viel Volumen gehandelt wird, obwohl sich die sichtbare Ordergröße kaum verändert.

Dieses Verhalten wird häufig als mögliches Zeichen für versteckte Liquidität interpretiert.

Was ist der Unterschied zwischen einer Iceberg Order und einer normalen Limit Order?

Bei einer normalen Limit Order wird die jeweilige Ordergröße grundsätzlich im Orderbuch sichtbar.

Wenn ein Trader beispielsweise 10.000 Aktien zu einem bestimmten Preis kaufen möchte und diese Order vollständig als sichtbare Limit Order platziert, können andere Marktteilnehmer die 10.000 Stück sehen.

Bei einer Iceberg Order wird dagegen nur ein Teil der Gesamtmenge angezeigt.

Die restliche Menge bleibt verborgen und wird schrittweise nachgefüllt.

Der wesentliche Unterschied liegt somit in der Sichtbarkeit der Gesamtorder.

Iceberg Order vs. Market Order

Eine Market Order wird grundsätzlich zum bestmöglichen verfügbaren Preis ausgeführt.

Der Trader akzeptiert dabei den Preis, den der Markt zum jeweiligen Zeitpunkt anbietet.

Eine Iceberg Order verfolgt einen anderen Ansatz.

Sie ist darauf ausgelegt, eine größere Order kontrollierter und schrittweise auszuführen.

Bei großen Positionen kann diese Unterscheidung entscheidend sein.

Eine große Market Order kann sofort viel Liquidität aus dem Orderbuch nehmen und dadurch den Preis beeinflussen.

Eine Iceberg Order versucht dagegen, die tatsächliche Größe der Order weniger offensichtlich zu machen.

Sind Iceberg Orders illegal?

Iceberg Orders sind nicht grundsätzlich illegal.

Die Orderart kann von Börsen und Handelsplätzen als reguläre Funktion angeboten werden.

Entscheidend ist jedoch, wie sie eingesetzt wird.

Wie bei anderen Ordertypen können auch Iceberg Orders Teil legitimer Handelsstrategien sein.

Manipulatives Verhalten wie Spoofing oder Layering ist davon zu unterscheiden.

Eine Iceberg Order dient grundsätzlich dazu, eine große tatsächliche Ordergröße nicht vollständig sichtbar zu machen.

Das allein stellt noch keine Marktmanipulation dar.

Kann jeder Trader Iceberg Orders verwenden?

Das hängt vom jeweiligen Broker, Handelsplatz und Finanzinstrument ab.

Nicht jeder Broker bietet Iceberg Orders an.

Besonders im professionellen Börsenhandel können solche Funktionen Bestandteil bestimmter Ordertypen sein.

Trader sollten deshalb prüfen, welche Orderarten die eigene Handelsplattform tatsächlich unterstützt.

Auch die Darstellung im Orderbuch kann sich je nach Börse und Datenfeed unterscheiden.

Kann man Iceberg Orders zuverlässig erkennen?

Das ist ein wichtiger Punkt.

Eine Iceberg Order lässt sich nicht immer eindeutig erkennen.

Trader können zwar bestimmte Muster im Orderbuch oder Order Flow beobachten, die auf versteckte Liquidität hindeuten.

Ein Beispiel wäre ein Preisniveau, an dem wiederholt große Mengen ausgeführt werden, obwohl die sichtbare Liquidität immer wieder relativ schnell nachgefüllt wird.

Doch aus solchen Beobachtungen lässt sich nicht automatisch beweisen, dass tatsächlich eine Iceberg Order verwendet wird.

Dafür können verschiedene Marktmechanismen verantwortlich sein.

Iceberg Orders sollten deshalb eher als Teil einer umfassenderen Order-Flow-Analyse betrachtet werden.

Iceberg Orders beim Futures Trading

Im Futures Trading können Iceberg Orders besonders interessant sein, weil professionelle Marktteilnehmer häufig große Volumina handeln.

Trader, die mit DOM und Level-2-Daten arbeiten, können versuchen, wiederkehrende Liquidität und ausgeführtes Volumen zu analysieren.

Gerade bei liquiden Futures-Märkten können solche Informationen zusätzliche Einblicke in die Marktaktivität liefern.

Allerdings sollte auch hier nicht aus einer einzelnen Beobachtung direkt auf die zukünftige Kursrichtung geschlossen werden.

Ein Markt kann große passive Orders aufnehmen und anschließend trotzdem in die entgegengesetzte Richtung laufen.

Iceberg Order und Absorption

Der Begriff Absorption wird im Order Flow Trading häufig verwendet, wenn aggressive Marktorders auf eine größere passive Liquidität treffen.

Beispielsweise kaufen Marktteilnehmer aggressiv zum Ask.

Trotzdem steigt der Preis kaum weiter.

Eine mögliche Erklärung kann darin liegen, dass auf der Verkaufsseite immer wieder neue Liquidität bereitgestellt wird.

Eine Iceberg Order kann dabei eine Rolle spielen.

Trader beobachten in solchen Situationen häufig das Verhältnis zwischen ausgeführtem Volumen und tatsächlicher Preisbewegung.

Bleibt der Preis trotz hohem Volumen an einem Level, kann dies ein Hinweis auf eine starke Gegenpartei sein.

Auch hier gilt jedoch: Ein einzelnes Muster liefert keine Garantie für die nächste Kursbewegung.

Iceberg Orders sind kein magisches Trading-Signal

Gerade im Zusammenhang mit Order Flow entsteht manchmal der Eindruck, dass man durch das Erkennen von Iceberg Orders einen besonderen Einblick in die Absichten großer Marktteilnehmer bekommt.

So einfach ist es nicht.

Eine große Order bedeutet nicht automatisch, dass der Markt drehen wird.

Sie kann vollständig ausgeführt werden und anschließend verschwinden.

Sie kann auch Teil einer größeren Handelsstrategie sein, deren Zielrichtung von außen nicht eindeutig erkennbar ist.

Deshalb sollte eine Iceberg Order niemals isoliert als Einstiegssignal verwendet werden.

Sie kann ein Puzzleteil innerhalb einer umfassenderen Marktanalyse sein.

Fazit: Was ist eine Iceberg Order?

Eine Iceberg Order ist eine große Order, bei der nur ein Teil der tatsächlichen Ordergröße im Orderbuch sichtbar ist.

Die restliche Menge bleibt zunächst verborgen und wird nach und nach bereitgestellt, sobald der sichtbare Teil ausgeführt wurde.

Der Zweck besteht vor allem darin, größere Positionen auszuführen, ohne die vollständige Ordergröße sofort offenzulegen.

Für Trader ist das Konzept besonders im Zusammenhang mit Order Flow, Level 2, DOM und Futures Trading interessant. Wiederkehrende Liquidität auf einem bestimmten Preisniveau kann möglicherweise auf eine versteckte größere Order hindeuten.

Allerdings lässt sich eine Iceberg Order nicht anhand eines einzelnen Musters sicher identifizieren.

Wer solche Strukturen analysieren möchte, sollte deshalb nicht nur auf die sichtbare Orderbuchgröße achten, sondern auch ausgeführtes Volumen, Preisbewegung und Marktstruktur miteinander betrachten.

Die wichtigste Erkenntnis lautet:

Was du im Orderbuch siehst, ist nicht immer die gesamte Liquidität, die tatsächlich hinter einer Order steckt.

Genau dieses Prinzip macht Iceberg Orders für das moderne Trading und insbesondere für die Order-Flow-Analyse interessant.