Eine Limit Order gehört zu den wichtigsten Ordertypen im Trading. Sie ermöglicht es Tradern, einen bestimmten Preis festzulegen, zu dem eine Position eröffnet oder geschlossen werden soll.
Der große Unterschied zu einer Market Order: Bei einer Limit Order bestimmt der Trader den maximalen Kaufpreis beziehungsweise minimalen Verkaufspreis, den er akzeptiert.
Das kann besonders interessant sein, wenn ein Trader nicht jedem aktuellen Marktpreis hinterherlaufen möchte, sondern auf einen bestimmten Einstieg wartet.
Ein einfaches Beispiel:
Der DAX steht aktuell bei 18.000 Punkten. Ein Trader möchte erst kaufen, wenn der Kurs auf 17.900 Punkte zurückfällt.
Statt permanent auf den Chart zu schauen, kann er eine Buy Limit Order bei 17.900 Punkten platzieren.
Erreicht der Markt diesen Preis, kann die Order ausgeführt werden.
Erreicht der Markt den Preis nicht, findet keine Ausführung statt.
Was ist eine Limit Order?
Eine Limit Order ist eine Order, bei der der Trader einen bestimmten Preis vorgibt.
Bei einem Kauf wird ein Preis unterhalb des aktuellen Marktpreises festgelegt.
Bei einem Verkauf wird ein Preis oberhalb des aktuellen Marktpreises festgelegt.
Damit unterscheidet sich die Limit Order deutlich von einer Market Order.
Bei einer Market Order steht die sofortige Ausführung im Vordergrund.
Bei einer Limit Order steht dagegen der gewünschte Preis im Vordergrund.
Wie funktioniert eine Limit Order?
Das Prinzip lässt sich einfach erklären.
Angenommen, EUR/USD steht aktuell bei 1,1000.
Ein Trader möchte kaufen, aber nicht zu 1,1000.
Er möchte nur kaufen, wenn der Kurs auf 1,0950 zurückkommt.
Dafür platziert er eine Buy Limit Order bei 1,0950.
Anschließend gibt es zwei Möglichkeiten:
Der Kurs fällt auf 1,0950: Die Order kann ausgeführt werden.
Der Kurs fällt nicht auf 1,0950: Die Order bleibt offen beziehungsweise wird irgendwann gelöscht, wenn ihre Gültigkeit abläuft oder der Trader sie manuell entfernt.
Die Limit Order garantiert also nicht die Ausführung.
Sie definiert vielmehr den Preis, zu dem oder besser der Trader handeln möchte.
Buy Limit Order
Eine Buy Limit Order wird verwendet, wenn ein Trader einen Markt zu einem günstigeren Preis kaufen möchte.
Der aktuelle Kurs liegt dabei normalerweise oberhalb des gewünschten Kaufpreises.
Beispiel:
Aktueller Kurs: 100 Euro
Buy Limit: 95 Euro
Der Trader erwartet möglicherweise, dass der Kurs zunächst fällt und anschließend wieder steigt.
Die Order wartet deshalb auf einen Rückgang auf 95 Euro.
Wird dieser Preis erreicht und steht ausreichend Liquidität zur Verfügung, kann die Position eröffnet werden.
Sell Limit Order
Eine Sell Limit Order funktioniert genau umgekehrt.
Sie wird verwendet, wenn ein Trader zu einem bestimmten höheren Preis verkaufen möchte.
Beispiel:
Aktueller Kurs: 100 Euro
Sell Limit: 105 Euro
Der Trader möchte erst verkaufen, wenn der Markt auf 105 Euro steigt.
Erreicht der Kurs diesen Preis, kann die Order ausgeführt werden.
Limit Order vs. Market Order
Der Unterschied zwischen beiden Ordertypen ist besonders wichtig.
| Merkmal | Limit Order | Market Order |
|---|---|---|
| Preis | Festgelegt | Aktueller Marktpreis |
| Ausführung | Nur zum Limit oder besser | Möglichst sofort |
| Ausführung garantiert? | Nein | Nicht zum exakt angezeigten Preis |
| Kontrolle über Preis | Hoch | Geringer |
| Risiko, nicht ausgeführt zu werden | Ja | Geringer |
| Typische Verwendung | Gezielter Einstieg | Sofortiger Einstieg |
Eine Limit Order eignet sich damit besonders für Trader, die einen bestimmten Preis abwarten möchten.
Eine Market Order ist dagegen sinnvoll, wenn die sofortige Ausführung wichtiger ist als ein exakt definierter Einstiegspreis.
Limit Order vs. Stop Order
Auch die Abgrenzung zur Stop Order ist wichtig.
Eine Limit Order wartet darauf, dass ein bestimmter Preis erreicht wird.
Eine Stop Order wird dagegen häufig genutzt, um eine Position zu eröffnen, wenn der Markt eine bestimmte Preisgrenze in Bewegungsrichtung durchbricht.
Beispiel:
Der DAX steht bei 18.000 Punkten.
Ein Trader erwartet einen Ausbruch nach oben und möchte erst bei 18.100 Punkten einsteigen.
Dafür kann je nach Produkt und Broker eine Buy Stop Order verwendet werden.
Eine Buy Limit Order bei 17.900 Punkten würde dagegen auf einen Rücksetzer warten.
Vereinfacht:
Limit Order = günstiger einsteigen beziehungsweise zu einem besseren Preis verkaufen
Stop Order = Bewegung ab einem bestimmten Trigger handeln
Limit Order beim Long Trade
Bei einem Long Trade wird eine Buy Limit Order häufig für einen Rücksetzer verwendet.
Beispiel:
Der Nasdaq befindet sich in einem Aufwärtstrend.
Aktueller Kurs: 20.000 Punkte
Ein Trader möchte nicht dem Kurs hinterherlaufen.
Er wartet stattdessen auf einen Pullback auf 19.900 Punkte.
Dort platziert er eine Buy Limit Order.
Wenn der Markt auf 19.900 fällt, kann die Position eröffnet werden.
Anschließend könnte beispielsweise ein Stop Loss unter einem relevanten Tief und ein Take Profit an einem vorher definierten Kursziel platziert werden.
Limit Order beim Short Trade
Auch bei Short Trades kann eine Limit Order sinnvoll sein.
Angenommen, Gold steht aktuell bei 2.400 USD.
Ein Trader erwartet einen Rücklauf in einen Widerstandsbereich bei 2.415 USD.
Er möchte dort eine Short-Position eröffnen.
Dafür kann er eine Sell Limit Order bei 2.415 USD platzieren.
Steigt Gold bis zu diesem Bereich, kann die Order ausgeführt werden.
Fällt Gold dagegen direkt weiter, ohne den gewünschten Preis zu erreichen, bleibt der Trader außen vor.
Limit Order Beispiel im Forex Trading
Nehmen wir EUR/USD.
Aktueller Kurs:
1,1000
Der Trader identifiziert eine mögliche Unterstützung bei:
1,0950
Er möchte dort Long einsteigen.
Die Order lautet:
Buy Limit: 1,0950
Stop Loss:
1,0920
Take Profit:
1,1040
Das geplante Risiko beträgt 30 Pips.
Die mögliche Gewinnstrecke beträgt 90 Pips.
Damit ergibt sich ein geplantes Chance-Risiko-Verhältnis von 3:1.
Die Limit Order sorgt dabei lediglich dafür, dass der Einstieg erst im gewünschten Preisbereich erfolgt.
Sie sagt nichts darüber aus, ob der anschließende Trade profitabel sein wird.
Limit Order beim DAX
Auch beim DAX sind Limit Orders weit verbreitet.
Beispiel:
Aktueller DAX-Kurs: 18.000
Unterstützung: 17.900
Trader erwartet einen Rücksetzer.
Buy Limit:
17.900
Der Trader muss dadurch nicht permanent auf den Bildschirm schauen.
Wenn der Kurs auf 17.900 fällt, kann die Order automatisch ausgeführt werden.
Allerdings sollte der Trader vorab wissen, warum genau dieser Preis relevant ist.
Eine Limit Order allein ist keine Trading-Strategie.
Limit Order beim Nasdaq
Beim Nasdaq kann eine Limit Order beispielsweise für Pullbacks genutzt werden.
Beispiel:
Der Markt steigt stark.
Ein Trader möchte nicht direkt nach dem Impuls kaufen.
Stattdessen identifiziert er einen möglichen Unterstützungsbereich.
Aktueller Kurs: 20.000
Gewünschter Einstieg: 19.950
Buy Limit:
19.950
Der Trader wartet damit auf eine bessere Einstiegsmöglichkeit.
Wichtig ist allerdings, dass starke Märkte manchmal überhaupt nicht zurücksetzen.
Dann wird die Order nicht ausgeführt.
Limit Order bei Gold
Auch beim Gold Trading können Limit Orders eingesetzt werden.
Beispiel:
Gold notiert bei 2.400 USD.
Ein Trader identifiziert einen Widerstandsbereich bei 2.420 USD und möchte dort eine Short-Position eröffnen.
Er platziert:
Sell Limit: 2.420 USD
Steigt Gold auf diesen Bereich, kann die Order ausgeführt werden.
Dreht der Markt vorher nach unten, erhält der Trader keinen Einstieg.
Vorteile einer Limit Order
Limit Orders bieten mehrere Vorteile.
1. Kontrolle über den Einstiegspreis
Der Trader legt fest, welchen Preis er akzeptiert.
Das kann besonders bei geplanten Pullbacks interessant sein.
2. Kein Hinterherlaufen
Statt einen steigenden Markt impulsiv zu kaufen, kann der Trader auf einen vorher definierten Preis warten.
3. Automatisierung
Die Order kann bereits vor dem Erreichen des gewünschten Preisniveaus platziert werden.
4. Klare Planung
Limit Orders können helfen, Trading-Setups bereits vor dem Einstieg zu definieren.
5. Bessere Disziplin
Ein Trader kann sich vorher überlegen, welchen Preis er akzeptiert.
Das kann helfen, impulsive Einstiege zu reduzieren.
Nachteile einer Limit Order
Limit Orders haben allerdings auch Nachteile.
1. Keine garantierte Ausführung
Der Markt kann den gewünschten Preis verfehlen.
2. Der Markt kann ohne dich laufen
Ein Trader wartet beispielsweise auf einen Rücksetzer von 20 Punkten.
Der Markt steigt jedoch ohne Rücksetzer weiter.
Die Limit Order wird nie ausgeführt.
3. Teilweise Ausführung
Je nach Markt und Produkt kann eine Order unter bestimmten Bedingungen auch nur teilweise ausgeführt werden.
4. Falsche Preiswahl
Eine Limit Order garantiert keinen guten Trade.
Auch ein perfekter Einstiegspreis kann in einem schlechten Setup zu einem Verlust führen.
Warum eine Limit Order nicht immer ausgeführt wird
Viele Anfänger gehen davon aus:
„Wenn der Kurs meinen Limitpreis berührt, werde ich automatisch ausgeführt.“
So einfach ist es nicht immer.
Die tatsächliche Ausführung hängt unter anderem von Markt, Liquidität, Orderbuch und den Bedingungen des jeweiligen Brokers oder Handelsplatzes ab.
Bei manchen Märkten kann der angezeigte Kurs beispielsweise nicht bedeuten, dass die eigene Order vollständig ausgeführt wird.
Besonders bei schnellen Bewegungen und geringer Liquidität können Unterschiede entstehen.
Limit Order und Spread
Der Spread kann bei Limit Orders ebenfalls eine Rolle spielen.
Der Spread ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis.
Trader sollten deshalb verstehen, ob die verwendete Plattform den Chartpreis, Bid, Ask oder einen anderen Referenzpreis anzeigt.
Gerade bei Forex und CFDs kann dies für die Platzierung von Orders relevant sein.
Limit Order und Slippage
Slippage bezeichnet eine Abweichung zwischen dem erwarteten und dem tatsächlich ausgeführten Preis.
Bei Limit Orders ist die Situation anders als bei Market Orders.
Eine klassische Limit Order soll grundsätzlich nicht zu einem schlechteren Preis als dem gesetzten Limit ausgeführt werden.
Dafür besteht das Risiko, dass die Order überhaupt nicht oder nur teilweise ausgeführt wird.
Damit entsteht ein grundlegender Trade-off:
Preis kontrollieren oder Ausführung priorisieren.
Gültigkeit einer Limit Order
Eine Limit Order muss nicht zwangsläufig unbegrenzt bestehen bleiben.
Je nach Broker und Handelsplattform können verschiedene Gültigkeitsarten angeboten werden.
Dazu gehören beispielsweise:
Day Order: Die Order ist nur für den aktuellen Handelstag gültig.
Good Till Cancelled (GTC): Die Order bleibt bestehen, bis sie ausgeführt oder vom Trader gelöscht wird.
Immediate or Cancel (IOC): Die Order soll sofort ausgeführt werden; nicht ausgeführte Teile werden anschließend gelöscht.
Welche Ordergültigkeiten tatsächlich verfügbar sind, hängt vom jeweiligen Broker und Finanzinstrument ab.
Limit Order mit Stop Loss und Take Profit
Eine Limit Order kann mit einem Stop Loss und Take Profit kombiniert werden.
Beispiel:
Buy Limit: 100 Euro
Stop Loss: 95 Euro
Take Profit: 115 Euro
Damit wird bereits vor dem Einstieg festgelegt:
- Einstieg
- maximales Risiko
- Gewinnziel
Das ermöglicht eine strukturierte Tradeplanung.
Allerdings sollte die Positionsgröße ebenfalls vor dem Einstieg bestimmt werden.
Limit Order und Risikomanagement
Eine Limit Order reduziert nicht automatisch das Risiko.
Wenn ein Trader eine Position eröffnet, muss weiterhin definiert werden, wie viel Kapital er bei einem Stop Loss maximal verlieren möchte.
Beispiel:
Kontogröße: 10.000 Euro
Maximales Risiko: 1 %
Risiko: 100 Euro
Der Einstieg über eine Limit Order ändert daran nichts.
Die Positionsgröße muss so gewählt werden, dass der mögliche Verlust am Stop Loss zum festgelegten Risiko passt.
Limit Order beim Pullback Trading
Eine der bekanntesten Anwendungen ist das Pullback Trading.
Der Markt befindet sich beispielsweise in einem Aufwärtstrend.
Statt direkt in den steigenden Markt einzusteigen, wartet der Trader auf eine Korrektur.
Eine Buy Limit Order kann dann in einem zuvor definierten Preisbereich platziert werden.
Beispiel:
Aufwärtstrend
Impuls nach oben
Pullback
Buy Limit am Unterstützungsbereich
Stop Loss unter der relevanten Marktstruktur
Take Profit am nächsten Zielbereich
Das ist allerdings nur ein mögliches Vorgehen und keine Garantie für einen erfolgreichen Trade.
Limit Order beim Breakout Trading
Limit Orders können auch nach Breakouts eine Rolle spielen.
Ein Trader wartet beispielsweise auf einen Ausbruch über einen Widerstand.
Nach dem Ausbruch kommt es zu einem Rücklauf an den ehemaligen Widerstand.
Dieser Rücklauf wird häufig als Retest bezeichnet.
Je nach Strategie kann ein Trader versuchen, diesen Retest mit einer Limit Order zu handeln.
Damit wird nicht der erste Impuls gekauft, sondern auf einen kontrollierten Rücklauf gewartet.
Limit Order und FOMO
Limit Orders können ein hilfreiches Werkzeug gegen FOMO, also die Angst, eine Bewegung zu verpassen, sein.
Ein Trader sieht beispielsweise einen stark steigenden Markt.
Statt spontan zu kaufen, kann er sich an seine vorher definierte Strategie halten.
Wenn der geplante Einstieg nicht erreicht wird, wird der Trade nicht eröffnet.
Das ist ein wichtiger Bestandteil disziplinierten Tradings:
Nicht jeder Markt muss gehandelt werden.
Häufige Fehler bei Limit Orders
Limit Order ohne konkreten Plan
Nur weil ein Preis günstig aussieht, bedeutet das nicht, dass dort ein gutes Setup entsteht.
Limit Order zu weit vom Markt entfernt
Ein Trader möchte unbedingt einen besonders günstigen Einstieg und platziert die Order weit entfernt.
Der Markt erreicht diesen Preis nie.
Stop Loss nach der Ausführung verschieben
Eine Limit Order ersetzt kein Risikomanagement.
Zu große Positionsgröße
Ein guter Einstieg schützt nicht vor einem zu hohen Risiko.
Jede Berührung handeln
Nur weil der Preis einen Bereich erreicht, muss dort nicht automatisch eine Umkehr stattfinden.
Limit Order richtig nutzen
Eine sinnvolle Limit Order sollte immer Teil eines vollständigen Trading-Plans sein.
Vor dem Platzieren sollten folgende Fragen beantwortet werden:
Warum ist dieser Preis interessant?
Was muss am Markt passieren, damit mein Setup gültig ist?
Wo liegt mein Stop Loss?
Wo liegt mein Take Profit?
Wie viel Geld riskiere ich?
Was passiert, wenn die Order nicht ausgeführt wird?
Gerade die letzte Frage wird häufig unterschätzt.
Ein nicht ausgeführter Trade ist kein Verlust.
Es ist einfach ein Trade, der nicht stattgefunden hat.
Fazit: Limit Order im Trading
Eine Limit Order ermöglicht es Tradern, einen bestimmten Preis für den Einstieg oder Ausstieg festzulegen.
Bei einer Buy Limit Order wird auf einen niedrigeren Preis gewartet, während eine Sell Limit Order einen höheren Verkaufspreis anstrebt.
Der große Vorteil liegt in der Kontrolle über den Preis. Gleichzeitig besteht keine Garantie, dass die Order ausgeführt wird.
Limit Orders eignen sich beispielsweise für Pullbacks, Unterstützungs- und Widerstandsbereiche oder geplante Retests.
Wichtig ist jedoch: Eine Limit Order macht aus einem schlechten Setup keinen guten Trade.
Sie ist lediglich ein Werkzeug für die Orderausführung.
Entscheidend bleibt der gesamte Trading-Prozess aus Marktanalyse, Setup, Einstieg, Stop Loss, Take Profit, Positionsgröße und Risikomanagement.
Wer Limit Orders richtig einsetzen möchte, sollte deshalb nicht fragen:
„Wo kann ich möglichst günstig einsteigen?“
Sondern:
„Unter welchen klar definierten Bedingungen ist dieser Preis für meine Strategie tatsächlich interessant?“