Micro Futures ermöglichen es Tradern, Futures-Kontrakte mit einer deutlich kleineren Kontraktgröße zu handeln. Dadurch lässt sich das Risiko pro Punkt und Tick gegenüber den klassischen E-Mini-Futures reduzieren.
Besonders für Trader, die den Futures-Handel kennenlernen oder ihre Positionsgröße genauer an das eigene Risikomanagement anpassen möchten, sind Micro Futures interessant.
Bekannt sind vor allem die Micro-Kontrakte auf wichtige US-Indizes wie den Nasdaq, S&P 500 und Dow Jones. Darüber hinaus gibt es Micro Futures auf Währungen, Rohstoffe und weitere Märkte.
Doch wie funktionieren Micro Futures genau? Welche Kontrakte gibt es? Was ist ein Tick wert und wie viel Kapital benötigt man?
Was sind Micro Futures?
Micro Futures sind standardisierte Futures-Kontrakte mit einer kleineren Kontraktgröße als vergleichbare reguläre oder E-Mini-Futures.
Ein Micro Future bildet dabei grundsätzlich denselben zugrunde liegenden Markt ab wie sein größerer Bruder, hat aber einen geringeren Wert pro Punkt.
Ein bekanntes Beispiel ist der Micro E-mini Nasdaq-100 Future (MNQ).
Der MNQ bildet den Nasdaq-100 ab, hat aber nur einen Bruchteil der Kontraktgröße des klassischen E-mini Nasdaq-100 Futures (NQ).
Dadurch können Trader ihre Positionsgröße feiner skalieren.
Wichtig: Micro bedeutet nicht, dass der Futures-Handel automatisch „klein“ oder risikolos ist. Futures sind gehebelte Finanzinstrumente und können bei ungünstigen Kursbewegungen schnell zu erheblichen Verlusten führen.
Micro Futures vs. E-Mini Futures
Der wichtigste Unterschied liegt in der Kontraktgröße.
Ein E-Mini Future ist bereits kleiner als ein historisch großer Standard-Futures-Kontrakt.
Ein Micro E-mini Future ist wiederum nur ein Bruchteil des entsprechenden E-Mini-Kontrakts.
Bei den bekannten US-Index-Futures gilt beispielsweise:
| Future | Kürzel | Größe relativ zum E-Mini |
|---|---|---|
| E-mini Nasdaq-100 | NQ | 100 % |
| Micro E-mini Nasdaq-100 | MNQ | 10 % |
| E-mini S&P 500 | ES | 100 % |
| Micro E-mini S&P 500 | MES | 10 % |
| E-mini Dow | YM | 100 % |
| Micro E-mini Dow | MYM | 10 % |
| E-mini Russell 2000 | RTY | 100 % |
| Micro E-mini Russell 2000 | M2K | 10 % |
Dadurch sind Micro Futures besonders interessant, wenn ein Trader beispielsweise nur einen Bruchteil der Positionsgröße eines E-Mini handeln möchte.
Die wichtigsten Micro Futures im Überblick
Zu den bekanntesten Micro Futures gehören:
- MNQ – Micro E-mini Nasdaq-100
- MES – Micro E-mini S&P 500
- MYM – Micro E-mini Dow Jones
- M2K – Micro E-mini Russell 2000
- MCL – Micro WTI Crude Oil
- MGC – Micro Gold
- MBT – Micro Bitcoin
- MET – Micro Ether
Die genauen Kontraktspezifikationen, Tick-Werte und Handelsbedingungen sollten vor dem Handel immer beim jeweiligen Börsenbetreiber beziehungsweise Broker geprüft werden, da sich Produktbedingungen ändern können.
Micro E-mini Nasdaq-100: MNQ
Der MNQ gehört zu den beliebtesten Micro Futures für Daytrader.
Er bildet den Nasdaq-100 ab.
Der Kontraktwert entspricht 2 USD je Nasdaq-100-Punkt.
Die kleinste Preisbewegung beträgt 0,25 Punkte.
Damit beträgt der Tick-Wert:
0,25 Punkte × 2 USD = 0,50 USD
Ein Tick im MNQ ist somit 0,50 USD wert.
Vier Ticks entsprechen einem Punkt.
Ein Punkt Bewegung entspricht daher:
2 USD
Beispiel:
Der Nasdaq steigt um 50 Punkte.
Bei einem MNQ-Kontrakt entspricht das:
50 × 2 USD = 100 USD
Bei zwei Kontrakten wären es 200 USD.
Micro E-mini S&P 500: MES
Der MES bildet den S&P 500 ab.
Der Kontraktwert beträgt 5 USD je Indexpunkt.
Die Tick-Größe liegt bei 0,25 Punkten.
Damit ergibt sich:
0,25 × 5 USD = 1,25 USD pro Tick
Ein voller Punkt entspricht somit 5 USD.
Beispiel:
Der S&P 500 bewegt sich 20 Punkte.
Bei einem MES entspricht das:
20 × 5 USD = 100 USD
Bei vier Kontrakten wären es 400 USD.
Micro E-mini Dow: MYM
Der MYM bildet den Dow Jones Industrial Average ab.
Der Kontraktwert beträgt 0,50 USD je Dow-Punkt.
Die minimale Preisbewegung beträgt 1 Punkt.
Damit entspricht:
1 Punkt = 0,50 USD
Beispiel:
Der Dow bewegt sich 200 Punkte.
Bei einem MYM:
200 × 0,50 USD = 100 USD
Micro E-mini Russell 2000: M2K
Der M2K bildet den Russell 2000 ab.
Der Kontraktwert beträgt 5 USD je Indexpunkt.
Die minimale Preisbewegung beträgt 0,10 Punkte.
Damit ergibt sich:
0,10 × 5 USD = 0,50 USD pro Tick
Ein Punkt entspricht:
5 USD
Beispiel:
Der Russell 2000 bewegt sich 10 Punkte.
Bei einem M2K:
10 × 5 USD = 50 USD
Micro WTI Crude Oil: MCL
Der MCL ist der Micro-Futures-Kontrakt auf WTI-Rohöl.
Er entspricht 100 Barrel.
Die kleinste Preisbewegung beträgt 0,01 USD pro Barrel.
Damit ergibt sich:
0,01 USD × 100 Barrel = 1 USD pro Tick
Ein Tick im MCL ist somit 1 USD wert.
Eine Bewegung von 1,00 USD beim Öl entspricht bei einem Kontrakt:
100 USD
Micro Gold: MGC
Der MGC bildet den Gold-Futures-Markt ab.
Ein Kontrakt entspricht 10 Feinunzen Gold.
Die Tick-Größe beträgt 0,10 USD je Feinunze.
Damit ergibt sich:
0,10 USD × 10 = 1 USD pro Tick
Ein Tick im Micro Gold Future entspricht somit 1 USD.
Eine Goldbewegung von 10 USD entspricht bei einem MGC:
10 × 10 USD = 100 USD
Micro Bitcoin: MBT
Auch für Bitcoin existiert ein Micro-Futures-Kontrakt.
Der Micro Bitcoin Future (MBT) entspricht einem Bruchteil des größeren Bitcoin Futures.
Bei Micro Bitcoin entspricht ein Kontrakt 0,1 Bitcoin.
Die genaue Tick-Struktur und der daraus resultierende Geldwert sollten vor dem Handel anhand der aktuellen Kontraktspezifikation überprüft werden.
Gerade bei Kryptowährungen können hohe Kursbewegungen auftreten.
Das kleinere Kontraktvolumen reduziert zwar den Wert pro Bewegung, beseitigt aber nicht das Marktrisiko.
Micro Futures Tick-Werte
Der Tick-Wert ist für das Risikomanagement besonders wichtig.
Ein Tick ist die kleinste zulässige Preisbewegung eines Futures.
Die Berechnung lautet grundsätzlich:
Tick-Wert = Tick-Größe × Kontraktwert
Bei MNQ:
0,25 Punkte × 2 USD = 0,50 USD
Bei MES:
0,25 Punkte × 5 USD = 1,25 USD
Bei M2K:
0,10 Punkte × 5 USD = 0,50 USD
Bei MCL:
0,01 USD × 100 Barrel = 1 USD
Bei MGC:
0,10 USD × 10 Unzen = 1 USD
Die Tick-Werte sind deshalb eine der wichtigsten Grundlagen, bevor ein Trader einen Futures-Kontrakt handelt.
Wie berechnet man das Risiko bei Micro Futures?
Das Risiko eines Futures-Trades lässt sich relativ einfach berechnen.
Benötigt werden:
- Anzahl der Kontrakte
- Abstand zum Stop Loss
- Wert pro Punkt
Beispiel MNQ:
1 Kontrakt
Stop Loss: 40 Punkte
Wert pro Punkt: 2 USD
Risiko:
40 × 2 USD = 80 USD
Bei zwei Kontrakten:
40 × 2 × 2 USD = 160 USD
Der Trader kann damit seine Positionsgröße direkt an das gewünschte Risiko anpassen.
Beispiel: 1 % Risiko mit Micro Futures
Angenommen, ein Trading-Konto hat einen Wert von:
20.000 USD
Der Trader möchte maximal:
1 %
pro Trade riskieren.
Das entspricht:
200 USD
Nun handelt er MNQ.
Sein Stop Loss liegt 50 Punkte vom Einstieg entfernt.
Ein MNQ ist 2 USD pro Punkt wert.
Risiko pro Kontrakt:
50 × 2 USD = 100 USD
Damit wären theoretisch zwei MNQ-Kontrakte möglich:
2 × 100 USD = 200 USD
Das entspricht 1 % des Kontos.
In der Praxis sollten zusätzlich Kommissionen, Gebühren und mögliche Ausführungsabweichungen berücksichtigt werden.
Warum Micro Futures für das Risikomanagement interessant sind
Der große Vorteil von Micro Futures liegt in der feineren Skalierung.
Angenommen, ein Trader möchte den Nasdaq handeln.
Mit einem NQ-Kontrakt beträgt der Wert pro Punkt 20 USD.
Beim MNQ sind es nur 2 USD.
Damit kann der Trader beispielsweise ein Risiko von 100 USD mit einem 50-Punkte-Stop umsetzen.
Beim NQ würde derselbe Stop bereits:
50 × 20 USD = 1.000 USD
entsprechen.
Der Micro-Kontrakt ermöglicht damit eine deutlich kleinere Risikostufe.
Wie viel Margin braucht man für Micro Futures?
Hier muss zwischen Kontraktwert und Margin unterschieden werden.
Die Margin ist nicht einfach der Kaufpreis des Futures.
Sie ist vielmehr eine Sicherheitsleistung, die für das Halten einer Futures-Position erforderlich ist.
Je nach Broker können unterschiedliche Margin-Anforderungen gelten.
Außerdem kann zwischen:
- Initial Margin
- Maintenance Margin
- Intraday Margin
unterschieden werden.
Gerade bei Daytrading-Angeboten können Broker deutlich niedrigere Intraday-Margins anbieten als die reguläre Börsenmargin.
Das bedeutet jedoch nicht, dass der Trader nur das Margin-Guthaben verlieren kann.
Die tatsächliche Marktposition bleibt größer als der hinterlegte Margin-Betrag.
Micro Futures und Hebel
Futures ermöglichen einen hohen Kapitaleinsatz im Verhältnis zum hinterlegten Kapital.
Das wird häufig als Hebelwirkung bezeichnet.
Ein Trader kontrolliert beispielsweise mit einem relativ kleinen Margin-Betrag einen wesentlich größeren Kontraktwert.
Dadurch können Gewinne schneller entstehen.
Gleichzeitig können Verluste genauso schnell wachsen.
Micro Futures reduzieren die Kontraktgröße, aber nicht das grundsätzliche Risiko eines gehebelten Futures-Handels.
Micro Futures für Anfänger?
Micro Futures können für Trader interessant sein, die bereits über Grundlagenwissen verfügen und den Futures-Markt kennenlernen möchten.
Sie sind allerdings nicht automatisch für Anfänger geeignet.
Vor dem ersten Echtgeldtrade sollten insbesondere folgende Punkte verstanden werden:
- Tick-Größe
- Tick-Wert
- Punktwert
- Margin
- Stop Loss
- Positionsgröße
- Handelszeiten
- Kommissionen
- Slippage
- Liquidität
- Verlustbegrenzung
Wer diese Grundlagen nicht versteht, sollte nicht allein aufgrund der kleinen Kontraktgröße mit Micro Futures beginnen.
Micro Futures Trading Zeiten
Viele Micro Futures werden an den US-Terminbörsen gehandelt und sind während eines großen Teils des Tages verfügbar.
Die genaue Handelszeit hängt vom jeweiligen Kontrakt und Börsenplatz ab.
Für Daytrader sind insbesondere die US-Handelszeiten interessant, weil dort bei US-Index-Futures häufig eine höhere Marktaktivität vorhanden ist.
Trader sollten außerdem beachten, dass es tägliche Handelsunterbrechungen und besondere Feiertagszeiten geben kann.
Die aktuellen Handelszeiten sollten deshalb immer beim jeweiligen Börsenbetreiber oder Broker geprüft werden.
Micro Futures vs. CFDs
Micro Futures und CFDs sind nicht dasselbe.
Bei einem Futures-Kontrakt handelt es sich um einen standardisierten Terminbörsenkontrakt.
CFDs sind dagegen derivative Produkte, die in der Regel direkt mit einem Broker gehandelt werden.
Wichtige Unterschiede können unter anderem bestehen bei:
- Börsenhandel
- Kontraktgröße
- Margin
- Gebühren
- Handelszeiten
- Ausführung
- Liquidität
- Verfall beziehungsweise Kontraktwechsel
Welches Produkt besser geeignet ist, hängt von der Strategie und den persönlichen Anforderungen des Traders ab.
Micro Futures vs. Forex
Auch Micro Futures und Forex unterscheiden sich strukturell.
Forex wird überwiegend dezentral über ein Netzwerk verschiedener Marktteilnehmer gehandelt.
Futures werden dagegen standardisiert über Terminbörsen gehandelt.
Ein Vorteil von Futures ist die zentrale Preisbildung am jeweiligen Börsenplatz.
Dadurch können beispielsweise echtes Börsenvolumen und Orderbuchdaten verfügbar sein.
Micro Futures vs. Mini Futures
„Mini“ und „Micro“ beschreiben grundsätzlich die Größe eines Kontrakts.
Micro Futures sind kleiner als die entsprechenden Mini beziehungsweise E-Mini-Kontrakte.
Das ermöglicht Tradern eine feinere Abstufung der Positionsgröße.
Ein einfaches Beispiel:
NQ → MNQ
ES → MES
YM → MYM
RTY → M2K
Die Micro-Version entspricht bei diesen bekannten E-mini-Indizes typischerweise 1/10 des E-mini-Kontrakts.
Micro Futures und TradingView
Micro Futures können auch in TradingView analysiert werden, sofern der jeweilige Datenzugang und das entsprechende Marktdatenpaket verfügbar sind.
Trader können dort beispielsweise:
- Charts analysieren
- Marktstruktur markieren
- Unterstützungen einzeichnen
- Widerstände analysieren
- Indikatoren verwenden
- Trading-Setups vorbereiten
Für die tatsächliche Orderausführung wird anschließend eine unterstützte Futures-Handelsplattform beziehungsweise ein entsprechender Broker benötigt.
Micro Futures und NinjaTrader
NinjaTrader gehört zu den bekannten Plattformen im Futures Trading.
Trader können dort Futures analysieren und je nach Konto- und Brokeranbindung handeln.
Besonders interessant sind Funktionen wie:
- Chart Trading
- DOM
- Orderverwaltung
- Stop Loss
- Take Profit
- Positionsanzeige
- Trading-Journal beziehungsweise Auswertung
Welche Produkte und Börsen tatsächlich verfügbar sind, hängt von der jeweiligen Anbindung und dem verwendeten Konto ab.
Micro Futures Strategie
Micro Futures benötigen keine eigene spezielle Strategie.
Ein Trader kann grundsätzlich dieselben Strategien verwenden wie bei größeren Futures-Kontrakten.
Beispielsweise:
- Breakout Trading
- Pullback Trading
- Trendfolge
- Opening Range Breakout
- Price Action
- VWAP Trading
- Mean Reversion
- Scalping
- Daytrading
Der Unterschied liegt vor allem in der Kontraktgröße und damit im finanziellen Wert der Kursbewegung.
Micro Futures und Scalping
Micro Futures werden häufig von kurzfristigen Tradern eingesetzt.
Beim Scalping werden viele kleine Kursbewegungen gehandelt.
Hier sind Tick-Wert, Spread beziehungsweise Bid-Ask-Differenz, Kommissionen und Ausführung besonders wichtig.
Ein scheinbar kleiner Vorteil pro Trade kann durch Gebühren schnell reduziert werden.
Deshalb sollte eine Scalping-Strategie immer mit realistischen Handelskosten getestet werden.
Micro Futures und Daytrading
Beim Daytrading werden Positionen innerhalb eines Handelstages eröffnet und geschlossen.
Micro Futures können hierfür interessant sein, weil sich die Positionsgröße relativ fein anpassen lässt.
Ein Trader kann beispielsweise statt eines E-mini-Kontrakts mehrere Micro-Kontrakte handeln.
Dadurch kann er seine Positionsgröße schrittweise verändern.
Micro Futures bei Prop Trading
Micro Futures spielen auch im Futures Prop Trading eine wichtige Rolle.
Viele Futures-Prop-Trading-Unternehmen ermöglichen den Handel mit Micro- und Mini-Kontrakten.
Hier ist allerdings besondere Vorsicht beim Risikomanagement erforderlich.
Ein Konto mit beispielsweise 50.000 USD nominalem Kontowert bedeutet nicht automatisch, dass der Trader 50.000 USD frei verlieren darf.
Prop-Firmen haben häufig eigene Regeln für:
- maximale Drawdowns
- Tagesverluste
- Positionsgrößen
- News Trading
- Overnight-Positionen
- Konsistenz
- Auszahlungen
Entscheidend ist daher immer das konkrete Regelwerk des jeweiligen Anbieters.
Häufige Fehler beim Micro-Futures-Trading
Zu viele Kontrakte
Nur weil ein Micro Future klein ist, bedeutet das nicht, dass beliebig viele Kontrakte gehandelt werden sollten.
Margin mit Risiko verwechseln
Die Margin ist nicht gleichbedeutend mit dem maximalen Verlust.
Tick-Wert nicht kennen
Wer den Tick-Wert nicht kennt, kann sein Risiko nicht sauber berechnen.
Stop Loss zu eng setzen
Ein Stop Loss sollte zur Marktstruktur und Volatilität passen.
Gebühren unterschätzen
Gerade bei vielen Trades können Kommissionen einen erheblichen Einfluss auf das Ergebnis haben.
Hebel unterschätzen
Futures können sich schnell bewegen. Ein kleiner Margin-Betrag bedeutet nicht, dass die Position klein ist.
Schritt-für-Schritt-Anleitung für Micro Futures
Wer Micro Futures handeln möchte, kann grundsätzlich strukturiert vorgehen.
Schritt 1: Markt auswählen
Zunächst sollte entschieden werden, welcher Futures-Markt zur eigenen Strategie passt.
Beispielsweise:
MNQ, MES, MYM, M2K, MCL oder MGC.
Schritt 2: Kontraktspezifikation prüfen
Vor dem Trade sollten Tick-Größe, Tick-Wert, Punktwert und Kontraktgröße bekannt sein.
Schritt 3: Strategie definieren
Der Trader benötigt klare Regeln für Einstieg, Stop Loss und Take Profit.
Schritt 4: Risiko bestimmen
Beispielsweise:
Maximal 100 USD pro Trade.
Schritt 5: Positionsgröße berechnen
Die Anzahl der Kontrakte wird anhand des Stop-Loss-Abstands und des Punktwerts bestimmt.
Schritt 6: Backtesting
Die Strategie wird über eine ausreichend große Anzahl historischer Trades getestet.
Schritt 7: Simulation
Anschließend kann die Strategie zunächst im Paper Trading beziehungsweise auf einem Simulationskonto getestet werden.
Schritt 8: Echtgeld vorsichtig starten
Erst wenn Strategie, Risiko und Orderausführung verstanden werden, sollte mit Echtgeld gehandelt werden.
Fazit: Micro Futures einfach erklärt
Micro Futures sind kleinere Futures-Kontrakte, die insbesondere bei US-Indizes, Rohstoffen und weiteren Märkten verfügbar sind.
Bekannte Beispiele sind:
- MNQ für den Nasdaq-100
- MES für den S&P 500
- MYM für den Dow Jones
- M2K für den Russell 2000
- MCL für WTI-Rohöl
- MGC für Gold
Der entscheidende Vorteil liegt in der kleineren Kontraktgröße. Dadurch können Trader ihr Risiko feiner skalieren als bei größeren Futures-Kontrakten.
Besonders wichtig sind dabei Tick-Größe, Tick-Wert, Punktwert und Positionsgröße.
Wer Micro Futures handeln möchte, sollte sich jedoch nicht von der Bezeichnung „Micro“ täuschen lassen. Es handelt sich weiterhin um gehebelte Futures. Eine kleine Kontraktgröße macht den Handel nicht automatisch sicher.
Der wichtigste Schritt vor dem ersten Trade ist deshalb nicht die Suche nach der besten Strategie, sondern das Verständnis des eigenen Risikos:
Wie viel ist ein Tick wert, wie viel kostet ein Punkt und wie viel Geld verliere ich, wenn mein Stop Loss ausgelöst wird?
Wer diese Fragen beantworten kann, hat eine wichtige Grundlage für einen strukturierten Einstieg in den Futures-Handel geschaffen.