Seitwärtsbewegungen im Trading

1 2 A B C D E F G H I K L M N O P R S T V W

Eine Seitwärtsbewegung im Trading beschreibt eine Marktphase, in der sich der Kurs über einen bestimmten Zeitraum weder nachhaltig nach oben noch nach unten bewegt.

Statt eines klaren Aufwärts- oder Abwärtstrends pendelt der Preis zwischen einer oberen Begrenzung und einer unteren Begrenzung.

Der Markt bildet also eine sogenannte Range.

Für Trader ist das eine völlig andere Situation als ein sauberer Trend.

Im Trend kann eine Strategie beispielsweise darauf ausgerichtet sein, Rücksetzer in Trendrichtung zu handeln. In einer Seitwärtsphase funktioniert genau dieses Vorgehen häufig schlechter.

Denn der Markt macht etwas anderes:

Er läuft immer wieder von einer Seite der Range zur anderen.

Wer eine Seitwärtsbewegung erkennt, kann deshalb seine Handelsweise anpassen, statt zwanghaft einen Trend zu suchen.

Wie entsteht eine Seitwärtsbewegung?

Seitwärtsphasen entstehen häufig dann, wenn sich Käufer und Verkäufer relativ ausgeglichen gegenüberstehen.

Keiner der beiden Marktteilnehmer kann dauerhaft die Kontrolle übernehmen.

Die Folge:

Der Preis steigt bis zu einem bestimmten Bereich.

Dort kommen Verkäufer in den Markt.

Der Kurs fällt wieder.

Unten erscheinen Käufer.

Der Kurs steigt erneut.

So entsteht ein Wechselspiel:

Widerstand → Rückgang → Unterstützung → Anstieg → Widerstand

Dieser Prozess kann Minuten, Stunden, Tage oder sogar Wochen andauern.

Die Dauer allein sagt dabei wenig über die Qualität der Range aus.

Entscheidend ist, wie der Preis auf die jeweiligen Bereiche reagiert.

Seitwärtsbewegung vs. Trend

Der wichtigste Unterschied lässt sich relativ einfach erkennen.

In einem Aufwärtstrend entstehen tendenziell:

Higher Highs + Higher Lows

In einem Abwärtstrend:

Lower Highs + Lower Lows

In einer Seitwärtsbewegung fehlen diese eindeutigen Folgebewegungen.

Stattdessen bewegt sich der Markt zwischen ungefähr denselben Preisbereichen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder Markt, der gerade keine neuen Hochs erreicht, automatisch seitwärts läuft.

Eine Seitwärtsphase sollte sich durch eine erkennbare Struktur bestätigen.

Die zwei wichtigsten Bereiche einer Trading Range

Eine klassische Seitwärtsbewegung besteht vor allem aus zwei Zonen:

Support

und

Resistance

Der Support befindet sich im unteren Bereich der Range.

Hier reagiert der Markt wiederholt mit Käufen.

Der Resistance-Bereich liegt oben.

Dort treffen die Kurse häufiger auf Verkaufsinteresse.

Wichtig:

Support und Resistance sind normalerweise keine exakten Linien.

Es handelt sich eher um Preisbereiche.

Der Markt kann einen Widerstand beispielsweise kurz überschießen und anschließend wieder innerhalb der Range schließen.

Wer eine einzelne Linie millimetergenau behandelt, interpretiert den Chart oft zu starr.

Wie erkennt man eine Seitwärtsbewegung?

Eine Range lässt sich nicht immer sofort erkennen.

Häufig entsteht zunächst eine scheinbar zufällige Folge kleiner Bewegungen.

Mit der Zeit wird jedoch sichtbar:

  • mehrere Reaktionen am oberen Bereich
  • mehrere Reaktionen am unteren Bereich
  • keine nachhaltige Fortsetzung nach einem Ausbruch
  • ähnliche Hochs
  • ähnliche Tiefs
  • fehlender klarer Trend

Je öfter der Markt auf dieselben Bereiche reagiert, desto interessanter wird die Range.

Dabei sollte man zwischen einer echten Seitwärtsphase und einer einfachen kurzen Konsolidierung unterscheiden.

Eine Pause von fünf Kerzen nach einem starken Trend ist noch nicht automatisch eine handelbare Range.

Die Range muss nicht perfekt rechteckig sein

Ein häufiger Fehler besteht darin, nur nach einer perfekten horizontalen Box zu suchen.

In der Realität sind Seitwärtsbewegungen häufig etwas unordentlicher.

Das obere Ende kann leicht ansteigen.

Das untere Ende kann ebenfalls schwanken.

Es kann kleine Fehlausbrüche geben.

Trotzdem bleibt die zentrale Eigenschaft erhalten:

Der Markt schafft es nicht, dauerhaft aus seinem aktuellen Preisbereich auszubrechen.

Deshalb sollte man sich eher auf die Reaktionen an den Grenzen konzentrieren als auf eine mathematisch perfekte Rechteckformation.

Die einfachste Strategie: Range Trading

Die klassische Methode ist das sogenannte Range Trading.

Dabei wird versucht, Bewegungen innerhalb der Seitwärtsbewegung zu handeln.

Vereinfacht:

Am unteren Bereich nach Longs suchen.

Am oberen Bereich nach Shorts suchen.

Das klingt einfach.

In der Praxis ist es aber entscheidend, nicht mitten in der Range einzusteigen.

Warum?

Weil dort das Chance-Risiko-Verhältnis häufig schlechter wird.

Wenn der Kurs genau in der Mitte der Range steht, weißt du nicht, ob er zunächst nach oben oder unten läuft.

An den äußeren Bereichen ist die Ausgangslage klarer.

Beispiel für einen Long-Trade in der Range

Nehmen wir an, ein Markt bewegt sich seit mehreren Stunden zwischen:

100 und 110

Der Kurs fällt erneut in den Bereich um 100.

Dort hat der Markt bereits mehrfach nach oben gedreht.

Ein Trader wartet jetzt beispielsweise auf eine bullische Reaktion.

Der Einstieg erfolgt nicht zwingend exakt bei 100.

Stattdessen könnte auf:

  • eine Umkehrkerze
  • einen Bruch eines kurzfristigen Hochs
  • eine Rückeroberung des Support-Bereichs
  • eine andere definierte Price-Action-Bestätigung

gewartet werden.

Der Stop Loss liegt unterhalb der relevanten Struktur.

Das erste Ziel könnte sich wieder in Richtung Mitte oder oberes Ende der Range befinden.

Beispiel für einen Short-Trade

Das gleiche Prinzip funktioniert umgekehrt.

Der Markt bewegt sich zwischen:

100 und 110

Der Preis steigt erneut in den Bereich um 110.

Dort kam es bereits mehrfach zu Ablehnungen.

Der Trader wartet auf eine bärische Reaktion.

Beispielsweise:

Der Preis erreicht den Widerstandsbereich.

Es entsteht eine bärische Kerze.

Anschließend wird das Tief dieser Kerze unterschritten.

Erst dann wird der Short eröffnet.

Das Ziel liegt beispielsweise im unteren Bereich der Range.

Nicht jede Berührung ist ein Einstieg

Das ist einer der wichtigsten Punkte beim Range Trading.

Nur weil der Preis einen Support erreicht, muss er nicht steigen.

Und nur weil der Preis einen Widerstand erreicht, muss er nicht fallen.

Ein Support kann brechen.

Ein Widerstand kann überwunden werden.

Deshalb ist die bessere Denkweise:

„Hier könnte eine Reaktion entstehen.“

Nicht:

„Hier muss der Markt drehen.“

Diese kleine Veränderung macht einen großen Unterschied im Trading.

Der gefährlichste Moment: Der Ausbruch

Eine Seitwärtsphase endet irgendwann.

Der Markt verlässt die Range nach oben oder unten.

Genau hier entstehen viele Fehlausbrüche.

Ein typisches Szenario:

Der Preis steigt über den Widerstand.

Viele Trader kaufen den Breakout.

Kurz danach fällt der Markt wieder unter den Widerstand.

Der Ausbruch war nicht nachhaltig.

Das nennt man häufig Fake-Out oder Fehlausbruch.

Für Range Trader ist das besonders gefährlich, weil der klassische Range-Ansatz genau dann nicht mehr funktioniert, wenn die Range tatsächlich verlassen wird.

Wie erkennt man einen echten Ausbruch?

Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht.

Man kann aber verschiedene Faktoren beobachten.

Schlusskurs außerhalb der Range

Ein kurzfristiger Spike über den Widerstand ist etwas anderes als eine Kerze, die deutlich außerhalb der Range schließt.

Momentum

Starke Bewegung und größere Kerzen können auf eine ernsthaftere Marktbewegung hindeuten.

Retest

Besonders interessant kann ein Retest sein.

Der Kurs bricht beispielsweise über den Widerstand aus.

Anschließend kommt er noch einmal zurück.

Der ehemalige Widerstand hält nun als Support.

Der Markt steigt erneut.

Das kann eine deutlich sauberere Bestätigung sein als der erste Ausbruch.

Range Breakout handeln

Wer nicht die Range selbst handeln möchte, kann auf den Ausbruch warten.

Ein mögliches Setup:

  1. Range identifizieren
  2. Widerstand markieren
  3. Breakout abwarten
  4. Schlusskurs außerhalb der Range beobachten
  5. Retest abwarten
  6. Reaktion am ehemaligen Widerstand prüfen
  7. Einstieg definieren
  8. Stop Loss unterhalb der neuen Struktur platzieren

Das ist nur ein Beispiel.

Ein Breakout kann auch ohne Retest gehandelt werden.

Entscheidend ist, dass die Regeln vorher feststehen.

Warum Breakouts häufig scheitern

Ein Ausbruch aus einer Range bedeutet nicht automatisch, dass ein neuer Trend entsteht.

Häufig befinden sich innerhalb einer Seitwärtsphase viele Orders.

Beim Ausbruch werden diese ausgelöst.

Anschließend fehlt aber weiteres Kauf- oder Verkaufsinteresse.

Der Markt fällt wieder zurück.

Das kann zu einem schnellen Fake-Out führen.

Besonders problematisch wird es, wenn Trader einen Breakout einfach deshalb kaufen, weil eine einzelne Kerze über dem Widerstand geschlossen hat.

Kontext ist wichtiger als eine einzelne Kerze.

Seitwärtsbewegungen mit Volumen analysieren

Volumen kann bei der Bewertung von Ausbrüchen hilfreich sein.

Steigt der Kurs über den Widerstand und gleichzeitig nimmt das Handelsvolumen deutlich zu, kann das ein Hinweis auf stärkeres Marktinteresse sein.

Bei einem Ausbruch mit sehr geringer Beteiligung kann dagegen Skepsis angebracht sein.

Allerdings ist Volumen nicht auf jedem Markt gleich aussagekräftig.

Bei zentralisierten Börsen ist das gehandelte Volumen direkt messbar.

Im Forex-Markt wird dagegen häufig mit Tick-Volumen gearbeitet, da es keinen zentralen Spot-Forex-Markt gibt, der das gesamte Handelsvolumen erfasst.

Deshalb sollte Volumen immer im Kontext des jeweiligen Marktes betrachtet werden.

Seitwärtsbewegungen mit dem RSI handeln

Der RSI kann in einer Range besonders interessant sein.

Während eines klaren Trends kann ein überkaufter RSI lange überkauft bleiben.

In einer stabilen Seitwärtsphase kann sich der Markt dagegen tatsächlich häufiger zwischen den Extrembereichen bewegen.

Ein vereinfachtes Beispiel:

Der Preis erreicht den Support.

Gleichzeitig fällt der RSI in einen niedrigen Bereich.

Der Trader wartet nun auf eine tatsächliche bullische Reaktion.

Wichtig:

Der RSI allein ist kein Einstiegssignal.

Support + RSI + Price Action kann eine wesentlich klarere Ausgangslage bieten als nur:

„RSI unter 30 → kaufen.“

Bollinger Bänder in Seitwärtsphasen

Auch Bollinger Bänder können in einer Range interessante Informationen liefern.

Wenn die Volatilität sinkt, ziehen sich die Bänder zusammen.

Der Markt befindet sich dann in einer ruhigeren Phase.

Bewegt sich der Preis anschließend zwischen den Bändern, können die äußeren Bereiche mit den Grenzen einer Range zusammenfallen.

Aber auch hier gilt:

Ein Kontakt mit dem oberen Bollinger Band bedeutet nicht automatisch Short.

Ein Kontakt mit dem unteren Band bedeutet nicht automatisch Long.

Die Kombination mit der tatsächlichen Marktstruktur ist entscheidend.

ATR für Seitwärtsbewegungen nutzen

Der Average True Range (ATR) misst die Volatilität.

In einer engen Seitwärtsphase ist der ATR häufig relativ niedrig.

Das kann helfen, eine Phase geringer Schwankungsbreite zu erkennen.

Steigt der ATR anschließend deutlich an, während der Kurs die Range verlässt, kann das auf eine Veränderung des Marktregimes hindeuten.

Für Trader ist das interessant:

Range → Volatilitätsanstieg → möglicher Breakout

Auch hier handelt es sich aber nicht um eine automatische Handlungsanweisung.

Die Mitte der Range ist oft uninteressant

Ein besonders einfacher Filter:

Nicht mitten in der Range handeln.

Angenommen, der Markt bewegt sich zwischen 100 und 110.

Bei 105 befindet sich der Preis ungefähr in der Mitte.

Was soll hier gehandelt werden?

Ein Long?

Dann liegt der Widerstand relativ nah.

Ein Short?

Dann liegt der Support relativ nah.

Beides bietet möglicherweise kein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis.

Viele Range Trader konzentrieren sich deshalb auf die äußeren Bereiche.

Stop Loss beim Range Trading

Der Stop Loss sollte nicht einfach innerhalb der Range platziert werden, nur damit der mögliche Verlust klein bleibt.

Bei einem Long am Support kann ein Stop beispielsweise unterhalb der relevanten Support-Zone liegen.

Denn wenn der Markt den Support nachhaltig bricht, ist die ursprüngliche Annahme möglicherweise falsch.

Das gleiche gilt beim Short:

Der Stop gehört in der Regel oberhalb der relevanten Widerstandsstruktur.

Die genaue Distanz hängt von Markt, Timeframe und Volatilität ab.

Warum zu enge Stops problematisch sind

Eine Range kann ziemlich unruhig sein.

Der Markt kann einen Support kurz unterschreiten und anschließend sofort wieder steigen.

Wer den Stop direkt unter die sichtbare Linie setzt, kann dadurch ausgestoppt werden, obwohl die eigentliche Range weiterhin intakt ist.

Deshalb sollte man nicht nur fragen:

„Wo ist Support?“

Sondern:

„Wie weit muss sich der Markt bewegen, damit meine Trading-Idee wirklich invalidiert ist?“

Das ist ein großer Unterschied.

Das Chance-Risiko-Verhältnis im Range Trading

Range Trading kann ein attraktives CRV ermöglichen – muss es aber nicht.

Angenommen:

Entry Long: 102

Stop: 98

Ziel: 110

Dann beträgt das Risiko:

4 Punkte.

Die mögliche Gewinnstrecke:

8 Punkte.

Das entspricht einem CRV von 1:2.

Liegt der Einstieg dagegen bereits bei 106, kann das gleiche Ziel deutlich weniger attraktiv sein.

Deshalb ist der Ort des Einstiegs innerhalb der Range entscheidend.

Seitwärtsbewegungen auf verschiedenen Zeiteinheiten

Eine Seitwärtsbewegung kann auf einem 5-Minuten-Chart sichtbar sein, während auf dem Stundenchart ein klarer Aufwärtstrend besteht.

Beispiel:

Auf dem 5-Minuten-Chart:

Range zwischen 100 und 102

Auf dem Stundenchart:

klarer Aufwärtstrend

Beide Aussagen können gleichzeitig stimmen.

Deshalb ist die Betrachtung mehrerer Timeframes hilfreich.

Ein Daytrader könnte beispielsweise:

1-Stunden-Chart → übergeordnete Struktur

15-Minuten-Chart → Range

5-Minuten-Chart → Entry

verwenden.

Die konkreten Timeframes sind natürlich keine feste Vorgabe.

Seitwärtsbewegung im Forex Trading

Forex-Märkte verbringen einen großen Teil ihrer Zeit nicht in starken Trends.

Daher spielen Ranges im Devisenhandel eine wichtige Rolle.

Währungspaare können beispielsweise während ruhiger Handelsphasen über längere Zeit innerhalb relativ klarer Bereiche handeln.

Besonders relevant kann dabei die jeweilige Trading-Session sein.

Eine ruhige asiatische Session kann beispielsweise eine Range ausbilden, die während der europäischen oder US-Session anschließend verlassen wird.

Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Session-Range automatisch ausbricht.

Auch hier muss das Verhalten des Preises beobachtet und getestet werden.

Seitwärtsbewegung bei Indizes und CFDs

Auch bei Index-CFDs wie DAX, Nasdaq oder Dow Jones entstehen regelmäßig Konsolidierungen.

Dabei können Nachrichten, US-Börsenöffnung oder wichtige Wirtschaftsdaten die Volatilität plötzlich erhöhen.

Eine enge Range kann innerhalb weniger Minuten verlassen werden.

Gerade bei gehebelten CFDs ist das wichtig.

Denn ein scheinbar kleiner Ausbruch kann bei hoher Volatilität schnell eine größere Bewegung auslösen.

Trader sollten deshalb vor wichtigen Nachrichten wissen, ob ihre Range-Strategie für diese Marktphase überhaupt vorgesehen ist.

Seitwärtsbewegungen und Nachrichten

Makroökonomische Ereignisse können Seitwärtsbewegungen abrupt beenden.

Beispiele sind:

  • Zinsentscheidungen
  • Inflationsdaten
  • Arbeitsmarktdaten
  • Notenbankreden
  • wichtige Konjunkturdaten

Vor solchen Ereignissen kann der Markt zunächst eng innerhalb einer Range handeln.

Dann kommt die Nachricht.

Die Volatilität steigt.

Die Range wird verlassen.

Wer in diesem Moment blind an der alten Range festhält, kann schnell in eine falsche Position geraten.

Deshalb sollte eine Trading-Strategie immer definieren, wie mit wichtigen News umgegangen wird.

Die häufigsten Fehler beim Range Trading

1. Jede Bewegung als Range interpretieren

Nicht jede kleine Konsolidierung ist eine handelbare Seitwärtsphase.

2. In der Mitte der Range einsteigen

Hier ist das Chance-Risiko-Verhältnis häufig schlechter.

3. Support und Resistance als exakte Linien behandeln

Märkte reagieren in Bereichen.

4. Jeden Ausbruch sofort handeln

Viele Breakouts sind zunächst nur Fehlausbrüche.

5. Stop Loss zu eng setzen

Normale Schwankungen können dadurch die Position schließen.

6. Gegen einen echten Ausbruch weiterhandeln

Wenn sich das Marktregime verändert, muss die Strategie angepasst werden.

7. Zu viele Trades machen

Eine Range bietet nicht automatisch ständig gute Setups.

Ein sauberer Prozess für das Range Trading

Wer Seitwärtsbewegungen systematisch handeln möchte, kann den Analyseprozess beispielsweise so aufbauen:

1. Marktstruktur bestimmen

Ist wirklich keine klare Trendstruktur vorhanden?

2. Range markieren

Wo liegen die wichtigsten Reaktionsbereiche?

3. Range-Breite messen

Ist die Bewegung groß genug, um nach Kosten und Spread überhaupt interessant zu sein?

4. Marktphase prüfen

Stehen wichtige Nachrichten bevor?

5. Einstieg definieren

Welche konkrete Reaktion muss auftreten?

6. Stop definieren

Wo ist die Trading-Idee ungültig?

7. Ziel bestimmen

Support, Widerstand oder ein Teilbereich dazwischen?

8. Risiko berechnen

Wie groß darf die Position sein?

9. Trade dokumentieren

Warum wurde der Trade eröffnet und wie ist er ausgegangen?

Dieser Prozess ist wesentlich wichtiger als die Frage, ob man RSI oder Bollinger Bänder verwendet.

Was tun, wenn die Range zu klein ist?

Nicht jede Seitwärtsbewegung ist handelbar.

Wenn ein Markt beispielsweise nur wenige Punkte zwischen Support und Resistance bewegt, können Spread, Gebühren und Slippage einen großen Teil des möglichen Gewinns auffressen.

Bei CFDs kommen je nach Anbieter unter anderem Spread, Finanzierungskosten und gegebenenfalls weitere Kosten hinzu.

Deshalb muss die Range ausreichend groß sein.

Eine schöne technische Struktur ist nutzlos, wenn nach Kosten kaum noch Bewegung übrig bleibt.

Seitwärtsbewegung oder Akkumulation?

Nicht jede Range ist einfach nur ein Gleichgewicht zwischen Käufern und Verkäufern.

Eine Seitwärtsphase kann auch eine Akkumulations- oder Distributionsphase darstellen.

Dabei kann sich innerhalb der Range schrittweise eine größere Positionierung aufbauen.

Das macht die Situation schwieriger:

Die Range sieht zunächst neutral aus.

Tatsächlich kann sich aber ein späterer Ausbruch vorbereiten.

Deshalb sollte man nicht davon ausgehen, dass jede Seitwärtsbewegung für immer zwischen Support und Resistance bleibt.

Fazit: Seitwärtsbewegungen im Trading richtig handeln

Seitwärtsbewegungen gehören zum normalen Marktgeschehen.

Der Kurs bewegt sich dabei innerhalb einer Range zwischen einem oberen Widerstandsbereich und einer unteren Unterstützungszone.

Das klassische Range Trading versucht, diese Bewegungen zu nutzen:

Support → Long

Resistance → Short

Doch genau so einfach sollte man es nicht betrachten.

Ein Support ist keine Garantie für einen Anstieg und ein Widerstand keine Garantie für einen Rückgang.

Professioneller wird die Analyse, wenn zusätzlich Price Action, Volatilität, Marktstruktur und das Chance-Risiko-Verhältnis berücksichtigt werden.

Genauso wichtig ist der Umgang mit dem Ausbruch.

Denn irgendwann endet jede Seitwärtsbewegung – und dann muss der Trader erkennen, ob es sich um einen echten Breakout oder lediglich um einen Fehlausbruch handelt.

Der wichtigste Grundsatz lautet deshalb:

Nicht jede Seitwärtsbewegung muss gehandelt werden.

Eine gute Range ist eine, bei der die Struktur klar ist, die Abstände groß genug sind, das Risiko kontrollierbar bleibt und dein konkretes Setup statistisch einen Vorteil besitzt.

Wer das verstanden hat, betrachtet eine Seitwärtsphase nicht mehr als langweilige Marktphase.

Sie wird zu einer klar definierten Marktstruktur mit eigenen Regeln.