Beim Trading gibt es viele Begriffe, die Anfänger zunächst verwirren können. Einer der wichtigsten Grundlagenbegriffe ist der Spread im Trading.
Viele Trader konzentrieren sich bei der Auswahl eines Brokers hauptsächlich auf die Handelsplattform, Hebel oder mögliche Gewinne. Dabei werden die tatsächlichen Handelskosten oft unterschätzt.
Der Spread gehört jedoch zu den wichtigsten Kostenfaktoren beim Trading.
Jeder Trade startet zunächst mit einem kleinen Nachteil: Du kaufst einen Markt nicht zum gleichen Preis, zu dem du ihn sofort wieder verkaufen könntest.
Genau dieser Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufspreis wird als Spread bezeichnet.
Wer langfristig erfolgreich traden möchte, sollte verstehen, wie der Spread funktioniert, welche Auswirkungen er auf die Strategie hat und warum die Wahl des Brokers eine entscheidende Rolle spielt.

Was ist der Spread im Trading?
Der Spread beschreibt die Differenz zwischen dem aktuellen Kaufpreis und dem aktuellen Verkaufspreis eines Finanzinstruments.
Diese beiden Preise werden auch als:
- Ask-Preis (Kaufpreis)
- Bid-Preis (Verkaufspreis)
bezeichnet.
Die Differenz zwischen diesen beiden Kursen ist der Spread.
Ein einfaches Beispiel:
Der EUR/USD steht bei:
Bid: 1,10000
Ask: 1,10010
Die Differenz beträgt:
0,00010 = 1 Pip Spread
Wenn du eine Long-Position eröffnest, kaufst du zum höheren Ask-Preis.
Wenn du die Position direkt wieder schließen würdest, würdest du zum niedrigeren Bid-Preis verkaufen.
Der Markt muss sich also zunächst um den Spread zu deinen Gunsten bewegen, bevor dein Trade überhaupt im Gewinn ist.
Warum gibt es überhaupt einen Spread?
Der Spread ist ein zentraler Bestandteil der Finanzmärkte.
Er entsteht durch das Zusammenspiel von Käufern und Verkäufern.
Auf der einen Seite stehen Marktteilnehmer, die bereit sind, zu einem bestimmten Preis zu kaufen.
Auf der anderen Seite stehen Marktteilnehmer, die zu einem bestimmten Preis verkaufen möchten.
Die Differenz zwischen diesen beiden Preisen stellt den Spread dar.
Bei vielen Brokern ist der Spread gleichzeitig ein wichtiger Bestandteil der Einnahmen.
Während manche Broker zusätzliche Kommissionen verlangen, verdienen andere hauptsächlich über den Spread.
Bid und Ask einfach erklärt
Um den Spread richtig zu verstehen, musst du den Unterschied zwischen Bid und Ask kennen.
Der Bid-Preis
Der Bid-Preis ist der höchste Preis, den Käufer aktuell bereit sind zu bezahlen.
Wenn du eine bestehende Long-Position schließt, verkaufst du normalerweise zum Bid-Preis.
Der Ask-Preis
Der Ask-Preis ist der niedrigste Preis, zu dem Verkäufer aktuell bereit sind zu verkaufen.
Wenn du einen Trade eröffnest, kaufst du normalerweise zum Ask-Preis.
Der Spread entsteht also zwischen dem Preis, den Käufer zahlen möchten, und dem Preis, den Verkäufer verlangen.
Wie wird der Spread gemessen?
Im Forex Trading wird der Spread meistens in Pips angegeben.
Ein Pip ist die kleinste standardisierte Preisbewegung eines Währungspaares.
Beispiel:
EUR/USD:
1,10500 → 1,10505
Die Differenz beträgt:
5 Stellen nach der letzten Dezimalstelle beziehungsweise 0,5 Pips (je nach Notierung).
In der Praxis sprechen Trader häufig einfach von:
- 0,5 Pips Spread
- 1 Pip Spread
- 2 Pips Spread
Je kleiner der Spread, desto geringer sind die direkten Einstiegskosten.
Welche Faktoren beeinflussen den Spread?
Der Spread ist nicht immer gleich.
Er kann sich je nach Marktbedingungen deutlich verändern.
Wichtige Faktoren sind:
Liquidität des Marktes
Je mehr Marktteilnehmer aktiv sind, desto enger ist häufig der Spread.
Große Währungspaare wie EUR/USD haben normalerweise sehr geringe Spreads, weil dort extrem viel gehandelt wird.
Exotische Währungspaare können dagegen deutlich höhere Spreads haben.
Handelszeit
Der Spread kann sich je nach Tageszeit verändern.
Während der wichtigsten Handelszeiten mit hoher Aktivität sind Spreads häufig niedriger.
In ruhigen Marktphasen oder außerhalb wichtiger Handelszeiten können sie größer werden.
Nachrichten und hohe Volatilität
Bei wichtigen Wirtschaftsnachrichten kann sich der Spread stark ausweiten.
Beispiele:
- Zinsentscheidungen
- Inflationsdaten
- Arbeitsmarktdaten
- politische Ereignisse
Der Grund:
Broker und Liquiditätsanbieter müssen sich gegen schnelle Kursbewegungen absichern.
Marktinstrument
Nicht jeder Markt hat den gleichen Spread.
Beispiele:
- große Forex-Paare: häufig niedriger Spread
- exotische Währungen: häufig höherer Spread
- Aktien: abhängig von Liquidität
- Kryptowährungen: häufig größere Unterschiede
Deshalb sollte der Spread immer im Zusammenhang mit dem gehandelten Markt betrachtet werden.
Wie beeinflusst der Spread deine Trading Strategie?
Der Spread spielt besonders bei kurzfristigen Trading-Strategien eine große Rolle.
Ein Scalper eröffnet beispielsweise viele Trades innerhalb kurzer Zeit.
Wenn jeder Trade bereits mit Kosten startet, können sich kleine Unterschiede stark summieren.
Ein Beispiel:
Ein Trader macht 50 Trades pro Woche.
Der Spread beträgt durchschnittlich 1 Pip.
Diese Kosten wirken sich bei vielen Trades deutlich stärker aus als bei einem langfristigen Trader, der wenige Positionen hält.
Deshalb achten Scalper besonders auf:
- niedrige Spreads
- schnelle Ausführung
- stabile Liquidität
Für langfristige Trader ist der Spread häufig weniger entscheidend, kann aber trotzdem einen Einfluss auf die Gesamtrendite haben.
Spread und Kommission: Der Unterschied
Viele Broker werben mit extrem niedrigen Spreads.
Dabei sollte man jedoch immer prüfen, ob zusätzliche Kommissionen anfallen.
Es gibt verschiedene Gebührenmodelle:
Nur Spread
Der Broker verdient ausschließlich über den Spread.
Beispiel:
EUR/USD mit 1 Pip Spread.
Niedriger Spread plus Kommission
Der Broker bietet einen sehr engen Spread, verlangt aber zusätzlich eine Gebühr pro Trade.
Beispiel:
0,1 Pip Spread plus Kommission.
Welches Modell besser ist, hängt vom Trading-Stil ab.
Ein aktiver Trader mit vielen Trades kann von niedrigen Spreads profitieren.
Ein Trader mit wenigen Trades bewertet dagegen häufig die Gesamtkosten.
Wie wichtig ist der Spread bei der Brokerwahl?
Der Spread sollte ein wichtiger Faktor bei der Auswahl eines Brokers sein.
Aber nicht der einzige.
Ein günstiger Spread bringt wenig, wenn:
- die Ausführung schlecht ist
- Slippage häufig auftritt
- der Broker unzuverlässig ist
- versteckte Gebühren entstehen
Professionelle Trader betrachten immer das Gesamtpaket.
Dazu gehören:
- Regulierung
- Sicherheit
- Handelsplattform
- Ausführungsgeschwindigkeit
- Kostenstruktur
- Kundenservice
Typische Fehler beim Thema Spread
Viele Anfänger unterschätzen den Einfluss des Spreads.
Typische Fehler sind:
Nur auf den Spread achten
Ein extrem niedriger Spread bedeutet nicht automatisch einen besseren Broker.
Spread bei der Strategie ignorieren
Eine Strategie mit kleinen Gewinnzielen kann durch hohe Kosten unprofitabel werden.
Nachrichtenzeiten nicht beachten
Gerade rund um wichtige Veröffentlichungen können sich Spreads stark verändern.
Zu häufig handeln
Je mehr Trades du eröffnest, desto stärker wirken sich die Handelskosten aus.
Spread im Forex Trading
Besonders im Forex Trading spielt der Spread eine große Rolle.
Der Devisenmarkt ist zwar sehr liquide, aber die Kosten unterscheiden sich je nach Währungspaar deutlich.
Typischerweise haben große Major-Paare wie:
- EUR/USD
- USD/JPY
- GBP/USD
engere Spreads als weniger gehandelte Währungspaare.
Trader sollten deshalb nicht nur die mögliche Bewegung betrachten, sondern auch die Kosten berücksichtigen.
Ein kleiner Vorteil durch bessere Einstiege kann langfristig einen großen Unterschied machen.
Fazit: Der Spread gehört zu den wichtigsten Trading Kosten
Der Spread im Trading ist der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufspreis eines Finanzinstruments und gehört zu den grundlegenden Kosten jedes Trades.
Auch wenn der Spread auf den ersten Blick klein erscheint, kann er sich bei vielen Trades deutlich auf die Ergebnisse auswirken.
Besonders kurzfristige Trader sollten die Spreads ihrer Märkte genau kennen und bei der Brokerwahl berücksichtigen.
Trotzdem sollte der Spread niemals isoliert betrachtet werden.
Erfolgreiches Trading entsteht nicht dadurch, den billigsten Trade zu finden.
Entscheidend ist ein Gesamtpaket aus einer funktionierenden Strategie, sauberem Risikomanagement, guter Ausführung und kontrollierten Kosten.