Ein Requote im Trading entsteht, wenn eine Order nicht zum ursprünglich angeforderten Preis ausgeführt werden kann und der Broker dem Trader stattdessen einen neuen Preis anbietet. Der Begriff stammt aus dem englischen „requote“ und bedeutet sinngemäß eine erneute Kursstellung.
Requotes sind vor allem aus dem klassischen Forex Trading bekannt. Sie können auftreten, wenn sich der Markt zwischen dem Zeitpunkt der Orderanfrage und der tatsächlichen Ausführung deutlich bewegt. Besonders bei hoher Volatilität, wichtigen Wirtschaftsdaten oder einer weniger schnellen Orderausführung können Requotes auftreten.
Für Trader ist ein Requote ärgerlich, weil der ursprünglich gewünschte Einstieg möglicherweise nicht mehr verfügbar ist. Der Trader muss dann entscheiden, ob er den neuen Preis akzeptiert oder die Order ablehnt.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen einem klassischen Requote und Slippage. Beide Situationen hängen mit der tatsächlichen Ausführung einer Order zusammen, funktionieren aber nicht exakt gleich.
Was bedeutet Requote im Trading?
Ein Requote bedeutet vereinfacht:
Der angeforderte Preis ist nicht mehr verfügbar und der Broker stellt einen neuen Preis.
Ein Trader möchte beispielsweise EUR/USD bei 1,1000 kaufen.
Zwischen der Anfrage und der Ausführung steigt der Markt jedoch auf 1,1003.
Der Broker kann die Order nicht mehr zum ursprünglich angeforderten Preis ausführen und bietet stattdessen 1,1003 an.
Der Trader kann diesen neuen Preis akzeptieren oder die Order ablehnen.
Genau diese neue Preisstellung wird als Requote bezeichnet.
Wie entsteht ein Requote?
Der häufigste Grund ist eine schnelle Bewegung des Marktes.
Bei einer manuellen Order vergeht zwischen dem Klick auf „Kaufen“ oder „Verkaufen“ und der tatsächlichen Ausführung ein kurzer Zeitraum. Auch wenige Millisekunden oder Sekunden können bei einem stark bewegten Markt ausreichen, damit sich der verfügbare Preis verändert.
Der Broker erhält die Order mit einem bestimmten angeforderten Preis. Ist dieser Preis aufgrund der Marktbewegung nicht mehr verfügbar, kann je nach Ausführungsmodell ein neuer Preis angeboten werden.
Requotes sind deshalb besonders häufig in Situationen zu beobachten, in denen sich der Markt sehr schnell bewegt.
Requotes bei hoher Volatilität
Volatilität ist einer der wichtigsten Faktoren für Requotes.
Wenn sich der Preis eines Finanzinstruments innerhalb kurzer Zeit stark bewegt, können sich die verfügbaren Kurse sehr schnell verändern.
Das kann beispielsweise während der Veröffentlichung wichtiger Wirtschaftsdaten passieren.
Arbeitsmarktdaten aus den USA, Inflationszahlen, Zinsentscheidungen oder wichtige Notenbankreden können innerhalb kürzester Zeit starke Bewegungen auslösen.
Eine Order, die vor wenigen Augenblicken noch zu einem bestimmten Preis ausführbar war, kann unmittelbar danach bereits einen anderen Preis haben.
Requotes bei News Trading
Beim News Trading können Requotes besonders relevant sein.
Trader, die direkt während wichtiger Nachrichten handeln, versuchen häufig, sehr schnelle Kursbewegungen auszunutzen.
Genau zu diesem Zeitpunkt kann sich die Liquidität jedoch verändern und die Kurse können sich extrem schnell bewegen.
Ein Trader klickt beispielsweise auf „Buy“, während EUR/USD bei 1,1200 notiert.
Die Nachricht löst eine starke Bewegung aus und der Markt springt auf 1,1210.
Der ursprünglich angeforderte Kurs steht möglicherweise nicht mehr zur Verfügung.
Der Broker kann deshalb einen neuen Preis anbieten.
Requotes bei illiquiden Märkten
Nicht nur Volatilität kann Requotes verursachen.
Auch eine geringe Liquidität kann eine Rolle spielen.
Bei Märkten oder Handelszeiten mit weniger Liquidität kann es schwieriger sein, eine Order exakt zum gewünschten Preis auszuführen.
Das gilt insbesondere für weniger liquide Währungspaare oder bestimmte Marktphasen außerhalb der wichtigsten Handelszeiten.
Je weniger Marktteilnehmer gleichzeitig aktiv sind, desto stärker können sich verfügbare Preise verändern.
Requotes und Forex Trading
Requotes sind insbesondere aus dem Forex Trading bekannt.
Historisch traten sie vor allem bei bestimmten Broker- und Ausführungsmodellen häufiger auf.
Bei modernen elektronischen Handelsumgebungen hängt die tatsächliche Ausführung jedoch stark vom jeweiligen Broker, Liquiditätsanbieter und Kontomodell ab.
Deshalb sollte ein Trader nicht pauschal davon ausgehen, dass jeder Forex Broker Requotes in gleicher Weise behandelt.
Die konkreten Bedingungen stehen normalerweise in den Ausführungsrichtlinien und Geschäftsbedingungen des Brokers.
Requote Beispiel im Forex Trading
Nehmen wir an, EUR/USD steht bei 1,1050.
Ein Trader möchte sofort kaufen und sendet eine Market Order.
Während die Order verarbeitet wird, steigt der Markt auf 1,1054.
Der Broker stellt daraufhin einen neuen Preis von 1,1054.
Der Trader erhält beispielsweise die Meldung:
„Price changed. Buy at 1,1054?“
Der Trader kann den neuen Preis akzeptieren oder die Order ablehnen.
Das ist ein klassischer Requote.
Requote vs. Slippage
Requotes und Slippage werden häufig miteinander verwechselt.
Bei einem Requote erhält der Trader normalerweise einen neuen Preis und muss diesen akzeptieren, bevor die Order ausgeführt wird.
Bei Slippage wird die Order dagegen zu einem anderen verfügbaren Preis ausgeführt, als ursprünglich erwartet.
Beispielsweise möchte ein Trader bei 1,1050 kaufen.
Der Markt bewegt sich schnell auf 1,1053.
Bei einem Requote kann der Broker 1,1053 als neuen Preis anbieten.
Bei Slippage kann die Order automatisch bei 1,1053 ausgeführt werden, sofern das Ausführungsmodell dies zulässt.
Beide Situationen entstehen durch Unterschiede zwischen dem erwarteten und tatsächlich verfügbaren Ausführungspreis, unterscheiden sich aber im Ablauf.
Warum sind Requotes für Trader problematisch?
Ein Requote kann dazu führen, dass ein geplantes Trading Setup nicht mehr funktioniert.
Das ist besonders relevant, wenn eine Strategie sehr präzise Einstiege benötigt.
Angenommen, ein Trader plant einen Einstieg bei 100 Punkten und hat sein Stop Loss sowie Take Profit entsprechend kalkuliert.
Der Broker bietet plötzlich 100,5 Punkte an.
Dieser Unterschied erscheint zunächst klein.
Wenn das Setup jedoch nur wenige Punkte Stop Loss besitzt, kann die zusätzliche Abweichung das Chance-Risiko-Verhältnis deutlich verändern.
Der Trader sollte deshalb nicht automatisch jeden neuen Preis akzeptieren.
Requotes beim Scalping
Für Scalper können Requotes besonders problematisch sein.
Scalping basiert häufig auf kleinen Kursbewegungen.
Wenn ein Trader beispielsweise nur wenige Punkte Gewinn anstrebt, können kleine Unterschiede bei der Ausführung einen erheblichen Einfluss auf das Ergebnis haben.
Ein Requote kann dazu führen, dass der geplante Einstieg nicht mehr attraktiv ist.
Deshalb achten viele kurzfristige Trader besonders auf schnelle Orderausführung und stabile Handelsbedingungen.
Requotes beim Daytrading
Auch Daytrader sollten die Auswirkungen von Requotes kennen.
Bei normalen Marktbedingungen können sie weniger relevant sein als während extremer Bewegungen.
Wer jedoch rund um Wirtschaftsdaten handelt, sollte sich bewusst sein, dass die tatsächliche Ausführung von der normalen Marktsituation abweichen kann.
Eine Strategie, die im ruhigen Markt gut funktioniert, kann während einer Nachricht völlig andere Ausführungsbedingungen erleben.
Requotes beim Swing Trading
Für Swing Trader sind Requotes häufig weniger relevant, weil ihre Einstiege und Kursziele meist größere Bewegungen umfassen.
Ein Unterschied von wenigen Pips kann bei einer Position, die mehrere Tage gehalten wird, eine geringere Bedeutung haben als beim Scalping.
Trotzdem können auch Swing Trader bei sehr volatilen Marktphasen mit abweichenden Ausführungspreisen konfrontiert werden.
Was verursacht Requotes beim Broker?
Die Ursache liegt nicht zwangsläufig darin, dass ein Broker bewusst gegen den Trader handelt.
Ein Requote kann schlicht durch eine schnelle Marktbewegung und ein bestimmtes Ausführungsmodell entstehen.
Entscheidend ist daher, wie der Broker Orders verarbeitet und welche Preisgarantien beziehungsweise Ausführungsbedingungen angeboten werden.
Bei einem Broker mit sehr schneller elektronischer Ausführung kann das Verhalten anders sein als bei einem System, das einen Preis zunächst bestätigt und anschließend die Order ausführt.
Können Requotes manipulativ sein?
Ein einzelner Requote ist kein Beweis für Manipulation.
Ein Broker kann eine Order aufgrund einer tatsächlichen Marktbewegung nicht mehr zum angeforderten Preis ausführen.
Problematisch wäre es, wenn ein Broker systematisch und unrechtmäßig Preise oder Orderausführungen manipulieren würde.
Ob ein bestimmtes Verhalten problematisch oder zulässig ist, hängt von den konkreten Umständen, dem Broker, dem Finanzinstrument und dem geltenden Recht ab.
Trader sollten deshalb nicht aus jedem abweichenden Preis automatisch auf Betrug schließen.
Requotes und Brokerwahl
Wer Requotes möglichst vermeiden möchte, sollte bei der Auswahl eines Brokers auf die Orderausführung achten.
Neben den beworbenen Spreads sind beispielsweise die tatsächliche Ausführungsgeschwindigkeit, das Ausführungsmodell, mögliche Slippage und die Bedingungen während volatiler Marktphasen relevant.
Ein Broker mit einem extrem niedrigen Spread ist nicht automatisch die beste Wahl, wenn die tatsächliche Ausführung schlecht zu der eigenen Strategie passt.
Für einen Scalper können andere Kriterien wichtig sein als für einen langfristigen Swing Trader.
Wie kann man Requotes reduzieren?
Trader können Requotes nicht vollständig ausschließen, weil sie teilweise durch die Marktbedingungen entstehen.
Eine Möglichkeit besteht darin, besonders extreme Nachrichtenphasen zu vermeiden, wenn die eigene Strategie nicht ausdrücklich dafür ausgelegt ist.
Auch die Wahl eines Brokers mit einer modernen elektronischen Orderausführung kann einen Unterschied machen.
Darüber hinaus kann eine Limit Order für bestimmte Strategien sinnvoll sein, wenn ein maximal akzeptabler Einstiegspreis festgelegt werden soll.
Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass eine Limit Order möglicherweise gar nicht ausgeführt wird.
Requotes und Limit Orders
Eine Limit Order unterscheidet sich von einer Market Order.
Bei einer Buy Limit Order legt der Trader beispielsweise fest, dass er nur zu einem bestimmten Preis oder günstiger kaufen möchte.
Dadurch wird der maximale akzeptierte Einstiegspreis definiert.
Der Vorteil besteht darin, dass der Trader die Preiskontrolle behält.
Der Nachteil: Der Markt kann den gewünschten Preis verfehlen und die Order bleibt unausgeführt.
Eine Limit Order ist deshalb keine Garantie für eine Ausführung.
Requotes und Market Orders
Market Orders werden verwendet, wenn eine Position möglichst schnell zum aktuell verfügbaren Marktpreis ausgeführt werden soll.
Gerade bei schnellen Bewegungen kann der tatsächlich verfügbare Preis vom zuvor angezeigten Preis abweichen.
Ob daraus ein Requote oder eine automatische Ausführung mit Slippage entsteht, hängt vom Ausführungsmodell des Brokers ab.
Trader sollten deshalb verstehen, welche Orderausführung ihr Broker tatsächlich verwendet.
Requotes bei MT4 und MT5
Requotes sind insbesondere aus älteren Handelsumgebungen rund um MetaTrader bekannt.
Bei MetaTrader 4 und MetaTrader 5 hängt das tatsächliche Verhalten jedoch nicht allein von der Software ab.
Entscheidend sind unter anderem der Broker, das Kontomodell und die gewählte Ausführungsart.
Deshalb kann dieselbe Handelsplattform bei unterschiedlichen Brokern zu unterschiedlichen Ausführungserfahrungen führen.
Warum Requotes bei einem Backtest keine Rolle spielen
Ein Backtest basiert normalerweise auf historischen Kursdaten.
Eine reale Orderausführung findet dabei nicht tatsächlich statt.
Deshalb kann ein Backtest ein Trading Setup beispielsweise zu einem bestimmten Preis ausführen, obwohl dieser Preis im Live Trading möglicherweise nur sehr kurz verfügbar gewesen wäre.
Das ist ein wichtiger Grund, warum Backtesting und Live Trading unterschiedliche Ergebnisse liefern können.
Neben Requotes spielen dabei auch Spread, Slippage, Liquidität und Latenz eine Rolle.
Requotes und Trading Psychologie
Requotes können auch psychologisch problematisch sein.
Ein Trader plant einen Einstieg und erhält plötzlich einen anderen Preis.
Wenn das Setup anschließend ohne ihn läuft, entsteht schnell der Gedanke:
„Ich hätte doch einfach akzeptieren sollen.“
Das kann dazu führen, dass der Trader beim nächsten Requote impulsiv einen schlechteren Preis akzeptiert.
Genau hier ist Disziplin wichtig.
Ein Trading Plan sollte festlegen, unter welchen Bedingungen ein Trade gültig ist.
Wenn sich der Einstieg durch einen Requote deutlich verschlechtert, kann es professioneller sein, den Trade auszulassen.
Nicht jeder verpasste Trade muss nachgeholt werden.
Requotes und das Trading Setup
Ein gutes Trading Setup besteht nicht nur aus einem Einstiegssignal.
Auch der geplante Stop Loss, das Kursziel, das Risiko und das Chance-Risiko-Verhältnis gehören dazu.
Verändert sich der Einstiegspreis durch einen Requote, können sich alle diese Faktoren verändern.
Deshalb sollte ein Trader nicht nur fragen:
„Bekomme ich den Trade noch?“
Sondern:
„Ist dieser Trade zu diesem neuen Preis noch derselbe Trade?“
Wenn die Antwort nein lautet, kann es sinnvoller sein, auf die nächste Gelegenheit zu warten.
Sind Requotes heute noch häufig?
Wie häufig Requotes auftreten, hängt stark vom Broker, Handelsinstrument und Ausführungsmodell ab.
Bei modernen elektronischen Märkten sind automatische Ausführungsmodelle weit verbreitet. Statt eines klassischen Requotes kann eine Order beispielsweise direkt zum nächsten verfügbaren Preis ausgeführt werden.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Preisabweichungen verschwunden sind.
Slippage und andere Ausführungseffekte können weiterhin auftreten.
Wer einen Broker testet, sollte deshalb nicht nur auf den beworbenen Spread achten, sondern die tatsächliche Orderausführung beobachten.
Fazit: Requotes im Trading
Requotes im Trading entstehen, wenn ein ursprünglich angeforderter Preis für eine Order nicht mehr verfügbar ist und der Broker stattdessen einen neuen Preis anbietet.
Besonders bei schnellen Marktbewegungen, hoher Volatilität, wichtigen Wirtschaftsnachrichten oder geringer Liquidität können solche Situationen auftreten.
Ein Requote ist nicht automatisch ein Zeichen für Broker-Manipulation. Häufig handelt es sich um eine Folge der tatsächlichen Marktbewegung und des verwendeten Ausführungsmodells.
Für Trader ist vor allem die Abgrenzung zu Slippage wichtig. Beim Requote erhält der Trader einen neuen Preis zur Bestätigung, während eine Slippage dazu führen kann, dass die Order direkt zu einem anderen verfügbaren Preis ausgeführt wird.
Besonders für Scalper und Daytrader können Requotes relevant sein, weil bereits kleine Preisabweichungen die Wirtschaftlichkeit eines Setups verändern können.
Deshalb sollte ein Trader nicht jeden neuen Preis akzeptieren, nur weil er den geplanten Trade unbedingt ausführen möchte. Wenn sich durch einen Requote das ursprüngliche Chance-Risiko-Verhältnis deutlich verschlechtert, ist kein Trade oft die bessere Entscheidung.