Parabolic SAR

1 2 A B C D E F G H I K L M N O P R S T V W

Der Parabolic SAR gehört zu den bekanntesten technischen Indikatoren für die Trendfolge. Trader nutzen ihn vor allem, um mögliche Trendrichtungen zu erkennen, Einstiegs- und Ausstiegspunkte zu bestimmen und Stop-Loss-Positionen nachzuziehen.

Charakteristisch sind die kleinen Punkte, die der Parabolic SAR oberhalb oder unterhalb des Preises im Chart darstellt.

Befinden sich die Punkte unterhalb des Kurses, wird der Markt häufig als bullish interpretiert. Liegen die Punkte oberhalb des Kurses, deutet das Modell auf einen bearishen Trend hin.

Der Parabolic SAR kann dadurch auf den ersten Blick sehr einfach wirken.

Doch genau hier liegt eine wichtige Einschränkung:

Der Parabolic SAR funktioniert am besten in klaren Trends und kann in Seitwärtsmärkten zahlreiche Fehlsignale erzeugen.

Deshalb sollte der Indikator nicht als alleinstehendes Handelssystem betrachtet werden. In der Praxis kann eine Kombination aus Marktstruktur, Trend, Support & Resistance und Parabolic SAR deutlich sinnvoller sein.

Was ist der Parabolic SAR?

Inhaltsverzeichnis:

Der Parabolic SAR ist ein technischer Trendfolgeindikator, der von J. Welles Wilder Jr. entwickelt wurde.

SAR steht für:

Stop and Reverse

Der Name beschreibt bereits die grundlegende Idee des Indikators.

Der Parabolic SAR soll nicht nur die aktuelle Trendrichtung anzeigen, sondern gleichzeitig mögliche Punkte liefern, an denen eine bestehende Position geschlossen und gegebenenfalls eine Position in die entgegengesetzte Richtung eröffnet werden könnte.

Im Chart wird der Indikator als eine Reihe von Punkten dargestellt.

Punkte unterhalb des Kurses

→ bullishe Trendrichtung

Punkte oberhalb des Kurses

→ bearishe Trendrichtung

Wenn die Punkte die Seite wechseln, entsteht ein sogenannter SAR Flip.

Wie funktioniert der Parabolic SAR?

Der Parabolic SAR verfolgt den Preis und passt seinen Wert dynamisch an die Entwicklung des Marktes an.

In einem Aufwärtstrend bewegt sich der SAR schrittweise nach oben.

In einem Abwärtstrend bewegt er sich entsprechend nach unten.

Dabei wird der Abstand zum Kurs nicht zufällig gewählt. Der Indikator berücksichtigt unter anderem:

  • den bisherigen SAR-Wert
  • den Extreme Point
  • den Acceleration Factor

Dadurch kann sich der SAR während eines Trends zunehmend schneller an den Preis annähern.

Das führt zu dem charakteristischen parabolischen Verlauf.

Was bedeutet SAR?

SAR steht für:

Stop and Reverse

Damit wird die grundlegende Funktion des Indikators beschrieben.

Der SAR kann als dynamisches Stop-Level betrachtet werden.

Wenn der Preis den SAR überschreitet, kann dies einen Wechsel der angenommenen Trendrichtung signalisieren.

Beispiel:

Punkte unter dem Kurs

Kurs fällt

Punkte werden überschritten

SAR wechselt über den Kurs

möglicher Trendwechsel

Parabolic SAR im Chart

Der Parabolic SAR wird direkt im Preischart dargestellt.

Ein typisches Bild sieht vereinfacht so aus:

      •
      •
  Kurs bewegt sich nach oben
       ╲
        •
         •
          •

In einem Aufwärtstrend befinden sich die Punkte typischerweise unterhalb des Kurses.

Bei einem Abwärtstrend liegen sie oberhalb.

Dadurch kann die Trendrichtung schnell visuell erfasst werden.

Parabolic SAR Punkte unter dem Kurs

Befinden sich die Punkte unterhalb des Preises, wird dies normalerweise als bullishes Signal interpretiert.

Beispiel:

Der DAX bildet:

Higher Highs

und

Higher Lows.

Gleichzeitig liegen die Parabolic-SAR-Punkte unterhalb des Kurses.

Beide Informationen passen zusammen.

Der SAR bestätigt damit die bestehende Aufwärtsbewegung.

Parabolic SAR Punkte über dem Kurs

Liegen die Punkte oberhalb des Kurses, wird die Bewegung normalerweise als bearish interpretiert.

Beispiel:

Der Nasdaq bildet:

Lower Highs

und

Lower Lows.

Der Parabolic SAR befindet sich gleichzeitig oberhalb des Kurses.

Auch hier bestätigen sich Marktstruktur und Indikator gegenseitig.

Parabolic SAR Signal

Das bekannteste Signal entsteht beim Wechsel der Punkte von einer Seite des Kurses auf die andere.

Dieser Wechsel wird häufig als SAR Flip bezeichnet.

Bullisher Flip

SAR wechselt von:

über dem Kurs

zu:

unter dem Kurs

Das kann einen möglichen Beginn eines Aufwärtstrends signalisieren.

Bearisher Flip

SAR wechselt von:

unter dem Kurs

zu:

über dem Kurs

Das kann auf einen möglichen Abwärtstrend hindeuten.

Allerdings bedeutet ein Flip nicht automatisch, dass ein neuer nachhaltiger Trend entsteht.

Parabolic SAR Berechnung

Die Berechnung des Parabolic SAR ist etwas komplexer als bei einfachen gleitenden Durchschnitten.

Grundsätzlich basiert der Wert auf:

  • aktuellem SAR
  • Extreme Point
  • Acceleration Factor

Eine vereinfachte Formel für einen Aufwärtstrend lautet:

Dabei steht:

SAR = aktueller Parabolic-SAR-Wert

AF = Acceleration Factor

EP = Extreme Point

Der Extreme Point ist im Aufwärtstrend typischerweise das bisher höchste Hoch.

Im Abwärtstrend ist es entsprechend das bisher niedrigste Tief.

Was ist der Acceleration Factor?

Der Acceleration Factor (AF) bestimmt, wie schnell sich der Parabolic SAR an den Kurs annähert.

Eine häufig verwendete Standardeinstellung ist:

Startwert: 0,02

Bei neuen Extrempunkten kann der Faktor schrittweise erhöht werden.

Typischerweise steigt er in Schritten von:

0,02

bis zu einem maximalen Wert von:

0,20

Die konkreten Einstellungen können je nach Plattform angepasst werden.

Parabolic SAR Einstellungen

Die klassischen Standardeinstellungen sind häufig:

Step: 0,02

Maximum: 0,20

Diese Parameter bestimmen, wie empfindlich der Indikator auf neue Kursbewegungen reagiert.

Niedrigerer Acceleration Factor

Der SAR reagiert langsamer.

Dadurch entstehen weniger schnelle Wechsel.

Höherer Acceleration Factor

Der SAR reagiert schneller.

Dadurch kann der Indikator näher am Kurs liegen und früher drehen.

Das kann zwar frühere Signale liefern, gleichzeitig aber auch mehr Fehlsignale erzeugen.

Parabolic SAR Einstellungen für Daytrading

Für das Daytrading können andere Einstellungen sinnvoll sein als für Swing Trading.

Auf kleinen Timeframes kann der klassische SAR relativ häufig die Seite wechseln.

Das kann beispielsweise bei einem 1-Minuten- oder 5-Minuten-Chart zu vielen Signalen führen.

Deshalb sollte die Einstellung nicht einfach verändert werden, weil der Chart optisch besser aussieht.

Die passende Konfiguration sollte anhand historischer Daten getestet werden.

Parabolic SAR für Swing Trading

Swing Trader verwenden den Parabolic SAR häufig auf höheren Timeframes.

Beispielsweise:

  • 1-Stunden-Chart
  • 4-Stunden-Chart
  • Tageschart

Hier kann der Indikator helfen, einen bestehenden Trend zu begleiten und einen möglichen Exit zu erkennen.

Je höher der Timeframe, desto weniger kurzfristiges Marktrauschen wird normalerweise sichtbar.

Parabolic SAR Trading Strategie 1: SAR Flip

Die einfachste Strategie basiert auf dem Wechsel der Punkte.

Long

  1. SAR liegt oberhalb des Kurses.
  2. Der Kurs steigt.
  3. SAR wechselt unter den Kurs.
  4. Long-Position wird geprüft.

Short

  1. SAR liegt unterhalb des Kurses.
  2. Der Kurs fällt.
  3. SAR wechselt über den Kurs.
  4. Short-Position wird geprüft.

Diese Strategie ist leicht verständlich.

Das Problem:

In Seitwärtsmärkten kann der SAR ständig zwischen Long und Short wechseln.

Parabolic SAR Strategie 2: Trendfilter + SAR

Eine sinnvollere Anwendung besteht darin, zunächst den übergeordneten Trend zu bestimmen.

Beispiel Long:

Kurs über 200er Moving Average

Higher Highs & Higher Lows

SAR unter dem Kurs

Die Long-Richtung wird bevorzugt.

Short-Signale werden ignoriert, solange der übergeordnete Trend bullish bleibt.

Beim Short-Setup gilt das Gegenteil.

Parabolic SAR + Moving Average

Der Moving Average kann als Trendfilter verwendet werden.

Beispiel:

Der Kurs liegt über dem:

200 SMA

Der übergeordnete Trend wird als bullish betrachtet.

Anschließend korrigiert der Markt.

Der Parabolic SAR wechselt kurzfristig nach oben.

Statt sofort short zu gehen, wartet der Trader auf eine Rückkehr des SAR unter den Kurs.

Damit wird der SAR ausschließlich für das Timing verwendet.

Der Moving Average bestimmt dagegen die bevorzugte Handelsrichtung.

Parabolic SAR Strategie 3: SAR als Trailing Stop

Eine der sinnvollsten Anwendungen des Parabolic SAR besteht darin, ihn als Trailing Stop zu verwenden.

Beispiel:

Du eröffnest einen Long-Trade.

Der Kurs steigt weiter.

Der SAR bewegt sich gleichzeitig nach oben.

Der Abstand zwischen Preis und SAR wird kleiner.

Dreht der Markt schließlich nach unten und durchbricht den SAR, kann die Position geschlossen werden.

Dadurch kann ein Trader versuchen, einen größeren Teil eines Trends mitzunehmen.

Parabolic SAR als Stop Loss

Der SAR kann auch als dynamische Orientierung für den Stop Loss dienen.

Bei einem Long-Trade:

SAR unter dem Kurs

Bei einem Short-Trade:

SAR über dem Kurs

Der Stop kann entsprechend nachgezogen werden.

Dabei sollte allerdings berücksichtigt werden, dass der SAR automatisch auf die Preisentwicklung reagiert.

Er eignet sich deshalb nicht für jede Strategie.

Parabolic SAR Strategie 4: RVI + SAR

Der Parabolic SAR kann auch mit einem Momentum-Indikator wie dem Relative Vigor Index (RVI) kombiniert werden.

Beispiel Long:

  • Marktstruktur bullish
  • RVI über Nulllinie
  • RVI über Signallinie
  • SAR unter dem Kurs

Damit liefern mehrere Faktoren eine ähnliche Aussage.

Beim Short-Setup:

  • Marktstruktur bearish
  • RVI unter Nulllinie
  • RVI unter Signallinie
  • SAR über dem Kurs

Auch hier sollte die konkrete Strategie zunächst getestet werden.

Parabolic SAR Strategie 5: Support & Resistance

Support und Resistance können helfen, die Qualität eines SAR-Signals zu beurteilen.

Beispiel:

Der DAX fällt in eine starke Unterstützung.

Dort bildet sich eine bullishe Price-Action-Struktur.

Kurz darauf wechselt der SAR unter den Kurs.

Die Kombination ist interessanter als ein SAR-Flip mitten in einer beliebigen Seitwärtsphase.

Parabolic SAR und Price Action

Der Parabolic SAR sollte nicht den Preis ersetzen.

Die Marktstruktur bleibt entscheidend.

Beispiel:

Der Kurs bildet:

Higher High

Higher Low

Higher High

Der SAR liegt unter dem Preis.

Damit bestätigt der Indikator lediglich die bereits erkennbare Marktstruktur.

Problematisch wäre es dagegen, einen SAR-Flip zu handeln, obwohl der Markt insgesamt klar seitwärts läuft.

Parabolic SAR in Seitwärtsmärkten

Hier liegt eine der größten Schwächen des Indikators.

In einer Range kann der Preis ständig um den SAR schwanken.

Dadurch entstehen:

Long

Short

Long

Short

Long

Viele dieser Signale können Fehlsignale sein.

Deshalb sollte vor dem Einsatz des Parabolic SAR zunächst geklärt werden:

Befindet sich der Markt überhaupt in einem Trend?

Parabolic SAR im Trend

In einem starken Trend kann der Parabolic SAR dagegen besonders nützlich sein.

Beispiel:

Der Nasdaq steigt über mehrere Stunden.

Der Kurs bildet regelmäßig neue Hochs.

Der SAR bleibt unterhalb des Kurses.

Der Trader kann die Position halten, solange die SAR-Struktur intakt bleibt.

Erst ein Wechsel des SAR kann einen Exit auslösen.

Das macht den Indikator besonders interessant für Trendfolge-Strategien.

Parabolic SAR beim Forex Trading

Der Parabolic SAR kann grundsätzlich auf Forex-Paaren eingesetzt werden.

Beispielsweise:

  • EUR/USD
  • GBP/USD
  • USD/JPY
  • AUD/USD

Besonders in klaren Trends kann der Indikator hilfreich sein.

Während ruhiger Seitwärtsphasen können dagegen zahlreiche Wechsel auftreten.

Deshalb sollte die aktuelle Marktstruktur immer berücksichtigt werden.

Parabolic SAR beim DAX Trading

Beim DAX kann der SAR beispielsweise für das Intraday-Trading verwendet werden.

Ein mögliches Setup:

Der DAX eröffnet bullish.

Der Kurs hält sich über einem wichtigen Support.

Higher Highs und Higher Lows entstehen.

Der SAR liegt unterhalb des Kurses.

Ein Pullback endet an einer Unterstützung.

Anschließend setzt sich der Trend fort.

Der SAR kann dabei als dynamische Orientierung für das Stop-Management dienen.

Parabolic SAR beim Nasdaq Trading

Auch der Nasdaq eignet sich grundsätzlich für Trendfolgeansätze.

Beispielsweise:

Eröffnung

starker Impuls

Pullback

Trendfortsetzung

SAR bleibt unter dem Kurs

Ein Trader kann die Position halten, solange die Marktstruktur und der SAR die gleiche Richtung unterstützen.

Bei schnellen Bewegungen sollte allerdings die hohe Volatilität berücksichtigt werden.

Parabolic SAR beim Gold Trading

Gold kann ebenfalls mit dem Parabolic SAR analysiert werden.

Gerade bei starken Trends kann der Indikator als Trailing-Stop-Werkzeug interessant sein.

Allerdings kann Gold auch sehr schnelle Gegenbewegungen zeigen.

Ein zu eng eingestellter SAR kann deshalb eine Position frühzeitig ausstoppen.

Parabolic SAR für Aktien

Bei Aktien kann der Parabolic SAR beispielsweise für Trendfolge und Exit-Management eingesetzt werden.

Ein typischer Ansatz:

Long-Position

→ SAR unter dem Kurs

→ Kurs steigt weiter

→ SAR wandert nach oben

→ SAR wird durchbrochen

→ Position schließen

Dadurch kann der Trader versuchen, einen laufenden Trend möglichst lange zu begleiten.

Parabolic SAR und Volatilität

Der Parabolic SAR reagiert direkt auf die Preisbewegung.

Das bedeutet, dass starke Bewegungen den Indikator schneller an den Kurs heranführen können.

In volatilen Märkten kann der SAR dadurch schneller drehen.

Das ist einerseits hilfreich, weil Verluste begrenzt werden können.

Andererseits kann eine kurzfristige Gegenbewegung dazu führen, dass ein Trade zu früh geschlossen wird.

Parabolic SAR und Multi-Timeframe-Analyse

Eine Multi-Timeframe-Analyse kann den Einsatz des SAR verbessern.

Beispielsweise:

4-Stunden-Chart

→ übergeordneter Trend

1-Stunden-Chart

→ Marktstruktur

15-Minuten-Chart

→ Einstieg

Der Parabolic SAR kann dabei auf unterschiedlichen Zeitebenen unterschiedliche Signale liefern.

Wichtig ist deshalb, vorab zu definieren, welche Timeframe welche Funktion besitzt.

Parabolic SAR und Breakouts

Der SAR kann auch nach einem Breakout als Trendfilter verwendet werden.

Beispiel:

Der Nasdaq bricht über einen wichtigen Widerstand aus.

Anschließend bleibt der SAR unter dem Kurs.

Die Kombination aus Breakout und SAR kann den neuen Trend bestätigen.

Bricht der Preis später wieder unter den SAR, kann das auf nachlassende Trendstärke hindeuten.

Parabolic SAR und Trendwechsel

Ein SAR-Flip wird häufig als mögliches Trendwechselsignal interpretiert.

Allerdings sollte zwischen einem:

Trendwechsel

und einer:

kurzfristigen Korrektur

unterschieden werden.

Ein einzelner Flip reicht dafür normalerweise nicht aus.

Besser ist die zusätzliche Betrachtung der Marktstruktur.

Parabolic SAR und Stop Loss richtig nutzen

Ein häufiger Fehler besteht darin, den SAR blind als Stop Loss zu verwenden.

Der SAR berücksichtigt nicht automatisch:

  • wichtige Unterstützungen
  • Swing Highs
  • Swing Lows
  • Nachrichten
  • Spread
  • individuelle Risikogrenzen

Deshalb sollte der SAR nicht die gesamte Risikoanalyse ersetzen.

Ein Stop Loss sollte immer zu:

Positionsgröße + Volatilität + Marktstruktur + Risikobudget

passen.

Vorteile des Parabolic SAR

Der Indikator bietet mehrere Vorteile:

  • einfache visuelle Darstellung
  • leicht verständliche Signale
  • gute Eignung für Trendfolge
  • kann als Trailing Stop verwendet werden
  • funktioniert auf vielen Märkten
  • kann Ein- und Ausstiege strukturieren

Nachteile des Parabolic SAR

Es gibt jedoch auch klare Nachteile:

  • viele Fehlsignale in Seitwärtsmärkten
  • kann bei hoher Volatilität zu früh drehen
  • verzögert teilweise den tatsächlichen Trendwechsel
  • liefert keine Information über die Stärke eines Trends allein
  • ersetzt kein Risikomanagement
  • optimale Einstellungen hängen von Markt und Timeframe ab

Parabolic SAR vs. Moving Average

Beide Indikatoren können für Trendfolge eingesetzt werden.

Der Unterschied liegt in der Darstellung.

Ein Moving Average bildet eine geglättete Kurslinie.

Der Parabolic SAR liefert dagegen konkrete Punkte oberhalb oder unterhalb des Preises.

Ein Moving Average eignet sich daher häufig besser für die allgemeine Trendbestimmung.

Der Parabolic SAR kann dagegen besonders interessant für:

Entry-Timing und Exit-Management

sein.

Parabolic SAR vs. Supertrend

Auch der Supertrend-Indikator wird häufig als Trendfolge- und Stop-Werkzeug eingesetzt.

Der Parabolic SAR arbeitet mit einem dynamischen Punktesystem.

Der Supertrend basiert dagegen unter anderem auf dem ATR und berücksichtigt damit die Volatilität anders.

Welcher Indikator besser funktioniert, hängt von der jeweiligen Strategie ab.

Ein Vergleich sollte deshalb immer anhand konkreter Backtests erfolgen.

Parabolic SAR vs. MACD

Der MACD konzentriert sich stärker auf:

  • Trend
  • Momentum
  • gleitende Durchschnitte

Der Parabolic SAR konzentriert sich stärker auf:

  • Trendrichtung
  • mögliche Trendwechsel
  • Stop-Management

Beide können deshalb miteinander kombiniert werden.

Parabolic SAR Backtesting

Wer eine SAR-Strategie entwickeln möchte, sollte sie zunächst testen.

Beispiel für eine einfache Regel:

Long, wenn der Kurs über dem 200er Moving Average liegt und der Parabolic SAR unter den Kurs wechselt.

Exit:

Position schließen, wenn der SAR wieder über den Kurs wechselt.

Jetzt kann anhand historischer Daten untersucht werden:

  • Trefferquote
  • durchschnittlicher Gewinn
  • durchschnittlicher Verlust
  • Profit Factor
  • maximaler Drawdown
  • Anzahl der Trades
  • unterschiedliche Marktphasen

Erst diese Daten zeigen, ob die Strategie tatsächlich einen statistischen Vorteil besitzt.

Häufige Fehler beim Parabolic SAR Trading

Jeden SAR Flip handeln

Nicht jeder Flip bedeutet einen echten Trendwechsel.

Seitwärtsmärkte ignorieren

Hier entstehen besonders viele Fehlsignale.

Einstellungen ständig verändern

Eine Strategie sollte nicht so lange angepasst werden, bis die Vergangenheit perfekt aussieht.

SAR als alleinigen Indikator verwenden

Der Markt liefert wesentlich mehr Informationen als ein einzelner Indikator.

Stop Loss blind setzen

Der SAR berücksichtigt nicht automatisch deine individuelle Risikostruktur.

Keine Backtests durchführen

Ein paar profitable Trades sind kein Beweis für eine funktionierende Strategie.

Parabolic SAR Checkliste

Vor einem Trade kannst du folgende Punkte prüfen:

1. Befindet sich der Markt in einem klaren Trend?

2. Wo liegt der Parabolic SAR?

3. Hat ein SAR Flip stattgefunden?

4. Passt die Richtung zur Marktstruktur?

5. Liegt eine wichtige Unterstützung oder ein Widerstand in der Nähe?

6. Gibt es eine Price-Action-Bestätigung?

7. Wie hoch ist die aktuelle Volatilität?

8. Wo liegt der Stop Loss?

9. Wie groß ist die Position?

10. Ist das Setup historisch getestet?

Fazit: Parabolic SAR richtig anwenden

Der Parabolic SAR ist ein einfach zu verstehender technischer Trendfolgeindikator. Die Punkte oberhalb oder unterhalb des Kurses zeigen die vom Indikator ermittelte Trendrichtung an.

Besonders interessant ist der Parabolic SAR für:

  • Trendfolge
  • SAR-Flips
  • Trailing Stops
  • Exit-Management
  • Kombination mit anderen Analysewerkzeugen

Seine größte Stärke liegt in klaren Trends. In Seitwärtsmärkten kann der Indikator dagegen zahlreiche Fehlsignale erzeugen.

Deshalb sollte der Parabolic SAR nicht isoliert betrachtet werden.

Ein sinnvoller Trading-Ansatz kann beispielsweise so aussehen:

Marktstruktur → Trendfilter → Support/Resistance → Parabolic SAR → Entry → Stop Loss → Exit

Der entscheidende Punkt ist dabei nicht, möglichst viele SAR-Signale zu handeln.

Der Parabolic SAR ist am stärksten, wenn er dir hilft, einen guten Trend zu erkennen, bestehende Positionen laufen zu lassen und den Exit systematisch zu planen.