Stop Loss Order

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Wer tradet, muss nicht nur wissen, wann er in den Markt einsteigt, sondern vor allem auch, wann eine Trading-Idee nicht mehr funktioniert. Genau hier kommt die Stop Loss Order, kurz SL, ins Spiel.

Ein Stop Loss ist eine vorab definierte Marke, bei deren Erreichen eine Position automatisch geschlossen werden soll. Bei einer Long-Position liegt der Stop typischerweise unter dem aktuellen Kurs, bei einer Short-Position darüber. Bei einer klassischen Stop-Market-Ausführung wird die Position nach Auslösung zum nächsten verfügbaren Marktpreis geschlossen. Deshalb ist der Stop-Preis keine Garantie für den tatsächlichen Ausführungspreis. Gerade bei schnellen Bewegungen kann Slippage entstehen.

Damit ist der Stop Loss weit mehr als eine technische Funktion in MetaTrader, TradingView oder einer Broker-Plattform.

Er ist ein Bestandteil des Risikomanagements.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:

„Wie weit muss mein Stop Loss vom Einstieg entfernt sein?“

Sondern:

„Ab welchem Punkt ist meine Trading-Idee falsch?“

Genau dort sollte man beginnen.

Was ist eine Stop Loss Order?

Eine Stop Loss Order ist eine bedingte Order, mit der eine bestehende Position bei Erreichen eines bestimmten Kurses automatisch geschlossen werden soll.

Bei einem Long-Trade wird beispielsweise eine Verkaufs-Stop-Order unterhalb des aktuellen Kurses platziert.

Beispiel:

Du kaufst einen Markt bei 100 €.

Deine Analyse geht davon aus, dass der Kurs steigen sollte. Fällt er jedoch unter 95 €, ist deine Trading-Idee für dich nicht mehr gültig.

Du setzt deshalb einen Stop Loss bei 95 €.

Fällt der Kurs auf dieses Niveau, wird die Stop-Order ausgelöst und die Position geschlossen. Bei einer Stop-Market-Order erfolgt die tatsächliche Ausführung zum nächsten verfügbaren Preis. Dieser kann aufgrund von Marktbewegungen von 95 € abweichen.

Der Stop Loss soll damit vor allem verhindern, dass aus einem geplanten kleinen Verlust ein unkontrollierter großer Verlust wird.

Wie funktioniert ein Stop Loss?

Die Funktionsweise lässt sich in vier Schritte aufteilen:

1. Trade analysieren

Du identifizierst ein konkretes Setup.

2. Ungültigkeitsniveau bestimmen

Du überlegst, wann deine Analyse nicht mehr stimmt.

3. Stop Loss platzieren

Die Stop-Marke wird an diesem Bereich hinterlegt.

4. Markt handeln lassen

Erreicht der Kurs die Stop-Marke, wird die Position entsprechend der Orderart geschlossen.

Das Entscheidende ist dabei Schritt zwei.

Viele Trader machen den Fehler, zuerst einen Einstieg zu wählen und erst danach zu überlegen, wo der Stop liegen könnte.

Besser ist es, Entry, Stop und Positionsgröße als zusammenhängendes System zu betrachten.

Stop Loss bei Long und Short

Bei Long und Short funktioniert der Stop Loss spiegelverkehrt.

Stop Loss bei Long

Du erwartest steigende Kurse.

Der Stop liegt unterhalb des Einstiegs beziehungsweise unter einer relevanten Marktstruktur.

Beispiel:

Entry: 100

Stop Loss: 95

Der Trade wird beendet, wenn der Markt deutlich gegen die Long-Idee läuft.

Stop Loss bei Short

Du erwartest fallende Kurse.

Der Stop liegt oberhalb des Einstiegs beziehungsweise oberhalb einer relevanten Marktstruktur.

Beispiel:

Entry: 100

Stop Loss: 105

Steigt der Markt bis in diesen Bereich, ist die Short-Idee für dich ungültig.

Das Grundprinzip lautet also:

Long → Stop unter der relevanten Struktur

Short → Stop über der relevanten Struktur

Warum ist ein Stop Loss beim Trading wichtig?

Der wichtigste Zweck eines Stop Loss ist die Begrenzung des Risikos.

Märkte bewegen sich nicht immer so, wie es eine Analyse erwarten lässt.

Ein Breakout kann scheitern.

Eine Unterstützung kann brechen.

Ein Widerstand kann überwunden werden.

Eine Nachricht kann den Markt innerhalb weniger Sekunden stark bewegen.

Ohne vorher definierte Ausstiegsregel entsteht schnell die Versuchung, einen Verlusttrade einfach weiterlaufen zu lassen.

Dann wird aus:

„Der Trade funktioniert gerade nicht.“

schnell:

„Ich warte noch ein bisschen.“

Und daraus:

„Der Markt kommt bestimmt wieder zurück.“

Genau diese Denkweise kann gefährlich werden.

Ein Stop Loss schafft dagegen eine klare Grenze.

Stop Loss ist kein Garant für einen maximalen Verlust

Ein wichtiger Punkt wird gerade von Anfängern häufig übersehen:

Ein Stop Loss garantiert nicht, dass exakt zum Stop-Preis geschlossen wird.

Wird eine klassische Stop-Market-Order ausgelöst, wird daraus eine Marktorder. Die tatsächliche Ausführung erfolgt zum nächsten verfügbaren Preis. Bei schnellen Bewegungen, geringer Liquidität oder einem Gap kann dieser Preis deutlich vom Stop-Level abweichen. Das nennt man Slippage.

Beispiel:

Stop Loss:

100 €

Der Markt fällt aufgrund einer überraschenden Nachricht sehr schnell.

Die nächste verfügbare Ausführung liegt bei:

98,50 €

Dann wurde der Stop zwar bei 100 € ausgelöst, die Position aber erst bei 98,50 € geschlossen.

Das Risiko kann dadurch größer sein als ursprünglich geplant.

Wo sollte man den Stop Loss setzen?

Hier gibt es keine universell richtige Entfernung.

Ein Stop Loss bei exakt 1 %, 2 % oder 5 % ist nicht automatisch richtig.

Die Stop-Marke sollte zur Marktstruktur und Strategie passen.

Eine sinnvolle Frage lautet:

„Wo wäre meine Analyse nachweislich falsch?“

Bei einem Long-Trade kann das beispielsweise unter einem wichtigen Swing Low liegen.

Bei einem Short-Trade kann es über einem relevanten Swing High liegen.

Das ist häufig sinnvoller als eine rein prozentuale Entfernung vom Einstieg.

Stop Loss unter Support setzen

Eine klassische Methode ist die Orientierung an einer Unterstützung.

Angenommen, eine Aktie bewegt sich über längere Zeit zwischen 100 € und 110 €.

Bei 100 € reagiert der Markt mehrfach nach oben.

Du gehst bei 106 € Long.

Dann wäre ein Stop Loss beispielsweise unterhalb der relevanten Unterstützungszone denkbar.

Nicht zwingend exakt bei 100 €.

Denn wenn dort viele Marktteilnehmer ihre Stops platzieren, kann ein kurzer Spike unter die Marke ausreichen, um Positionen auszulösen.

Die konkrete Platzierung muss deshalb zur Volatilität und Struktur des Marktes passen.

Stop Loss über Resistance setzen

Bei einem Short-Trade funktioniert das Prinzip umgekehrt.

Der Markt befindet sich beispielsweise unter einem Widerstand bei 110 €.

Du gehst bei 106 € Short.

Steigt der Kurs nachhaltig über die Widerstandszone, könnte die ursprüngliche Short-Idee ungültig sein.

Der Stop Loss wird deshalb oberhalb der relevanten Struktur platziert.

Damit ist der Stop nicht einfach eine zufällige Zahl.

Er basiert auf der Frage:

„Ab wann ist meine Analyse falsch?“

Stop Loss anhand von Swing High und Swing Low

Für viele Price-Action-Strategien sind Swing Highs und Swing Lows besonders interessant.

Bei einem Long-Trade kann ein relevantes Swing Low als Orientierung dienen.

Bei einem Short-Trade kann ein relevantes Swing High verwendet werden.

Beispiel Long:

Entry: 20.000

relevantes Swing Low: 19.850

Der Stop könnte unterhalb dieses Bereichs liegen.

Beispiel Short:

Entry: 20.000

relevantes Swing High: 20.150

Der Stop könnte oberhalb dieses Bereichs liegen.

Damit orientiert sich das Risiko an der tatsächlichen Marktstruktur.

Stop Loss nach Volatilität setzen

Ein weiterer Ansatz berücksichtigt die Volatilität des Marktes.

Ein Markt, der normalerweise nur wenige Punkte schwankt, benötigt andere Stop-Abstände als ein Markt, der innerhalb weniger Minuten sehr große Bewegungen macht.

Ein häufig verwendetes Werkzeug ist der Average True Range (ATR).

Der ATR misst vereinfacht die durchschnittliche Schwankungsbreite eines Marktes.

Ein Trader kann beispielsweise festlegen:

Stop-Abstand = 1,5 × ATR

oder

Stop-Abstand = 2 × ATR

Das ist keine allgemeingültige optimale Einstellung.

Der Vorteil besteht vielmehr darin, dass sich der Stop systematisch an die aktuelle Volatilität anpassen lässt.

Stop Loss und Positionsgröße gehören zusammen

Das ist einer der wichtigsten Punkte beim Trading.

Viele Trader denken:

„Ich möchte maximal 100 € verlieren, also muss ich den Stop möglichst eng setzen.“

Das ist der falsche Ansatz.

Die bessere Reihenfolge lautet:

Setup → Stop → Risiko → Positionsgröße

Nicht:

Setup → gewünschte Positionsgröße → irgendwie Stop setzen

Angenommen, du möchtest maximal 100 € riskieren.

Dein Einstieg liegt bei:

100 €

Dein sinnvoller technischer Stop liegt bei:

95 €

Du riskierst also 5 € je Einheit.

Die maximale Positionsgröße wäre dann vereinfacht:

100 € ÷ 5 € = 20 Einheiten

Würde dein technischer Stop dagegen bei 90 € liegen, wäre das Risiko pro Einheit 10 €.

Dann wären es:

100 € ÷ 10 € = 10 Einheiten

Der Stop wird also nicht verschoben, damit die gewünschte Positionsgröße passt.

Die Positionsgröße wird an den sinnvollen Stop angepasst.

Warum ein zu enger Stop Loss problematisch ist

Ein enger Stop klingt zunächst attraktiv.

Schließlich wird weniger Geld riskiert.

Das Problem:

Märkte bewegen sich.

Und zwar auch dann, wenn die eigentliche Trading-Idee noch völlig intakt ist.

Angenommen, du erwartest einen Anstieg.

Der Markt steigt zunächst von 100 auf 103.

Danach fällt er kurz auf 98,50.

Anschließend startet die eigentliche Bewegung auf 110.

Wenn dein Stop bei 99 liegt, bist du bereits ausgestoppt worden.

Der Markt hatte deine Analyse also möglicherweise gar nicht widerlegt.

Dein Stop war lediglich zu nah an der normalen Marktschwankung.

Das ist einer der häufigsten Fehler beim Stop-Loss-Management.

Warum ein zu weiter Stop Loss ebenfalls problematisch ist

Das Gegenteil ist aber genauso schlecht.

Ein extrem weiter Stop kann dazu führen, dass ein einzelner Verlusttrade einen zu großen Teil des Kontos belastet.

Außerdem kann ein weiter Stop dazu führen, dass ein Trader eine viel zu große Position eingeht, weil er sich auf den vermeintlich großen Spielraum verlässt.

Deshalb gilt:

Der Stop sollte nicht möglichst eng und nicht möglichst weit sein.

Er sollte dort liegen, wo die Trading-Idee ungültig wird.

Danach wird die Positionsgröße entsprechend angepasst.

Stop Loss und Chance-Risiko-Verhältnis

Der Stop Loss bestimmt nicht nur das Risiko.

Er beeinflusst auch das Chance-Risiko-Verhältnis (CRV).

Beispiel:

Entry: 100

Stop: 95

Take Profit: 115

Risiko:

5 Punkte

Chance:

15 Punkte

Damit ergibt sich:

CRV = 1:3

Der Trader riskiert theoretisch 1 Einheit, um 3 Einheiten zu gewinnen.

Natürlich bedeutet ein CRV von 1:3 nicht automatisch, dass die Strategie profitabel ist.

Entscheidend ist die Kombination aus:

  • Trefferquote
  • durchschnittlichem Gewinn
  • durchschnittlichem Verlust
  • Handelskosten
  • Slippage
  • Anzahl der Trades

Stop Loss nicht einfach auf Break-even verschieben

Ein verbreiteter Fehler ist das zu frühe Verschieben des Stop Loss auf den Einstieg.

Der Trade läuft beispielsweise 1R ins Plus.

Der Trader denkt:

„Jetzt kann ich nichts mehr verlieren.“

Also wird der Stop auf Break-even gezogen.

Der Markt macht anschließend einen normalen Rücksetzer.

Der Stop wird ausgelöst.

Danach läuft der Markt wie ursprünglich erwartet weiter.

Das Problem war nicht unbedingt der Entry.

Es war möglicherweise das zu frühe Stop-Management.

Ein Break-even-Stop sollte deshalb Teil einer definierten Strategie sein und nicht einfach aus Angst vor einem möglichen Verlust entstehen.

Trailing Stop Loss

Eine besondere Variante ist der Trailing Stop Loss.

Dabei wird die Stop-Marke automatisch oder nach festen Regeln dem Kurs hinterhergezogen.

Beispiel bei einem Long-Trade:

Der Kurs steigt von:

100 → 105 → 110 → 115

Der Stop wird schrittweise nach oben angepasst.

Wenn der Markt anschließend dreht, kann die Position automatisch geschlossen werden.

Der Vorteil:

Gewinne können systematischer abgesichert werden.

Der Nachteil:

Ein zu enger Trailing Stop kann eine Position bereits bei einer normalen Korrektur beenden.

Deshalb passt ein Trailing Stop nicht automatisch zu jeder Strategie.

Stop Loss vs. Stop Limit

Stop Loss und Stop Limit werden häufig miteinander verwechselt.

Bei einer klassischen Stop-Market-Order wird die Order nach Erreichen des Stop-Preises zur Marktorder.

Der Vorteil:

Die Wahrscheinlichkeit einer Ausführung ist höher.

Der Nachteil:

Der tatsächliche Preis kann aufgrund von Slippage vom Stop-Level abweichen.

Bei einer Stop-Limit-Order wird dagegen zusätzlich ein Limit definiert.

Damit lässt sich der maximal akzeptierte Ausführungspreis kontrollieren.

Allerdings entsteht ein anderes Risiko:

Die Position kann möglicherweise überhaupt nicht geschlossen werden.

Bei einem starken Kurssturz kann der Markt das Limit überspringen.

Dann hast du zwar einen Preis kontrolliert, aber möglicherweise noch eine offene Verlustposition.

Die Wahl zwischen beiden Orderarten hängt deshalb vom Produkt, Broker und konkreten Handelsziel ab.

Stop Loss bei CFDs

Beim CFD Trading ist der Stop Loss besonders wichtig, weil CFDs häufig mit Hebel gehandelt werden.

Der Hebel kann dazu führen, dass eine vergleichsweise kleine Kursbewegung eine größere Auswirkung auf das eingesetzte Kapital hat.

Ein Beispiel:

Du kontrollierst eine Position mit einem Nominalwert von 10.000 €.

Bewegt sich der Markt um 2 % gegen dich, entspricht das vereinfacht einer Veränderung von:

200 €

Deshalb sollte der Stop nicht erst dann definiert werden, wenn der Trade bereits eröffnet wurde.

Gerade bei gehebelten Produkten sollte das maximale Risiko vor dem Einstieg feststehen.

Stop Loss im Forex Trading

Im Forex Trading können Stop Loss Orders beispielsweise anhand von:

  • Swing Highs und Swing Lows
  • Support und Resistance
  • ATR
  • Marktstruktur
  • Volatilität
  • Session-Levels

definiert werden.

Besonders wichtig ist dabei die aktuelle Marktphase.

Während einer ruhigen asiatischen Session kann ein bestimmter Stop-Abstand sinnvoll sein.

Während der US-Eröffnung kann derselbe Abstand durch die deutlich höhere Volatilität viel zu eng sein.

Ein Stop Loss sollte deshalb nicht isoliert betrachtet werden.

Stop Loss beim Nasdaq Trading

Beim Nasdaq ist das Thema besonders relevant, weil der Markt intraday sehr dynamisch sein kann.

Ein Trader kann beispielsweise einen Short nach einem bearischen Breakout eröffnen.

Das letzte relevante Swing High liegt oberhalb des Entries.

Der Stop wird dort platziert.

Der Vorteil:

Die Position wird nicht bereits bei jeder kleinen Gegenbewegung geschlossen.

Wenn der Nasdaq dagegen dieses Swing High nachhaltig zurückerobert, ist die ursprüngliche Short-Idee möglicherweise nicht mehr gültig.

Der Stop erfüllt damit eine strukturelle Funktion.

Stop Loss beim Gold Trading

Auch Gold kann starke kurzfristige Bewegungen zeigen.

Deshalb sollte ein Stop bei Gold nicht einfach anhand eines festen Dollar-Abstands gewählt werden.

Ein Abstand von beispielsweise 5 Dollar kann in einer ruhigen Marktphase völlig anders wirken als während einer wichtigen Nachricht.

Volatilität und Marktstruktur sind deshalb entscheidend.

Was passiert bei einem Gap?

Ein Gap entsteht, wenn der nächste handelbare Preis deutlich oberhalb oder unterhalb des vorherigen Kurses liegt.

Angenommen:

Aktueller Kurs:

100 €

Stop:

95 €

Über Nacht kommt eine überraschende Nachricht.

Der Markt eröffnet bei:

88 €

Dann kann der Stop nicht einfach bei 95 € ausgeführt werden, wenn dort kein handelbarer Kurs verfügbar ist.

Die tatsächliche Ausführung kann deutlich schlechter sein.

Das zeigt erneut:

Ein Stop Loss begrenzt das geplante Risiko, garantiert aber nicht immer den maximalen Verlust.

Stop Loss und Slippage

Slippage beschreibt die Differenz zwischen dem erwarteten und dem tatsächlichen Ausführungspreis.

Beispiel:

Stop:

100

Ausführung:

99,60

Slippage:

0,40

Bei einem schnellen Markt kann die Abweichung deutlich größer sein.

Trader sollten deshalb bei ihrer Strategie berücksichtigen, dass die tatsächliche Ausführung nicht immer exakt dem theoretischen Backtest entspricht.

Sollte man immer einen Stop Loss verwenden?

Für viele aktive Trading-Strategien ist ein klar definierter Verlustausstieg ein zentraler Bestandteil des Risikomanagements.

Aber „Stop Loss verwenden“ bedeutet nicht automatisch:

„Jeden Trade mit einer mechanischen Order exakt 10 Punkte unter dem Einstieg absichern.“

Es gibt unterschiedliche Ansätze.

Ein Trader kann mit einer klassischen Stop-Order arbeiten.

Ein anderer kann je nach Strategie mit einer manuell überwachten Ausstiegsregel arbeiten.

Bei hochvolatilen Märkten können außerdem spezielle Ordertypen oder garantierte Stops relevant sein, sofern der jeweilige Broker sie anbietet.

Entscheidend ist, dass vor dem Trade klar definiert ist, wo und warum die Position beendet wird.

Die häufigsten Stop-Loss-Fehler

1. Stop Loss nach Gefühl setzen

„Hier dürfte der Kurs nicht mehr hin.“

Das ist keine belastbare Regel.

2. Stop direkt auf offensichtliche Marken legen

Wenn viele Marktteilnehmer dieselbe Marke beobachten, kann ein kurzer Spike problematisch sein.

3. Stop nach Verlust vergrößern

Der Markt läuft gegen dich und du verschiebst den Stop immer weiter.

Damit wird aus Risikomanagement das Gegenteil.

4. Stop aus Angst zu früh nachziehen

Ein normaler Rücksetzer beendet den Trade.

5. Positionsgröße nicht anpassen

Der Trader setzt einen technischen Stop, behält aber eine zu große Position.

6. Slippage ignorieren

Gerade bei News und schnellen Märkten kann die Ausführung vom Stop-Preis abweichen.

7. Jeden Trade gleich behandeln

Ein Stop für EUR/USD ist nicht automatisch für Gold oder Nasdaq geeignet.

Der wichtigste Fehler: Den Stop nachträglich „retten“

Einer der gefährlichsten Denkfehler lautet:

„Ich verschiebe den Stop nur noch ein bisschen, damit der Trade mehr Luft bekommt.“

Danach fällt der Markt weiter.

Der Stop wird erneut verschoben.

Irgendwann ist aus einem kleinen geplanten Verlust ein großer Verlust geworden.

Das Problem war nicht der Stop.

Das Problem war, dass der Trader seine ursprüngliche Risikoregel aufgegeben hat.

Ein guter Stop Loss sollte deshalb vor dem Trade geplant werden.

Eine einfache Stop-Loss-Checkliste

Vor dem Einstieg kannst du dir folgende Fragen stellen:

1. Wo ist mein Entry?

2. Warum gehe ich den Trade ein?

3. Was muss der Markt tun, damit meine Idee falsch ist?

4. Wo liegt diese Marke im Chart?

5. Wie weit ist der Stop vom Entry entfernt?

6. Wie viel Geld riskiere ich bei diesem Stop?

7. Ist meine Positionsgröße dafür passend?

8. Wie hoch ist die aktuelle Volatilität?

9. Gibt es wichtige Nachrichten oder Events?

10. Passt das Chance-Risiko-Verhältnis?

Wenn du diese Fragen vor dem Trade beantworten kannst, wird der Stop Loss vom nachträglichen Notausgang zu einem festen Bestandteil deines Trading-Systems.

Stop Loss richtig setzen: Ein praktisches Beispiel

Nehmen wir einen Long-Trade im Nasdaq.

Der Markt befindet sich in einem Aufwärtstrend.

Nach einem Impuls folgt ein Rücksetzer.

Dabei entsteht ein Higher Low.

Der Trader plant den Einstieg bei:

20.000

Das relevante Swing Low liegt bei:

19.900

Der Stop wird beispielsweise unterhalb dieser Struktur geplant.

Nehmen wir:

Stop: 19.880

Das Risiko beträgt:

120 Punkte

Nun wird nicht einfach eine beliebige Positionsgröße gewählt.

Stattdessen wird anhand des maximal akzeptierten Geldrisikos berechnet, wie groß die Position sein darf.

Damit sind drei Dinge miteinander verbunden:

Marktstruktur → Stop-Abstand → Positionsgröße

Genau diese Verbindung macht Risikomanagement praktisch.

Stop Loss sollte zur Strategie passen

Es gibt nicht den einen perfekten Stop Loss.

Ein Scalper benötigt andere Regeln als ein Swing Trader.

Ein Breakout-Trader benötigt andere Stop-Level als ein Reversal Trader.

Ein Trader, der mit Marktstruktur arbeitet, kann seinen Stop beispielsweise hinter ein Swing High oder Swing Low setzen.

Ein systematischer Trader kann mit ATR arbeiten.

Ein langfristiger Investor verfolgt wiederum möglicherweise eine völlig andere Strategie.

Deshalb ist die Frage:

„Wie viele Prozent sollte mein Stop Loss haben?“

zu pauschal.

Die bessere Frage lautet:

„Welche Stop-Regel gehört zu meinem Setup?“

Stop Loss im Backtest überprüfen

Wer eine Trading-Strategie systematisch handelt, sollte auch die Stop-Loss-Regeln testen.

Nicht nur:

Wo hätte ich gewonnen?

Sondern auch:

Wie oft wurde ich durch meinen Stop ausgestoppt und der Markt lief danach in meine ursprüngliche Richtung?

Das ist eine wichtige Kennzahl.

Denn möglicherweise ist der Stop:

  • zu eng,
  • zu weit,
  • strukturell falsch,
  • nicht an die Volatilität angepasst,
  • oder grundsätzlich passend.

Erst ein ausreichend großer Datensatz zeigt, welche Variante tatsächlich besser funktioniert.

Fazit: Stop Loss richtig setzen

Die Stop Loss Order ist eines der wichtigsten Werkzeuge für das Risikomanagement im Trading. Sie ermöglicht es, eine Position bei einem definierten Kursniveau automatisch zu schließen und dadurch das Risiko eines Trades von Anfang an zu begrenzen.

Dabei sollte der Stop Loss jedoch nicht einfach nach einer festen Prozentregel gesetzt werden.

Ein sinnvoller Stop orientiert sich an der Trading-Idee.

Bei Long kann er beispielsweise unter einem relevanten Swing Low oder einer Unterstützung liegen. Bei Short entsprechend über einem Swing High oder Widerstand.

Erst danach wird die Positionsgröße bestimmt.

Das Grundprinzip lautet:

Setup → Stop → Risiko → Positionsgröße

Nicht:

Setup → Positionsgröße → irgendeinen Stop setzen.

Ebenso wichtig ist, dass ein Stop Loss keine Garantie für einen exakt begrenzten Verlust darstellt. Bei einer Stop-Market-Order kann insbesondere bei schnellen Bewegungen oder Gaps Slippage entstehen.

Der beste Stop Loss ist deshalb nicht der engste Stop.

Und auch nicht der weiteste.

Der beste Stop ist derjenige, der an der Stelle liegt, an der deine Trading-Idee tatsächlich ungültig wird – und dessen Risiko zu deiner Positionsgröße und deinem Tradingplan passt.