Wer mit dem Trading beginnt, stößt schnell auf Begriffe wie offene Position, geschlossene Position, Long, Short, Margin oder Floating P&L.
Doch was bedeutet eigentlich eine offene Position?
Ganz einfach:
Eine offene Position ist ein Trade, der noch nicht beendet wurde.
Du hast also beispielsweise eine Position auf den DAX eröffnet und sie noch nicht geschlossen. Solange der Trade aktiv ist, handelt es sich um eine offene Position.
Dabei kann sich die Position aktuell im Gewinn oder Verlust befinden. Der entscheidende Punkt ist, dass der Trade noch läuft und das Ergebnis noch nicht endgültig realisiert wurde.
Eine offene Position kann wenige Sekunden bestehen – etwa beim Scalping – oder mehrere Tage, Wochen oder sogar Monate gehalten werden.

Was bedeutet eine offene Position?
Eine offene Position entsteht, sobald ein Trader einen Trade eröffnet und dieser noch nicht durch eine entsprechende Gegenposition beziehungsweise Schließung beendet wurde.
Beispiel:
Du kaufst einen DAX-CFD bei:
20.000 Punkten
Solange du diese Position nicht schließt, ist sie offen.
Steigt der DAX auf 20.100 Punkte, befindet sich die Position beispielsweise im Gewinn.
Fällt der DAX auf 19.900 Punkte, befindet sie sich im Verlust.
Das Ergebnis ist jedoch noch nicht endgültig realisiert.
Erst wenn du die Position schließt, wird der Gewinn oder Verlust realisiert.
Offene Position einfach erklärt
Eine offene Position kannst du dir wie einen noch laufenden Auftrag vorstellen.
Du hast eine Marktmeinung und setzt sie mit einem Trade um.
Solange du noch im Markt bist, bleibt die Position offen.
Beispielsweise:
Long EUR/USD
→ Position eröffnet
→ Kurs steigt
→ Gewinn verändert sich
→ Kurs fällt
→ Gewinn wird kleiner
→ Position bleibt offen
→ Position wird geschlossen
→ Gewinn oder Verlust wird realisiert
Wann ist eine Position offen?
Eine Position ist offen, sobald eine Order tatsächlich ausgeführt wurde und du dadurch eine Marktposition hältst.
Das ist ein wichtiger Unterschied zwischen Order und Position.
Eine Limit Order, die noch nicht ausgeführt wurde, ist zunächst keine offene Position.
Beispiel:
Du platzierst eine Buy Limit Order für den DAX bei 20.000 Punkten.
Der aktuelle Kurs liegt bei 20.100 Punkten.
Solange der Kurs die Order nicht erreicht und sie nicht ausgeführt wird, hast du keine offene Position.
Erst wenn die Order ausgeführt wurde, entsteht die offene Position.
Offene Position vs. offene Order
Die beiden Begriffe werden häufig verwechselt.
Offene Order
Eine Order wartet noch auf ihre Ausführung.
Offene Position
Der Trade wurde bereits ausgeführt und ist aktiv.
Beispiel:
Buy Limit bei 20.000
→ noch nicht ausgeführt = offene Order
Buy Limit wird bei 20.000 ausgeführt
→ jetzt = offene Long-Position
Diese Unterscheidung ist besonders wichtig bei Trading-Plattformen.
Long-Position als offene Position
Eine offene Long-Position bedeutet, dass du auf steigende Kurse setzt.
Beispiel:
Du kaufst Gold bei:
2.500 USD
Der Kurs steigt auf:
2.520 USD
Deine Position ist weiterhin offen.
Du hast einen Buchgewinn.
Wenn Gold anschließend auf 2.480 USD fällt, kann daraus ein Buchverlust werden.
Solange du die Position nicht schließt, ist das Ergebnis nicht endgültig realisiert.
Short-Position als offene Position
Eine offene Short-Position funktioniert umgekehrt.
Du setzt auf fallende Kurse.
Beispiel:
Du eröffnest einen Short-Trade im Nasdaq bei:
20.000 Punkten
Der Nasdaq fällt auf:
19.900 Punkte
Die Short-Position befindet sich im Gewinn.
Steigt der Nasdaq dagegen auf:
20.100 Punkte
entsteht ein Verlust.
Auch hier bleibt die Position offen, bis du sie schließt.
Offene Position und Buchgewinn
Bei einer offenen Position kann ein Buchgewinn entstehen.
Beispiel:
Du kaufst eine Aktie für:
100 €
Der aktuelle Kurs liegt bei:
110 €
Theoretisch hast du:
10 € Gewinn
pro Aktie.
Dieser Gewinn ist jedoch noch nicht realisiert.
Wenn die Aktie anschließend wieder auf 100 € fällt und du nichts getan hast, verschwindet der vorherige Buchgewinn wieder.
Deshalb wird häufig zwischen:
unrealisiertem Gewinn
und
realisiertem Gewinn
unterschieden.
Offene Position und Buchverlust
Das gleiche Prinzip gilt für Verluste.
Du kaufst eine Aktie bei:
100 €
Der Kurs fällt auf:
90 €
Du hast einen Buchverlust von:
10 €
Solange du nicht verkaufst, ist der Verlust noch nicht realisiert.
Das bedeutet allerdings nicht, dass ein solcher Verlust wirtschaftlich bedeutungslos ist.
Der aktuelle Marktwert deiner Position hat sich bereits verändert.
Was passiert beim Schließen einer Position?
Beim Schließen wird die bestehende Position beendet.
Bei einem Long-Trade bedeutet das normalerweise:
Kaufen → später verkaufen
Bei einem Short-Trade:
Verkaufen → später zurückkaufen
Beispiel Long:
Kauf bei 100 €
→
Verkauf bei 110 €
→
10 € Gewinn
Beispiel Short:
Verkauf bei 100 €
→
Rückkauf bei 90 €
→
10 € Gewinn
In beiden Fällen wird der Gewinn beim Schließen realisiert.
Warum bleiben Positionen offen?
Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Trader eine Position offen halten.
Zum Beispiel:
- erwartete Trendfortsetzung
- laufender Swing Trade
- kurzfristiges Momentum
- geplantes Kursziel noch nicht erreicht
- Stop Loss wurde noch nicht ausgelöst
- Trade wird manuell verwaltet
Wie lange eine Position offen bleibt, hängt stark vom Trading-Stil ab.
Offene Position beim Scalping
Beim Scalping können Positionen nur wenige Sekunden oder Minuten offen bleiben.
Ein Scalper versucht, kleine Kursbewegungen auszunutzen.
Beispiel:
Long Nasdaq bei 20.000
→ Kurs steigt auf 20.020
→ Position wird geschlossen
Die Position war nur kurze Zeit offen.
Trotzdem gelten dieselben Grundprinzipien wie bei einem langfristigen Trade.
Offene Position beim Daytrading
Beim Daytrading werden Positionen normalerweise innerhalb desselben Handelstages eröffnet und wieder geschlossen.
Ein Trade kann beispielsweise:
10 Minuten
2 Stunden
oder
mehrere Stunden
offen bleiben.
Viele Daytrader versuchen, Positionen vor Handelsschluss zu schließen.
Das ist jedoch keine zwingende Regel für jedes Daytrading-System.
Offene Position beim Swing Trading
Beim Swing Trading bleiben Positionen wesentlich länger offen.
Ein Swing Trade kann beispielsweise mehrere Tage oder auch Wochen dauern.
Hier spielt deshalb die laufende Entwicklung der Position eine größere Rolle.
Der Trader muss unter anderem beachten:
- Stop Loss
- Take Profit
- Finanzierungskosten
- Overnight-Risiko
- Nachrichten
- Marktstruktur
Offene Position beim Overnight Trading
Wird eine Position über den Börsenschluss hinaus gehalten, spricht man häufig von Overnight Trading.
Das kann zusätzliche Risiken mit sich bringen.
Bei Aktien können beispielsweise Nachrichten außerhalb der regulären Handelszeit zu einer Gap führen.
Beispiel:
Eine Aktie schließt bei:
100 €
Über Nacht veröffentlicht das Unternehmen schlechte Nachrichten.
Am nächsten Morgen eröffnet die Aktie bei:
90 €
Wenn du eine Long-Position hältst, kann dein Stop Loss unter Umständen nicht exakt bei dem gewünschten Kurs ausgeführt werden.
Der Grund ist die entstandene Kurslücke.
Offene Position und Stop Loss
Ein Stop Loss kann eine offene Position automatisch schließen, wenn ein vorher definiertes Preisniveau erreicht wird.
Beispiel:
Du kaufst Gold bei:
2.500 USD
Du setzt den Stop Loss bei:
2.480 USD
Solange Gold über 2.480 USD handelt, bleibt die Position offen.
Erreicht der Markt den Stop-Loss-Bereich, wird versucht, die Position zu schließen.
Bei schnellen Marktbewegungen kann der tatsächliche Ausführungspreis allerdings vom gewünschten Stop-Level abweichen.
Offene Position und Take Profit
Auch ein Take Profit kann eine offene Position automatisch schließen.
Beispiel:
Long Nasdaq bei 20.000
Stop Loss:
19.900
Take Profit:
20.200
Solange weder Stop Loss noch Take Profit ausgelöst wurden, bleibt die Position offen.
Erreicht der Kurs das Take-Profit-Level und wird die Order ausgeführt, wird die Position geschlossen.
Offene Position und Margin
Bei gehebelten Produkten wie CFDs spielt die Margin eine wichtige Rolle.
Die Margin ist vereinfacht gesagt der Kapitalbetrag, der benötigt wird, um eine bestimmte gehebelte Position zu eröffnen und zu halten.
Je größer die Position, desto höher kann die benötigte Margin sein.
Wichtig:
Margin ist nicht dasselbe wie dein maximales Risiko.
Ein Trader kann beispielsweise eine Position mit relativ wenig Margin kontrollieren, deren tatsächlicher möglicher Verlust wesentlich größer sein kann.
Offene Position und Hebel
Der Hebel ermöglicht es, eine größere Marktposition mit weniger eingesetztem Kapital zu kontrollieren.
Beispiel:
Du hast 1.000 € auf deinem Trading-Konto.
Mit Hebel kannst du möglicherweise eine deutlich größere Position kontrollieren.
Das erhöht jedoch nicht nur das Gewinnpotenzial.
Auch Verluste können schneller entstehen.
Deshalb sollte die Positionsgröße immer zum Risikomanagement passen.
Offene Position und Floating P&L
Auf Trading-Plattformen wird der aktuelle Gewinn oder Verlust einer offenen Position häufig als Floating P&L oder unrealized P&L angezeigt.
P&L steht für:
Profit and Loss
also Gewinn und Verlust.
Beispiel:
Position eröffnet bei:
100 €
Aktueller Kurs:
105 €
Anzeige:
+5 € unrealized P&L
Wird die Position geschlossen, wird daraus der realisierte Gewinn – abzüglich möglicher Kosten.
Offene Position und Kontostand
Hier ist eine wichtige Unterscheidung nötig.
Bei einer offenen Position können Kontostand und Equity unterschiedlich sein.
Der Kontostand berücksichtigt grundsätzlich realisierte Ergebnisse.
Die Equity berücksichtigt zusätzlich den aktuellen unrealisierten Gewinn oder Verlust.
Beispiel:
Kontostand:
10.000 €
Offene Position:
+500 €
Dann kann die Equity beispielsweise bei:
10.500 €
liegen.
Fällt die Position anschließend auf:
-200 €
kann die Equity entsprechend sinken.
Offene Position und Equity
Die Equity ist deshalb für Trader besonders wichtig.
Sie zeigt vereinfacht:
Kontostand + unrealisiertes Ergebnis offener Positionen
Bei mehreren offenen Positionen werden die jeweiligen unrealisierten Gewinne und Verluste zusammen betrachtet.
Das ermöglicht eine realistischere Einschätzung des aktuellen Kontowerts.
Mehrere offene Positionen gleichzeitig
Ein Trader kann mehrere Positionen gleichzeitig offen haben.
Beispielsweise:
- Long EUR/USD
- Short Nasdaq
- Long Gold
Jede Position besitzt eigene:
- Einstiegszeit
- Positionsgröße
- Stop Loss
- Take Profit
- aktuellen Gewinn oder Verlust
Die Summe aller Positionen beeinflusst das Gesamtrisiko des Trading-Kontos.
Warum mehrere offene Positionen riskant sein können
Mehrere Positionen bedeuten nicht automatisch eine bessere Diversifikation.
Beispiel:
Du hast gleichzeitig:
Long Nasdaq
Long S&P 500
Long DAX
Auf den ersten Blick sind es drei unterschiedliche Trades.
Alle können jedoch stark von derselben allgemeinen Aktienmarktbewegung beeinflusst werden.
Fällt der globale Aktienmarkt, können alle drei Positionen gleichzeitig verlieren.
Deshalb sollte nicht nur das Risiko pro Trade, sondern auch das Gesamtrisiko aller offenen Positionen betrachtet werden.
Offene Positionen und Korrelation
Die Korrelation zwischen Märkten ist deshalb wichtig.
Beispielsweise können:
- EUR/USD
- DXY
- Gold
teilweise miteinander verbundene Bewegungen zeigen.
Auch verschiedene Aktienindizes können stark miteinander korrelieren.
Wer mehrere Positionen gleichzeitig hält, sollte deshalb prüfen:
Wie viel unabhängiges Risiko habe ich tatsächlich?
Wie viele offene Positionen sollte man gleichzeitig haben?
Darauf gibt es keine allgemeingültige Zahl.
Entscheidend sind:
- Kontogröße
- Risiko pro Trade
- Korrelation
- Strategie
- Marktbedingungen
- Trading-Erfahrung
Ein Trader mit drei offenen Positionen kann ein höheres Gesamtrisiko haben als ein Trader mit zehn kleinen, unabhängigen Positionen.
Die Anzahl allein sagt deshalb wenig aus.
Offene Position richtig verwalten
Eine offene Position sollte nicht einfach sich selbst überlassen werden.
Vor dem Einstieg sollte bereits klar sein:
Wo steige ich ein?
Wo liegt mein Stop Loss?
Wo liegt mein Take Profit?
Wie viel riskiere ich?
Unter welchen Bedingungen schließe ich manuell?
Dadurch wird verhindert, dass während eines laufenden Trades ständig neue Entscheidungen aus Emotionen heraus getroffen werden.
Offene Position und Trading-Psychologie
Eine offene Position kann psychologisch deutlich belastender sein als ein abgeschlossener Trade.
Solange der Trade läuft, verändert sich der Kontowert ständig.
Ein Trader sieht beispielsweise:
+300 €
kurze Zeit später:
+150 €
und anschließend:
+50 €
Die Versuchung ist groß, die Position zu früh zu schließen.
Oder umgekehrt:
Ein Trade steht bei:
-200 €
und der Trader verschiebt den Stop Loss, weil er hofft, dass der Markt noch dreht.
Genau hier wird Trading-Disziplin wichtig.
Häufiger Fehler: Stop Loss verschieben
Ein besonders problematisches Verhalten besteht darin, den Stop Loss einer offenen Position immer weiter vom aktuellen Kurs wegzuschieben.
Beispiel:
Initialer Stop:
-100 €
Trade läuft gegen dich.
Stop wird auf:
-150 €
verschoben.
Dann:
-250 €
und schließlich:
-400 €.
Damit verändert der Trader nachträglich das ursprünglich geplante Risiko.
Das kann zu erheblichen Verlusten führen.
Häufiger Fehler: Gewinne zu früh schließen
Das Gegenteil ist ebenfalls verbreitet.
Ein Trader plant beispielsweise einen Take Profit von:
+300 €
Die Position steht zwischenzeitlich bei:
+150 €.
Dann bekommt der Trader Angst, den Gewinn wieder abzugeben.
Er schließt bei:
+150 €.
Das Problem ist nicht der Gewinn an sich.
Das Problem entsteht, wenn der Trader dadurch dauerhaft von seinem getesteten Trading-System abweicht.
Offene Position dokumentieren
Ein Trading-Journal kann helfen, offene Positionen systematisch zu verwalten.
Dokumentiert werden können beispielsweise:
- Markt
- Long oder Short
- Entry
- Positionsgröße
- Stop Loss
- Take Profit
- Setup
- Risiko
- aktueller Status
- Exit
- Ergebnis
Dadurch lässt sich später analysieren, ob Positionen nach Plan verwaltet wurden.
Offene Position bei CFDs
Bei CFDs bleibt eine Position offen, solange der Trader sie nicht schließt oder eine automatische Order die Position beendet.
Bei CFDs können zusätzlich Finanzierungskosten entstehen, wenn Positionen über Nacht gehalten werden.
Deshalb sollte ein Trader vor dem Halten einer CFD-Position über längere Zeit prüfen:
- Finanzierungskosten
- Margin-Anforderungen
- Stop-Out-Regeln
- Handelszeiten
- mögliche Gaps
Offene Position bei Futures
Auch bei Futures können Positionen offen bleiben.
Hier müssen allerdings zusätzlich die Besonderheiten des jeweiligen Futures-Kontrakts berücksichtigt werden.
Dazu gehören beispielsweise:
- Kontraktgröße
- Tick Value
- Margin
- Verfall
- Rolltermine
Ein Futures-Trade sollte deshalb anders beurteilt werden als eine klassische Aktienposition.
Offene Position bei Aktien
Bei Aktien ist das Prinzip besonders einfach.
Du kaufst eine Aktie:
100 Aktien × 50 € = 5.000 €
Solange du die Aktien hältst, besteht eine offene Position.
Verkaufst du die 100 Aktien wieder, wird die Position geschlossen.
Der Gewinn oder Verlust ergibt sich aus der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis, multipliziert mit der Stückzahl, abzüglich möglicher Kosten.
Offene Position bei Optionen
Auch bei Optionen können offene Positionen bestehen.
Dabei wird es allerdings komplexer, weil zwischen:
- Long Call
- Short Call
- Long Put
- Short Put
unterschieden wird.
Zusätzlich spielen Faktoren wie:
- Laufzeit
- Volatilität
- Strike
- Zeitwert
eine Rolle.
Das Grundprinzip bleibt jedoch gleich:
Solange die Position nicht beendet oder anderweitig glattgestellt wurde, ist sie offen.
Wann sollte man eine offene Position schließen?
Eine Position sollte grundsätzlich dann geschlossen werden, wenn die Bedingungen des eigenen Tradingplans erfüllt sind.
Das kann sein:
- Take Profit erreicht
- Stop Loss erreicht
- Setup invalidiert
- Marktstruktur verändert sich
- Trading-Ziel erreicht
- geplante Haltedauer endet
Wichtig ist, nicht ausschließlich aufgrund kurzfristiger Emotionen zu entscheiden.
Kann eine offene Position automatisch geschlossen werden?
Ja.
Eine Position kann beispielsweise durch folgende Ereignisse geschlossen werden:
- Stop Loss
- Take Profit
- Margin Call beziehungsweise Stop-Out
- Ablauf eines Instruments
- manuelle Schließung
- bestimmte Broker-Regeln
Die genauen Bedingungen hängen vom Finanzinstrument und Broker ab.
Was passiert, wenn das Konto nicht genug Margin hat?
Bei gehebelten Produkten kann eine offene Position bei starkem Verlust dazu führen, dass die verfügbare Margin nicht mehr ausreicht.
Je nach Broker und Produkt können dann Positionen automatisch reduziert oder geschlossen werden.
Dieser Mechanismus wird häufig als Stop-Out bezeichnet.
Deshalb sollte ein Trader nicht darauf vertrauen, dass ein Broker eine Position schon rechtzeitig automatisch schließen wird.
Ein eigenes Risikomanagement bleibt entscheidend.
Offene Position und Risiko
Eine offene Position bedeutet immer, dass ein bestimmtes Marktrisiko besteht.
Bei einer Long-Position profitierst du grundsätzlich von steigenden Kursen und bist fallenden Kursen ausgesetzt.
Bei einer Short-Position ist es umgekehrt.
Je länger eine Position offen bleibt, desto länger bist du grundsätzlich den Bewegungen des Marktes ausgesetzt.
Bei gehebelten Produkten kann dieses Risiko zusätzlich verstärkt werden.
Offene Position: Das Wichtigste zusammengefasst
Eine offene Position ist ein bereits ausgeführter Trade, der noch nicht geschlossen wurde.
Dabei kann es sich um eine:
- Long-Position
- Short-Position
- Aktienposition
- CFD-Position
- Futures-Position
- Optionsposition
handeln.
Der aktuelle Gewinn oder Verlust einer offenen Position ist zunächst unrealisiert.
Erst beim Schließen wird das Ergebnis realisiert.
Für das Trading ist deshalb wichtig, offene Positionen nicht nur nach ihrem aktuellen Gewinn oder Verlust zu beurteilen. Entscheidend sind der ursprüngliche Tradingplan, das Risiko, die Positionsgröße und die Marktstruktur.
Fazit: Was ist eine offene Position?
Eine offene Position im Trading bedeutet ganz einfach: Der Trade läuft noch.
Du hast eine Position eröffnet, aber noch nicht geschlossen.
Beispielsweise:
Long DAX bei 20.000 Punkten
→ DAX steigt auf 20.100
→ Position ist offen
→ Buchgewinn entsteht
→ DAX erreicht dein Kursziel
→ Position wird geschlossen
→ Gewinn wird realisiert
Das gleiche Prinzip gilt für Short-Trades und andere Finanzinstrumente.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen offener Order und offener Position: Eine noch nicht ausgeführte Order ist keine offene Position. Erst nach der Ausführung hältst du tatsächlich einen laufenden Trade.
Gerade bei CFDs und anderen gehebelten Produkten solltest du außerdem Margin, Stop Loss, Finanzierungskosten und das Gesamtrisiko mehrerer gleichzeitig offener Positionen berücksichtigen.
Die wichtigste Regel lautet deshalb:
Eine offene Position sollte immer einen klaren Plan haben – Entry, Risiko, Stop Loss, Ziel und Bedingungen für den Exit.
Denn nicht die Tatsache, dass ein Trade offen ist, entscheidet über den Erfolg.
Entscheidend ist, wie kontrolliert du ihn führst.