Ein Chart muss nicht immer aus Candlesticks oder einzelnen Linien bestehen. Gerade wenn es darum geht, einen übergeordneten Kursverlauf schnell zu erfassen, kann ein Area Chart eine interessante Alternative sein.
Das Area Chart, auf Deutsch häufig als Flächendiagramm oder Flächenchart bezeichnet, basiert grundsätzlich auf einer Kurslinie. Der Bereich zwischen dieser Linie und der Nulllinie beziehungsweise einer definierten Referenz wird zusätzlich eingefärbt.
Dadurch entsteht eine zusammenhängende Fläche.
Das macht Area Charts besonders übersichtlich. Statt jede einzelne Kursbewegung zu betrachten, lässt sich auf einen Blick erkennen, ob ein Markt langfristig gestiegen, gefallen oder über einen bestimmten Zeitraum eher seitwärts gelaufen ist.
Für eine detaillierte technische Analyse haben Candlestick-Charts allerdings klare Vorteile. Ein Area Chart zeigt beispielsweise nicht, wie sich der Kurs innerhalb einer einzelnen Kerze bewegt hat. Er liefert deshalb weniger Informationen über Eröffnung, Hoch, Tief und Schlusskurs.
Seine Stärke liegt an einer anderen Stelle:
Area Charts reduzieren den Chart auf die wesentliche Kursbewegung und machen Trends schnell sichtbar.

Was ist ein Area Chart?
Ein Area Chart ist eine grafische Darstellung einer Zeitreihe, bei der die Kursentwicklung als Linie dargestellt und die Fläche darunter ausgefüllt wird.
Beim Trading wird häufig der Schlusskurs verwendet.
Vereinfacht:
Zeit → X-Achse
Preis → Y-Achse
Die Verbindung der Kurswerte ergibt die Linie.
Die darunterliegende Fläche wird anschließend eingefärbt.
Dadurch entsteht der typische Flächenchart.
Area Chart einfach erklärt
Stell dir folgende Schlusskurse vor:
| Tag | Schlusskurs |
|---|---|
| Montag | 100 € |
| Dienstag | 103 € |
| Mittwoch | 101 € |
| Donnerstag | 107 € |
| Freitag | 110 € |
Ein Linienchart würde diese fünf Kurse miteinander verbinden.
Ein Area Chart macht genau das ebenfalls – ergänzt aber die gefüllte Fläche darunter.
Dadurch wird die Entwicklung optisch stärker hervorgehoben.
Man erkennt sofort:
Der Markt ist über die Woche gestiegen.
Die kurzfristigen Bewegungen sind zwar weiterhin vorhanden, aber weniger dominant.
Wie liest man ein Area Chart?
Das Lesen eines Area Charts ist grundsätzlich einfach.
Zunächst solltest du die Kursrichtung betrachten.
Steigt die Fläche über längere Zeit an, befindet sich der Markt in einem Aufwärtstrend.
Fällt sie über längere Zeit, spricht das für einen Abwärtstrend.
Verläuft sie überwiegend horizontal, befindet sich der Markt möglicherweise in einer Seitwärtsphase.
Anschließend kannst du nach wichtigen Bereichen suchen:
- Hochpunkte
- Tiefpunkte
- Unterstützungen
- Widerstände
- Ausbrüche
- Trendwechsel
- Konsolidierungen
Das Area Chart dient dabei vor allem dazu, die große Struktur sichtbar zu machen.
Area Chart vs. Linienchart
Area Charts und Liniencharts basieren auf ähnlichen Daten.
Der wichtigste Unterschied ist die Darstellung.
Linienchart
Nur die Kurslinie wird dargestellt.
Area Chart
Die Kurslinie wird dargestellt und die darunterliegende Fläche ausgefüllt.
Das Area Chart wirkt dadurch optisch stärker und kann größere Bewegungen leichter hervorheben.
Ein Linienchart ist dagegen häufig etwas neutraler und eignet sich gut für eine klare Betrachtung des Kursverlaufs.
Area Chart vs. Candlestick Chart
Der Unterschied zu einem Candlestick Chart ist wesentlich größer.
Eine einzelne Candlestick-Kerze zeigt:
- Eröffnungskurs
- Schlusskurs
- Hoch
- Tief
Ein Area Chart zeigt in der Regel nur einen einzelnen Kurswert pro Zeitpunkt, häufig den Schlusskurs.
Dadurch fehlen wichtige Informationen.
Eine Candlestick-Kerze kann beispielsweise zeigen, dass ein Markt zunächst stark gestiegen ist, anschließend aber massiv verkauft wurde und fast am Tagestief geschlossen hat.
Ein Area Chart würde diese Intraday-Bewegung nicht in derselben Detailtiefe zeigen.
Warum Area Charts trotzdem interessant sind
Genau diese Reduktion kann ein Vorteil sein.
Wenn du dich beispielsweise fragst:
„Wie hat sich der Nasdaq in den vergangenen fünf Jahren entwickelt?“
kann ein Area Chart deutlich übersichtlicher sein als ein Candlestick Chart.
Die vielen einzelnen Kerzen würden die langfristige Entwicklung optisch stark verdichten.
Das Area Chart reduziert die Darstellung dagegen auf die wesentliche Bewegung.
Area Charts für die Trendanalyse
Eine der einfachsten Anwendungen ist die Trendbestimmung.
Ein langfristig ansteigender Area Chart deutet auf eine positive Kursentwicklung hin.
Ein langfristig fallender Area Chart zeigt dagegen eine negative Entwicklung.
Besonders interessant ist dabei die Steigung.
Steile Fläche nach oben
→ starke Kursbewegung
Flache Fläche
→ geringe Dynamik
Steile Bewegung nach unten
→ starker Verkaufsdruck
Horizontale Entwicklung
→ Seitwärtsmarkt
Damit lässt sich die allgemeine Marktphase schnell erfassen.
Aufwärtstrend im Area Chart erkennen
Ein klassischer Aufwärtstrend besteht aus steigenden Hochs und steigenden Tiefs.
Im Area Chart kannst du diese Struktur ebenfalls erkennen, allerdings weniger präzise als im Candlestick Chart.
Beispielsweise:
100 → 105 → 103 → 110 → 107 → 115
Der Kurs steigt insgesamt.
Die Rücksetzer sind vorhanden, aber die größeren Bewegungen zeigen klar nach oben.
Das Area Chart macht dadurch den übergeordneten Trend schnell sichtbar.
Abwärtstrend im Area Chart erkennen
Beim Abwärtstrend passiert das Gegenteil.
Beispielsweise:
120 → 115 → 117 → 108 → 111 → 100
Die Erholungen sind zwar vorhanden, aber die großen Bewegungen gehen nach unten.
Das Area Chart zeigt dadurch einen klaren Abwärtstrend.
Seitwärtsbewegung im Area Chart
Eine Seitwärtsphase lässt sich ebenfalls relativ einfach erkennen.
Beispiel:
100 → 102 → 99 → 101 → 100 → 103 → 98
Der Kurs bewegt sich um einen relativ konstanten Bereich.
Die Fläche steigt langfristig nicht deutlich an und fällt auch nicht kontinuierlich.
Das kann auf eine Range beziehungsweise Konsolidierung hindeuten.
Für Trader ist das wichtig, weil sich eine Seitwärtsphase anders handeln lässt als ein sauberer Trend.
Unterstützungen im Area Chart
Auch Unterstützungen können in einem Area Chart eingezeichnet werden.
Angenommen, ein Markt fällt mehrfach in den Bereich von:
100 €
und steigt danach wieder.
Dann kann dieser Bereich als Unterstützung betrachtet werden.
Das Area Chart kann dabei helfen, die größeren Reaktionszonen zu erkennen.
Für die genaue Platzierung sollte allerdings ein detaillierterer Chart verwendet werden.
Widerstände im Area Chart
Dasselbe funktioniert mit Widerständen.
Steigt ein Markt mehrfach in Richtung:
120 €
und fällt anschließend wieder zurück, kann dort ein Widerstandsbereich liegen.
Das Area Chart macht solche wiederkehrenden Kursbereiche relativ leicht sichtbar.
Area Chart und Breakouts
Area Charts können auch verwendet werden, um Ausbrüche aus wichtigen Preisbereichen zu erkennen.
Angenommen, ein Markt bewegt sich über längere Zeit zwischen:
100 und 110 €
Der Bereich um 110 € stellt einen Widerstand dar.
Bricht der Kurs anschließend deutlich darüber aus, kann das ein Signal für einen möglichen neuen Aufwärtsimpuls sein.
Ein Trader sollte allerdings nicht nur darauf achten, dass die Fläche kurz über den Widerstand steigt.
Wichtiger ist:
Bleibt der Kurs oberhalb des Ausbruchsniveaus?
Breakout oder Fehlausbruch?
Ein kurzer Ausbruch kann sich schnell als False Breakout herausstellen.
Beispiel:
Widerstand bei 110 €
↓
Kurs steigt auf 112 €
↓
Kurs fällt zurück unter 110 €
↓
Ausbruch gescheitert
Im Area Chart lässt sich die Bewegung relativ einfach erkennen.
Für die genaue Analyse des Ausbruchs sind Candlesticks und Volumen allerdings hilfreicher.
Area Chart für Trendlinien
Trendlinien können ebenfalls auf einem Area Chart eingezeichnet werden.
Eine steigende Trendlinie verbindet beispielsweise mehrere Tiefpunkte.
Eine fallende Trendlinie verbindet mehrere Hochpunkte.
Wird die Trendlinie gebrochen, kann dies auf eine mögliche Veränderung der Marktstruktur hinweisen.
Auch hier sollte ein solcher Bruch nicht automatisch als Trendwende interpretiert werden.
Area Chart und Trendkanäle
Aus zwei parallelen Trendlinien kann ein Trendkanal entstehen.
Ein Aufwärtstrendkanal besteht beispielsweise aus:
- steigender Unterstützung
- steigender Widerstandslinie
Bewegt sich der Kurs innerhalb des Kanals, kann der Trader beobachten, wie der Preis an den jeweiligen Grenzen reagiert.
Bricht der Kurs aus dem Kanal aus, entsteht eine neue Situation.
Area Chart für langfristige Analysen
Eine der größten Stärken des Area Charts liegt in der langfristigen Betrachtung.
Beispielsweise:
1 Jahr
5 Jahre
10 Jahre
oder noch länger.
Bei solchen Zeiträumen kann ein Candlestick Chart schnell unübersichtlich werden.
Ein Area Chart zeigt dagegen den langfristigen Kursverlauf sehr kompakt.
Das eignet sich beispielsweise für:
- Aktien
- Indizes
- Kryptowährungen
- Rohstoffe
- ETFs
Area Charts bei Aktien
Bei Aktien kann ein Area Chart verwendet werden, um die langfristige Kursentwicklung eines Unternehmens zu analysieren.
Interessante Fragen sind beispielsweise:
Wie stark ist die Aktie langfristig gestiegen?
Wann entstanden größere Rückgänge?
Wie lange dauerten bestimmte Aufwärtstrends?
Welche Kursbereiche wurden mehrfach erreicht?
Für eine erste Analyse kann das vollkommen ausreichen.
Für den Einstieg sollten anschließend detailliertere Charts verwendet werden.
Area Charts beim DAX
Auch beim DAX kann ein Area Chart einen schnellen Überblick liefern.
Beispielsweise lässt sich erkennen:
- ob der Index langfristig steigt,
- wann größere Korrekturen entstanden,
- wo längere Seitwärtsphasen lagen,
- wann neue Hochs erreicht wurden.
Für Intraday-Trading ist ein Area Chart dagegen weniger geeignet, wenn präzise Entries benötigt werden.
Area Charts beim Nasdaq
Beim Nasdaq kann ein langfristiger Area Chart besonders übersichtlich sein.
Gerade bei starken Trendbewegungen ist sofort sichtbar, wie sich der Index über Monate oder Jahre entwickelt hat.
Kurzfristige Schwankungen treten dagegen optisch etwas in den Hintergrund.
Das kann hilfreich sein, wenn der übergeordnete Trend im Mittelpunkt steht.
Area Charts bei Kryptowährungen
Kryptowährungen sind für Area Charts ebenfalls interessant.
Bitcoin kann beispielsweise über mehrere Jahre betrachtet werden, ohne dass der Chart durch tausende Candlesticks überladen wird.
So lassen sich große:
- Bullenmärkte
- Bärenmärkte
- Korrekturen
- Konsolidierungen
schnell erkennen.
Für kurzfristige Krypto-Trades reicht ein Area Chart dagegen nicht aus.
Area Charts im Forex Trading
Auch Forex-Paare können mit Area Charts dargestellt werden.
Beispielsweise:
EUR/USD
GBP/USD
USD/JPY
Ein langfristiger Area Chart kann zeigen, wie sich ein Währungspaar über einen bestimmten Zeitraum entwickelt hat.
Für kurzfristige Forex-Trades sind allerdings Candlesticks, Marktstruktur und Volumen beziehungsweise Tick-Volumen meist wesentlich aussagekräftiger.
Area Charts und technische Analyse
Ein Area Chart kann Teil einer technischen Analyse sein.
Allerdings sollte er eher als Übersichts- und Kontextwerkzeug verstanden werden.
Eine vollständige Analyse kann beispielsweise aus folgenden Elementen bestehen:
Area Chart
→ übergeordneter Trend
→ konkrete Preisbewegung
Volumen
→ Handelsaktivität
Unterstützung/Widerstand
→ wichtige Preiszonen
Indikatoren
→ zusätzliche Bestätigung
So übernimmt jeder Bestandteil eine andere Aufgabe.
Area Chart und gleitende Durchschnitte
Ein Moving Average kann auch mit einem Area Chart kombiniert werden.
Beispielsweise:
50-Tage-Moving-Average
oder
200-Tage-Moving-Average.
Liegt der Kurs langfristig oberhalb des 200-Tage-Durchschnitts, spricht das häufig für eine positive Marktphase.
Liegt er darunter, kann die Marktphase schwächer sein.
Der Moving Average sollte allerdings ebenfalls nicht als alleinstehendes Kaufsignal betrachtet werden.
Area Chart und RSI
Der RSI kann zusätzliche Informationen über Momentum und mögliche Übertreibungen liefern.
Ein Area Chart zeigt beispielsweise einen starken Aufwärtstrend.
Der RSI steigt gleichzeitig in einen hohen Bereich.
Das kann darauf hindeuten, dass die Bewegung kurzfristig stark geworden ist.
Es bedeutet jedoch nicht automatisch, dass der Trend endet.
Area Chart und MACD
Auch der MACD kann mit der Darstellung kombiniert werden.
Der Area Chart zeigt die übergeordnete Kursentwicklung.
Der MACD liefert zusätzliche Informationen über Momentum und Trenddynamik.
Beispielsweise kann eine Aktie weiter steigen, während der MACD bereits schwächer wird.
Das kann eine mögliche Divergenz darstellen, die anschließend genauer untersucht werden sollte.
Area Chart für Trendfolge
Eine einfache Trendfolge-Idee kann so aussehen:
Area Chart zeigt klaren Aufwärtstrend
↓
Kurs oberhalb des langfristigen Moving Average
↓
Rücksetzer
↓
Unterstützung hält
↓
bullishe Price Action
↓
Long
Der Area Chart dient hier vor allem dazu, den übergeordneten Kontext festzulegen.
Area Chart für Reversal Trading
Auch für Reversal Trading kann die Darstellung genutzt werden.
Beispielsweise:
längerer Abwärtstrend
↓
Kurs erreicht langfristige Unterstützung
↓
Verkaufsdruck nimmt ab
↓
Marktstruktur verändert sich
↓
bullisher Ausbruch
Hier hilft der Area Chart, die größere Ausgangssituation zu erkennen.
Für den eigentlichen Entry sollten jedoch genauere Kursdaten betrachtet werden.
Area Chart für Swing Trading
Swing Trader können Area Charts nutzen, um größere Bewegungen zu analysieren.
Dabei geht es weniger um einzelne Candlesticks als um:
- Swing Highs
- Swing Lows
- Trendphasen
- Unterstützungen
- Widerstände
- größere Korrekturen
Der Area Chart eignet sich deshalb besonders gut als erste Ebene der Analyse.
Area Chart für Daytrading
Für Daytrading ist das Area Chart nur eingeschränkt geeignet.
Der Grund:
Ein Daytrader benötigt häufig sehr genaue Informationen über:
- Eröffnung
- Hoch
- Tief
- Schlusskurs
- Kerzenformationen
- Volumen
- kurzfristige Marktstruktur
Diese Informationen liefert ein Area Chart nicht ausreichend.
Es kann dennoch sinnvoll sein, zunächst den übergeordneten Trend zu bestimmen und anschließend auf einen Candlestick Chart zu wechseln.
Area Chart für Scalping
Beim Scalping ist die Aussagekraft noch stärker eingeschränkt.
Scalper benötigen präzise Informationen über kurzfristige Preisbewegungen.
Ein Area Chart kann zwar den Kursverlauf vereinfachen, aber genau diese Vereinfachung ist beim Scalping häufig ein Nachteil.
Für schnelle Entries und Exits sind Candlesticks beziehungsweise andere detaillierte Chartdarstellungen besser geeignet.
Area Chart richtig einstellen
Bei der Verwendung eines Area Charts solltest du zunächst den passenden Zeitraum wählen.
Für eine langfristige Analyse:
1 Jahr bis mehrere Jahre
Für Swing Trading:
mehrere Wochen bis Monate
Für Daytrading:
Intraday-Zeitraum
Die konkrete Einstellung hängt vom Ziel der Analyse ab.
Ein Chart sollte immer die Frage beantworten, die du gerade untersuchen möchtest.
Area Chart und Zeitrahmen
Der gleiche Markt kann auf verschiedenen Timeframes völlig unterschiedlich aussehen.
Ein Aufwärtstrend im Tageschart kann beispielsweise im 5-Minuten-Chart gerade eine deutliche Abwärtsbewegung zeigen.
Deshalb ist es wichtig, den Timeframe nicht mit dem Trend gleichzusetzen.
Eine sinnvolle Analyse beginnt häufig mit dem größeren Timeframe.
Anschließend wird in kleinere Zeiteinheiten gewechselt.
Multi-Timeframe-Analyse mit Area Charts
Eine mögliche Vorgehensweise:
Tageschart
→ übergeordneter Trend
4-Stunden-Chart
→ mittelfristige Struktur
1-Stunden-Chart
→ wichtige Zonen
15-Minuten-Chart
→ Entry
Das Area Chart kann dabei insbesondere auf den höheren Zeitebenen hilfreich sein.
Vorteile von Area Charts
Area Charts haben einige klare Vorteile.
Sehr übersichtlich
Der Kursverlauf lässt sich schnell erfassen.
Gute Trenddarstellung
Längere Bewegungen werden optisch deutlich.
Weniger Chartrauschen
Viele kurzfristige Details treten in den Hintergrund.
Ideal für langfristige Betrachtungen
Mehrjährige Entwicklungen können kompakt dargestellt werden.
Einfache Interpretation
Auch Einsteiger verstehen die Grundidee schnell.
Nachteile von Area Charts
Die Vereinfachung hat allerdings einen Preis.
Keine OHLC-Informationen
Open, High, Low und Close sind nicht vollständig sichtbar.
Candlestick Patterns fehlen
Formationen wie Hammer oder Engulfing lassen sich nicht sinnvoll analysieren.
Weniger geeignet für kurzfristige Entries
Für Daytrading und Scalping fehlen wichtige Details.
Intraday-Bewegungen werden reduziert
Starke Bewegungen innerhalb einer Periode können verborgen bleiben.
Keine vollständige technische Analyse
Ein Area Chart sollte nicht als alleinige Grundlage für Trading-Entscheidungen dienen.
Häufige Fehler beim Lesen von Area Charts
Nur auf die Steigung schauen
Ein steigender Chart bedeutet nicht automatisch, dass jetzt ein guter Long-Einstieg vorhanden ist.
Kleine Bewegungen überbewerten
Nicht jede kurzfristige Delle verändert den übergeordneten Trend.
Unterstützungen zu exakt einzeichnen
Preisbereiche sind häufig Zonen und keine punktgenauen Linien.
Area Chart als Entry-Signal verwenden
Für konkrete Entries fehlen wichtige Informationen.
Timeframe ignorieren
Ein Trend kann je nach Zeitebene unterschiedlich aussehen.
Area Charts und Trading-Strategien
Das Area Chart selbst ist keine Trading-Strategie.
Es kann aber Bestandteil verschiedener Ansätze sein.
Besonders sinnvoll ist die Kombination mit:
- Trendfolge
- Swing Trading
- Breakout Trading
- Support & Resistance
- Multi-Timeframe-Analyse
- Moving Averages
- Price Action
Der Area Chart übernimmt dabei vor allem die Aufgabe, den Kontext zu liefern.
Eine einfache Strategie mit Area Charts
Eine einfache Vorgehensweise für Swing Trader könnte so aussehen:
Schritt 1: Langfristigen Trend bestimmen
Im Tageschart prüfen, ob der Markt steigt oder fällt.
Schritt 2: Wichtige Zonen markieren
Unterstützungen und Widerstände identifizieren.
Schritt 3: Auf Pullback warten
Nicht mitten in einer starken Bewegung einsteigen.
Schritt 4: Auf kleineren Timeframe wechseln
Jetzt kann die genaue Preisstruktur analysiert werden.
Schritt 5: Entry bestätigen
Zum Beispiel durch Candlestick-Formation oder Breakout.
Schritt 6: Risiko festlegen
Stop Loss und Positionsgröße definieren.
So wird der Area Chart sinnvoll eingesetzt, ohne ihn mit einer vollständigen Trading-Strategie zu verwechseln.
Fazit: Area Charts richtig lesen
Area Charts sind eine einfache und übersichtliche Möglichkeit, Kursentwicklungen darzustellen.
Sie eignen sich besonders gut, um Trends, größere Bewegungen, Korrekturen und langfristige Kursentwicklungen schnell zu erkennen.
Der größte Vorteil liegt gleichzeitig in ihrer größten Einschränkung:
Das Area Chart reduziert die Kursbewegung auf eine sehr einfache Darstellung.
Dadurch ist der Chart übersichtlich, aber wichtige Details gehen verloren.
Für eine langfristige Analyse kann das ein Vorteil sein.
Für einen präzisen Trading-Einstieg ist es dagegen häufig sinnvoller, anschließend auf Candlestick-Charts oder andere detailliertere Darstellungen zu wechseln.
Eine sinnvolle Vorgehensweise ist deshalb:
Area Chart für den Überblick → Candlestick Chart für die Details → Price Action für den Entry → Risikomanagement für den Trade.
Wer Area Charts richtig lesen lernen möchte, sollte deshalb nicht versuchen, aus der Fläche allein Kaufsignale abzuleiten.
Viel wichtiger ist die Frage:
Welche Marktstruktur zeigt der Chart – und wie kann ich diese Information mit weiteren Analysewerkzeugen sinnvoll nutzen?
So wird aus einem einfachen Flächenchart ein nützliches Werkzeug für die technische Marktanalyse.