Orderausführung

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Die Orderausführung ist ein zentraler Bestandteil jedes Trades. Sie beschreibt den Vorgang, bei dem eine Kauf- oder Verkaufsorder an den Markt übermittelt und ausgeführt wird. Was auf der Trading Plattform wie ein einfacher Klick aussieht, kann technisch deutlich komplexer sein.

Gerade bei kurzfristigem Trading kann die Qualität der Orderausführung einen spürbaren Unterschied machen. Zwischen dem Preis, den ein Trader erwartet, und dem Preis, zu dem die Order tatsächlich ausgeführt wird, können beispielsweise kleine Abweichungen entstehen. Diese werden unter anderem durch Slippage, Liquidität, Volatilität und die Art der Order beeinflusst.

Für langfristige Anleger sind solche Unterschiede möglicherweise weniger relevant. Für Scalper und Daytrader können sie dagegen einen direkten Einfluss auf die Ergebnisse einer Strategie haben.

Deshalb lohnt es sich, genauer zu verstehen, was bei einer Orderausführung tatsächlich passiert.

Was bedeutet Orderausführung?

Unter Orderausführung versteht man die Umsetzung einer Handelsorder am Markt.

Ein Trader entscheidet sich beispielsweise dazu, den DAX zu kaufen. Über seine Trading Plattform gibt er eine entsprechende Order auf. Diese wird an den Broker beziehungsweise an den jeweiligen Handelsplatz oder Liquiditätsanbieter weitergeleitet und anschließend ausgeführt.

Die Ausführung kann dabei zu einem bestimmten Preis erfolgen oder an Bedingungen geknüpft sein.

Bei einer Market Order wird die Order beispielsweise zum aktuell verfügbaren Marktpreis ausgeführt. Bei einer Limit Order wird dagegen ein bestimmter Preis festgelegt, zu dem oder zu einem besseren Preis gekauft beziehungsweise verkauft werden soll.

Die genaue technische Abwicklung hängt vom gehandelten Finanzinstrument, Broker und Marktmodell ab.

Warum ist die Orderausführung beim Trading wichtig?

Auf den ersten Blick könnte man meinen, ein Unterschied von wenigen Punkten oder Bruchteilen eines Pips sei unwichtig.

Bei einer einzelnen Position kann das tatsächlich kaum auffallen.

Wenn eine Strategie jedoch hunderte oder tausende Trades umfasst, können selbst kleine Abweichungen relevant werden.

Ein Trader mit einer sehr kurzfristigen Strategie kann beispielsweise versuchen, nur wenige Punkte Gewinn pro Trade zu erzielen. Wenn die tatsächliche Ausführung regelmäßig etwas schlechter ausfällt, kann dadurch ein Teil des statistischen Vorteils verloren gehen.

Die Orderausführung ist deshalb besonders für Strategien relevant, bei denen Einstieg, Stop Loss und Take Profit relativ eng beieinander liegen.

Wie läuft eine Orderausführung ab?

Der Ablauf beginnt mit der Order des Traders.

Der Trader entscheidet sich beispielsweise, EUR/USD zu kaufen, und gibt die gewünschte Order über seine Trading Plattform ein.

Die Order wird anschließend an den Broker beziehungsweise das entsprechende Ausführungssystem übermittelt.

Je nach Modell kann der Broker die Order selbst ausführen, an einen Liquiditätsanbieter weiterleiten oder sie an einen Handelsplatz übermitteln.

Anschließend erhält der Trader eine Ausführungsbestätigung.

Dieser Vorgang kann bei elektronischen Märkten sehr schnell erfolgen. Trotzdem kann sich der verfügbare Preis während dieser kurzen Zeit verändern.

Genau hier kommt unter anderem Slippage ins Spiel.

Was ist Slippage bei der Orderausführung?

Slippage bezeichnet die Differenz zwischen dem erwarteten beziehungsweise angeforderten Preis und dem tatsächlichen Ausführungspreis.

Angenommen, EUR/USD notiert bei 1,10000 und du möchtest kaufen.

Während deine Order ausgeführt wird, verändert sich der verfügbare Preis auf 1,10002.

Du wirst dann möglicherweise bei 1,10002 ausgeführt.

Die Differenz von zwei Pips beziehungsweise entsprechenden Nachkommastellen ist in diesem vereinfachten Beispiel die Slippage.

Slippage kann sowohl negativ als auch positiv ausfallen.

Wenn du einen besseren Preis erhältst als erwartet, spricht man entsprechend von positiver Slippage.

Warum entsteht Slippage?

Slippage entsteht nicht zwangsläufig, weil ein Broker „schlecht“ arbeitet.

Sie ist eine natürliche Folge davon, dass sich Marktpreise bewegen und Orders zu den verfügbaren Preisen ausgeführt werden.

Besonders relevant ist Slippage bei hoher Volatilität.

Wenn beispielsweise wichtige Wirtschaftsdaten veröffentlicht werden, können sich Preise innerhalb kürzester Zeit stark verändern. Der Preis, den du beim Absenden der Order siehst, muss dann nicht mehr dem Preis entsprechen, der bei der tatsächlichen Ausführung verfügbar ist.

Auch eine geringe Liquidität kann die Ausführung beeinflussen.

Je weniger Liquidität vorhanden ist, desto schwieriger kann es sein, größere Orders zu einem bestimmten Preis auszuführen.

Market Order und Orderausführung

Eine Market Order wird grundsätzlich zum aktuell verfügbaren Marktpreis ausgeführt.

Der Vorteil besteht darin, dass der Trader eine hohe Wahrscheinlichkeit hat, tatsächlich eine Position zu eröffnen oder zu schließen.

Der genaue Ausführungspreis ist dagegen nicht immer garantiert.

Das ist besonders bei schnellen Märkten wichtig.

Wenn du beispielsweise während einer starken Bewegung eine Market Order auf den Nasdaq absetzt, kann sich der Preis zwischen Orderaufgabe und Ausführung verändern.

Eine Market Order bietet damit in erster Linie Sicherheit über die Ausführung, aber nicht unbedingt über den exakten Preis.

Limit Order und Orderausführung

Bei einer Limit Order legt der Trader einen bestimmten Preis fest.

Eine Buy Limit Order soll beispielsweise zu einem festgelegten Preis oder günstiger ausgeführt werden.

Dadurch kann der Trader eine bessere Kontrolle über den maximal akzeptierten Einstiegspreis erhalten.

Der Nachteil:

Eine Limit Order garantiert nicht, dass die Position überhaupt eröffnet wird.

Wenn der Markt den gewünschten Preis nicht erreicht, bleibt die Order möglicherweise unerfüllt.

Das zeigt einen grundlegenden Zusammenhang:

Bei Market Orders steht die Ausführung stärker im Vordergrund. Bei Limit Orders steht die Preiskontrolle stärker im Vordergrund.

Stop Orders und Orderausführung

Stop Orders werden häufig genutzt, um Positionen bei einer bestimmten Kursbewegung zu eröffnen oder bestehende Positionen zu begrenzen.

Ein Stop Loss kann beispielsweise so gesetzt werden, dass eine Position geschlossen wird, wenn der Markt ein bestimmtes Preisniveau erreicht.

Auch hier ist es wichtig zu verstehen, dass der Stop-Preis nicht unter allen Marktbedingungen einem garantierten Ausführungspreis entspricht.

Bei schnellen Kursbewegungen kann die tatsächliche Ausführung schlechter ausfallen als das gesetzte Stop-Level.

Das ist ein wichtiger Punkt für das Risikomanagement.

Orderausführung beim Forex Trading

Im Forex Trading findet die Orderausführung häufig über Broker und deren Liquiditätsnetzwerke statt.

Der genaue Ablauf hängt vom jeweiligen Broker und dessen Ausführungsmodell ab.

Für Forex Trader sind insbesondere Spread, Slippage, Ausführungsgeschwindigkeit und die verfügbare Liquidität relevant.

Bei normalen Marktbedingungen kann die Ausführung sehr schnell erfolgen. Während wichtiger Nachrichten kann sich die Situation jedoch deutlich verändern.

Ein Trader, der eine Strategie rund um News handelt, sollte deshalb nicht davon ausgehen, dass die Ausführung unter allen Bedingungen genauso funktioniert wie in ruhigen Marktphasen.

Orderausführung bei CFDs

Auch beim CFD Trading spielt die Orderausführung eine wichtige Rolle.

CFDs bilden die Preisentwicklung eines zugrunde liegenden Marktes ab. Die konkrete Ausführung erfolgt jedoch über den jeweiligen Anbieter.

Trader sollten deshalb verstehen, welche Bedingungen der jeweilige Broker für Orders, Spreads, Slippage und Stop Loss vorgibt.

Gerade bei kurzfristigen Strategien können kleine Unterschiede bei den Ausführungsbedingungen langfristig relevant werden.

Orderausführung bei Futures

Bei Futures ist die Situation anders, da Futures an regulierten Börsen gehandelt werden.

Orders werden dort nach den Regeln des jeweiligen Marktes ausgeführt.

Eine wichtige Rolle spielt dabei das Orderbuch.

Je nachdem, wie viele Kauf- und Verkaufsorders auf den einzelnen Preisstufen vorhanden sind, kann sich die Ausführung einer größeren Order über mehrere Preisniveaus erstrecken.

Das ist insbesondere bei professionellerem Futures Trading und bei größeren Positionen relevant.

Was ist der Spread?

Der Spread bezeichnet die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis.

Wenn beispielsweise ein Markt einen Bid von 100,00 und einen Ask von 100,02 besitzt, beträgt der Spread 0,02.

Beim Eröffnen einer Position muss dieser Unterschied berücksichtigt werden.

Für kurzfristige Trader kann der Spread besonders relevant sein, weil die erwartete Kursbewegung oft relativ klein ist.

Je kleiner das angestrebte Kursziel, desto stärker können Handelskosten das Ergebnis beeinflussen.

Orderausführung und Trading Kosten

Die tatsächlichen Kosten eines Trades bestehen nicht nur aus einer möglichen Kommission.

Auch Spread und Slippage können eine Rolle spielen.

Deshalb sollte eine Trading Strategie nicht nur auf Basis des theoretischen Einstiegspreises getestet werden.

Wenn ein Backtest beispielsweise davon ausgeht, dass jeder Trade exakt am gewünschten Preis ausgeführt wird, kann das Ergebnis deutlich besser aussehen als im echten Markt.

Besonders bei kurzfristigen Strategien sollte deshalb geprüft werden, wie sich reale Ausführungskosten auf die Performance auswirken.

Warum Backtests bei der Orderausführung problematisch sein können

Ein Backtest arbeitet mit historischen Daten.

Je nach System wird dabei angenommen, dass eine Order zu einem bestimmten Preis ausgeführt werden konnte.

In der Realität gibt es jedoch Spread, Slippage, Liquiditätsunterschiede und möglicherweise Verzögerungen bei der Ausführung.

Eine Strategie kann im Backtest deshalb sehr attraktiv aussehen und live deutlich schlechter abschneiden.

Das bedeutet nicht automatisch, dass der Backtest falsch ist.

Es bedeutet vielmehr, dass die Realität zusätzliche Faktoren enthält, die im historischen Modell möglicherweise nicht vollständig berücksichtigt wurden.

Orderausführung und Trading Strategie

Die Bedeutung der Orderausführung hängt stark von der Strategie ab.

Bei einer langfristigen Position, die mehrere Monate gehalten wird, kann eine kleine Abweichung beim Einstieg relativ unbedeutend sein.

Bei einem Scalping Setup mit engem Stop Loss und kleinem Kursziel kann dieselbe Abweichung einen erheblichen Unterschied machen.

Deshalb sollten Trader die Ausführungsqualität immer im Verhältnis zur eigenen Strategie betrachten.

Je kürzer die Haltedauer und je kleiner der erwartete Gewinn pro Trade, desto wichtiger können Spread, Slippage und Ausführungsgeschwindigkeit werden.

Wie kann man die Orderausführung verbessern?

Trader können zunächst darauf achten, einen Broker und eine Trading Plattform zu verwenden, die zu ihrem Markt und ihrer Strategie passen.

Darüber hinaus sollte die eigene Strategie unter realistischen Bedingungen getestet werden.

Wer beispielsweise während wichtiger Nachrichten handelt, sollte sich bewusst machen, dass die Ausführung in solchen Phasen erheblich von normalen Marktbedingungen abweichen kann.

Auch die Wahl des Ordertyps spielt eine Rolle.

Eine Market Order kann sinnvoll sein, wenn die schnelle Ausführung wichtiger ist als ein exakt kontrollierter Preis. Eine Limit Order kann dagegen interessant sein, wenn der Einstiegspreis entscheidend ist und der Trader akzeptiert, dass die Order möglicherweise nicht ausgeführt wird.

Was bedeutet schnelle Orderausführung?

Eine schnelle Orderausführung bedeutet zunächst, dass zwischen dem Absenden und der Bestätigung einer Order nur wenig Zeit vergeht.

Das allein sagt jedoch noch nichts über die Qualität der Ausführung aus.

Ein Trader sollte nicht nur darauf achten, wie schnell eine Order ausgeführt wird, sondern auch darauf, zu welchem Preis.

Eine sehr schnelle Ausführung zu einem regelmäßig schlechteren Preis ist nicht automatisch besser als eine etwas langsamere Ausführung zu einem besseren Preis.

Deshalb sollten Geschwindigkeit und Ausführungsqualität gemeinsam betrachtet werden.

Orderausführung und Trading Psychologie

Auch psychologisch kann die Orderausführung eine Rolle spielen.

Wenn ein Trader regelmäßig erlebt, dass ein Trade wenige Sekunden nach dem Einstieg ins Minus läuft, kann schnell der Eindruck entstehen, der Broker habe „gegen ihn“ gehandelt.

Dabei kann es sich schlicht um den Spread oder eine normale Marktbewegung handeln.

Gerade deshalb ist es wichtig, die tatsächlichen Kosten und Ausführungsbedingungen zu verstehen.

Wer weiß, wie Spread und Slippage funktionieren, kann Marktbewegungen wesentlich realistischer einordnen.

Beispiel: Gute und schlechte Orderausführung

Nehmen wir an, ein Trader handelt einen sehr kurzfristigen Breakout.

Das geplante Setup sieht einen Einstieg bei 100 Punkten, einen Stop Loss bei 98 Punkten und ein Kursziel bei 104 Punkten vor.

Im Backtest wird der Einstieg immer exakt bei 100 ausgeführt.

In der Realität wird die Order aufgrund schneller Marktbewegung jedoch durchschnittlich bei 100,30 ausgeführt.

Der Stop Loss bleibt bei 98.

Damit ist das tatsächliche Risiko größer und das Chance-Risiko-Verhältnis schlechter als im ursprünglichen Backtest.

Bei einem einzelnen Trade fällt das vielleicht kaum auf.

Bei mehreren hundert Trades kann dieser Unterschied jedoch einen erheblichen Einfluss auf die Gesamtperformance haben.

Fazit: Warum die Orderausführung im Trading wichtig ist

Die Orderausführung beschreibt den Prozess, bei dem eine Handelsorder tatsächlich umgesetzt wird. Sie ist ein grundlegender Bestandteil jedes Trades und kann insbesondere bei kurzfristigen Strategien einen erheblichen Einfluss auf die Ergebnisse haben.

Market Orders, Limit Orders und Stop Orders haben unterschiedliche Eigenschaften. Während eine Market Order vor allem auf eine schnelle Ausführung abzielt, bietet eine Limit Order eine stärkere Kontrolle über den Preis – dafür besteht das Risiko, dass sie überhaupt nicht ausgeführt wird.

Auch Spread und Slippage sollten Trader verstehen. Gerade bei hoher Volatilität oder geringer Liquidität kann die tatsächliche Ausführung vom erwarteten Preis abweichen.

Für langfristige Trader sind kleine Ausführungsunterschiede häufig weniger entscheidend. Bei Scalping und Daytrading können sie dagegen einen wesentlichen Teil der Strategieperformance beeinflussen.

Deshalb sollte eine Trading Strategie nicht nur auf dem Papier funktionieren.

Entscheidend ist, ob sie unter realistischen Bedingungen mit echten Spreads, Slippage und tatsächlicher Orderausführung funktioniert.

Denn zwischen einem theoretisch profitablen Setup und einem tatsächlich handelbaren Setup liegt oft genau das, was beim Trading gerne unterschätzt wird:

die Realität der Ausführung.