Trading Charts

1 2 A B C D E F G H I K L M N O P R S T V W

Trading beginnt mit dem Chart.

Bevor ein Trader einen Einstieg sucht, einen Stop Loss platziert oder ein Kursziel definiert, muss er zunächst verstehen, was der Chart überhaupt zeigt. Genau hier entstehen bei vielen Anfängern die ersten Fehler. Ein Chart ist nicht einfach eine bunte Linie mit ein paar Kerzen. Er stellt die Preisentwicklung eines Marktes über einen bestimmten Zeitraum dar und kann – je nach Darstellung – ganz unterschiedliche Informationen sichtbar machen.

Dabei gibt es nicht den einen perfekten Trading Chart.

Ein Scalper kann mit einem Candlestick-Chart arbeiten, während ein langfristiger Trader einen einfachen Linienchart bevorzugt. Andere Trader nutzen Heikin Ashi, Renko oder Point-and-Figure, um bestimmte Marktbewegungen stärker herauszufiltern.

Die Wahl des richtigen Charts kann deshalb beeinflussen, wie du Trends, Unterstützungen, Widerstände und mögliche Einstiege wahrnimmst.

In diesem Artikel schauen wir uns die wichtigsten Trading Charts an, erklären ihren Aufbau und zeigen, für welchen Trading-Stil sie besonders interessant sein können.

Was ist ein Trading Chart?

Ein Trading Chart ist eine grafische Darstellung der Preisentwicklung eines Finanzinstruments.

Das kann beispielsweise sein:

  • EUR/USD
  • Gold
  • Nasdaq
  • DAX
  • S&P 500
  • Bitcoin
  • eine Aktie
  • ein Rohstoff

Auf der horizontalen Achse befindet sich normalerweise die Zeit.

Auf der vertikalen Achse steht der Preis.

Je nach Charttyp wird zusätzlich dargestellt, wie sich der Preis innerhalb eines bestimmten Zeitraums bewegt hat.

Bei einer einzelnen Kerze kann beispielsweise erkennbar sein:

  • Eröffnungskurs
  • Schlusskurs
  • Höchstkurs
  • Tiefstkurs

Genau diese Informationen machen einen Chart für Trader interessant.

Denn aus der reinen Kursbewegung lassen sich unter anderem Trends, Unterstützungen, Widerstände, Volatilität und Chartformationen ableiten.

Warum gibt es unterschiedliche Trading Charts?

Die verschiedenen Chartarten verfolgen unterschiedliche Ziele.

Ein einfacher Linienchart zeigt beispielsweise nur den Schlusskurs.

Ein Candlestick-Chart zeigt dagegen die komplette Preisbewegung innerhalb einer Periode.

Ein Heikin-Ashi-Chart verändert wiederum die Darstellung der Kerzen, um Trends optisch stärker hervorzuheben.

Andere Chartarten arbeiten teilweise nicht einmal direkt mit einer klassischen Zeitachse.

Der entscheidende Punkt ist deshalb:

Ein Chart verändert nicht den Markt – er verändert die Art, wie du die Marktdaten siehst.

Das ist wichtig.

Wenn ein Heikin-Ashi-Chart einen besonders sauberen Aufwärtstrend zeigt, bedeutet das nicht automatisch, dass der Markt weniger volatil ist. Die Darstellung glättet lediglich bestimmte Preisbewegungen.

Die 10 wichtigsten Trading Charts im Vergleich

Für Trader sind insbesondere folgende Chartarten interessant:

  1. Linienchart
  2. Balkenchart
  3. Candlestick Chart
  4. Heikin-Ashi Chart
  5. Renko Chart
  6. Point-and-Figure Chart
  7. Area Chart
  8. Kagi Chart
  9. Range Chart
  10. Tick Chart

Nicht jeder dieser Charts eignet sich für jeden Trader.

Während Candlesticks für die klassische technische Analyse besonders verbreitet sind, können alternative Darstellungen für bestimmte Strategien interessante Vorteile bieten.

1. Linienchart

Der Linienchart ist die einfachste Form eines Trading Charts.

Meist wird für jede Periode lediglich der Schlusskurs verwendet.

Diese Werte werden miteinander verbunden.

Dadurch entsteht eine einfache Linie, die den Verlauf des Marktes zeigt.

Der große Vorteil:

Der Chart ist extrem übersichtlich.

Du siehst sofort, ob sich der Markt grundsätzlich nach oben, unten oder seitwärts bewegt.

Viele unwichtige Schwankungen innerhalb einer einzelnen Kerze verschwinden.

Das kann besonders interessant sein, wenn du dich auf die großen Bewegungen konzentrieren möchtest.

Nachteile des Liniencharts

Die Einfachheit ist gleichzeitig seine Schwäche.

Du siehst nicht:

  • Eröffnung
  • Hoch
  • Tief

sondern normalerweise nur den Schlusskurs.

Für detaillierte Candlestick-Analysen ist ein Linienchart deshalb ungeeignet.

Besonders geeignet für: langfristige Trendanalyse und einen schnellen Überblick.

2. Balkenchart

Der Balkenchart, häufig auch Bar Chart genannt, liefert deutlich mehr Informationen als ein Linienchart.

Ein einzelner Balken zeigt typischerweise:

  • Open
  • High
  • Low
  • Close

Der Hoch- und Tiefpunkt wird über die vertikale Linie dargestellt.

Kleine horizontale Markierungen zeigen Eröffnungs- und Schlusskurs.

Damit enthält ein Balkenchart im Grunde dieselben grundlegenden Preisinformationen wie ein Candlestick Chart.

Die Darstellung ist allerdings weniger intuitiv.

Für Trader, die bereits mit klassischer Charttechnik arbeiten, kann sie trotzdem interessant sein.

3. Candlestick Chart

Der Candlestick Chart ist wahrscheinlich die bekannteste Chartart im Trading.

Eine einzelne Kerze zeigt:

Open → High → Low → Close

Der Kerzenkörper stellt den Bereich zwischen Eröffnung und Schlusskurs dar.

Die Dochte zeigen die Höchst- und Tiefstkurse.

Dadurch kannst du sehr schnell erkennen, wie sich der Markt innerhalb einer bestimmten Periode bewegt hat.

Eine große bullische Kerze zeigt beispielsweise starken Kaufdruck.

Eine Kerze mit langem oberen Docht kann dagegen darauf hinweisen, dass höhere Preise abgelehnt wurden.

Genau daraus entstehen bekannte Candlestick-Formationen wie:

Der Candlestick Chart ist deshalb besonders wichtig für die Price Action Analyse.

Warum Candlesticks beim Trading so beliebt sind

Der große Vorteil liegt in der Informationsdichte.

Mit einer einzigen Kerze kannst du erkennen:

Wo wurde eröffnet?

Wie weit ist der Markt gestiegen?

Wie weit ist er gefallen?

Wo wurde geschlossen?

Dadurch lässt sich nicht nur der Trend betrachten.

Du kannst auch analysieren, wie der Markt innerhalb der Periode gehandelt wurde.

Das macht Candlesticks besonders für kurzfristige Trader interessant.

4. Heikin-Ashi Chart

Der Heikin-Ashi Chart sieht auf den ersten Blick wie ein normaler Candlestick Chart aus.

Die Berechnung ist allerdings anders.

Heikin Ashi verwendet unter anderem Werte aus der vorherigen Kerze, wodurch die Darstellung geglättet wird.

Dadurch entstehen häufig längere Serien gleichgerichteter Kerzen.

Ein Aufwärtstrend kann beispielsweise durch mehrere aufeinanderfolgende bullische Heikin-Ashi-Kerzen deutlich erkennbar werden.

Das kann bei der Trendfolge hilfreich sein.

Der entscheidende Nachteil

Heikin Ashi zeigt nicht einfach den tatsächlichen Open- und Close-Preis wie eine normale Candlestick-Kerze.

Die Werte werden berechnet.

Deshalb eignet sich Heikin Ashi weniger für einen exakten Einstieg auf Basis eines bestimmten Kerzenpreises.

Viele Trader verwenden daher beispielsweise:

Heikin Ashi für den Trend

und

normale Candlesticks für den Einstieg.

5. Renko Chart

Der Renko Chart funktioniert anders als klassische zeitbasierte Charts.

Hier steht nicht die Zeit im Mittelpunkt.

Stattdessen entstehen neue Renko-Steine, wenn sich der Preis um eine festgelegte Mindestbewegung verändert.

Dadurch können kleinere Bewegungen herausgefiltert werden.

Das Ergebnis:

Der Chart wirkt deutlich ruhiger.

Ein Trader kann dadurch Trends leichter erkennen.

Allerdings hat Renko auch Nachteile.

Weil die Darstellung nicht klassisch zeitbasiert ist, gehen Informationen darüber verloren, wann eine bestimmte Bewegung stattgefunden hat.

Außerdem hängt die Darstellung stark von der gewählten Brick-Größe ab.

Ein zu kleiner Wert kann wieder sehr viele Bewegungen darstellen.

Ein zu großer Wert kann dagegen wichtige Bewegungen ausblenden.

6. Point-and-Figure Chart

Point-and-Figure Charts gehören zu den älteren Charttechniken.

Auch hier steht die reine Preisbewegung stärker im Vordergrund als die Zeit.

Steigt der Preis ausreichend, werden beispielsweise X eingezeichnet.

Fällt er entsprechend stark, entstehen O.

Dadurch werden kleinere Bewegungen herausgefiltert.

Point-and-Figure Charts können insbesondere für die Analyse von:

  • Trends
  • Unterstützungen
  • Widerständen
  • Ausbrüchen

verwendet werden.

Für moderne Trader wirken sie zunächst ungewohnt.

Wer sich jedoch intensiver mit klassischer Charttechnik beschäftigt, kann darin eine interessante Alternative erkennen.

7. Area Chart

Der Area Chart ähnelt einem Linienchart.

Unterhalb der Kurslinie wird zusätzlich die Fläche bis zur Zeitachse eingefärbt.

Das macht langfristige Bewegungen optisch sehr leicht erfassbar.

Für eine detaillierte technische Analyse ist der Area Chart allerdings weniger geeignet.

Du siehst normalerweise nicht die komplette Preisbewegung innerhalb einer Periode.

Er ist deshalb eher ein Übersichts- und Visualisierungschart.

8. Kagi Chart

Der Kagi Chart stammt ursprünglich aus Japan und konzentriert sich ebenfalls stärker auf Preisbewegungen als auf die Zeit.

Die Linie verändert ihre Richtung erst dann, wenn eine bestimmte Preisbewegung erreicht wird.

Dadurch können kleinere Schwankungen herausgefiltert werden.

Interessant ist der Kagi Chart insbesondere für Trader, die sich auf:

Trendwechsel und wichtige Preisniveaus

konzentrieren.

Für Anfänger ist er allerdings deutlich schwieriger zu verstehen als ein normaler Candlestick Chart.

9. Range Chart

Ein Range Chart basiert auf einer bestimmten Preisspanne.

Eine neue Kerze beziehungsweise ein neuer Balken entsteht, wenn der Preis eine festgelegte Range erreicht.

Dadurch werden Zeitintervalle weniger wichtig.

Angenommen, du definierst eine Range von:

10 Punkten

Dann entsteht eine neue Range-Kerze beziehungsweise Darstellungseinheit, wenn sich der Markt entsprechend bewegt.

Das kann dazu führen, dass:

  • ruhige Marktphasen weniger Kerzen produzieren
  • volatile Marktphasen deutlich mehr Kerzen erzeugen

Für Trader kann das interessant sein, weil die reine Preisbewegung stärker in den Vordergrund rückt.

10. Tick Chart

Der Tick Chart basiert nicht auf einer festen Zeitperiode, sondern auf der Anzahl der ausgeführten Preisänderungen beziehungsweise Ticks.

Beispielsweise kann ein 100-Tick-Chart so konfiguriert sein, dass nach einer bestimmten Anzahl von Ticks eine neue Kerze entsteht.

Das bedeutet:

Bei hoher Marktaktivität entstehen schneller neue Kerzen.

Bei geringer Aktivität dauert es länger.

Das kann für Scalper interessant sein, die nicht ausschließlich nach festen Zeitintervallen arbeiten möchten.

Allerdings hängt die Aussagekraft eines Tick Charts auch von der jeweiligen Datenquelle und Plattform ab.

Trading Charts im direkten Vergleich

Chartart Zeitbasiert OHLC sichtbar Trendfilter Besonders interessant für
Linienchart Ja Nein Gering Überblick
Balkenchart Ja Ja Gering klassische Charttechnik
Candlestick Ja Ja Gering Price Action
Heikin Ashi Ja verändert Hoch Trendfolge
Renko Nein Nein Hoch Trendfilter
Point & Figure Nein Nein Hoch Ausbrüche
Area Chart Ja Nein Gering langfristige Übersicht
Kagi Nein Nein Hoch Trendwechsel
Range Preisbewegung teilweise Mittel aktive Trader
Tick Chart Ticks Ja Mittel Scalping

Die Tabelle zeigt bereits einen wichtigen Punkt:

Es gibt nicht den besten Trading Chart.

Es gibt nur einen Chart, der besser oder schlechter zu deiner Analyse passt.

Welcher Trading Chart ist für Anfänger am besten?

Für Anfänger würde ich grundsätzlich mit einem normalen Candlestick Chart beginnen.

Warum?

Weil du damit die wichtigsten Informationen direkt siehst:

  • Open
  • High
  • Low
  • Close
  • Kerzenkörper
  • Dochte
  • Kursbewegung

Außerdem basieren sehr viele Trading-Konzepte auf Candlesticks.

Dazu gehören:

Wenn du diese Grundlagen beherrschst, kannst du später problemlos andere Chartarten ausprobieren.

Wie liest man einen Candlestick Chart richtig?

Eine Kerze solltest du nicht isoliert betrachten.

Nehmen wir eine bullische Kerze.

Der Kurs eröffnet bei:

100

steigt bis:

110

fällt zwischenzeitlich auf:

98

und schließt bei:

108

Die Kerze zeigt damit:

Open = 100

High = 110

Low = 98

Close = 108

Der Markt hat also innerhalb dieser Periode zunächst deutlich zugelegt, zwischenzeitlich einen Rücksetzer erlebt und anschließend nahe dem Hoch geschlossen.

Das ist wesentlich aussagekräftiger als nur zu wissen:

„Der Kurs ist gestiegen.“

Trading Charts und Zeitrahmen

Nicht nur die Chartart ist wichtig.

Auch der Timeframe verändert deine Analyse.

Typische Zeitrahmen sind:

  • 1 Minute
  • 5 Minuten
  • 15 Minuten
  • 1 Stunde
  • 4 Stunden
  • 1 Tag
  • 1 Woche

Ein Markt kann im 5-Minuten-Chart einen Abwärtstrend zeigen, während er im Tageschart gleichzeitig in einem langfristigen Aufwärtstrend liegt.

Deshalb solltest du immer wissen:

Welchen Markt und welchen Zeithorizont analysiere ich gerade?

Multi-Timeframe-Analyse

Viele Trader betrachten mehrere Timeframes.

Ein möglicher Ansatz:

Tageschart → übergeordneter Trend

4-Stunden-Chart → wichtige Marktstruktur

15-Minuten-Chart → konkretes Setup

5-Minuten-Chart → Einstieg

Das ist keine feste Regel.

Aber das Prinzip ist wichtig:

Der kleine Chart findet den Einstieg. Der große Chart liefert den Kontext.

Wer nur auf einen einzigen Timeframe schaut, kann leicht den größeren Zusammenhang übersehen.

Trading Charts und Support & Resistance

Trading Charts werden häufig verwendet, um wichtige Preisbereiche zu identifizieren.

Ein Widerstand kann beispielsweise dort entstehen, wo der Markt mehrfach nach oben gedreht hat.

Eine Unterstützung kann dort liegen, wo Käufer wiederholt in den Markt gekommen sind.

Diese Bereiche lassen sich in verschiedenen Chartarten erkennen.

Mit Candlesticks kannst du zusätzlich analysieren, wie der Markt auf diese Bereiche reagiert.

Beispielsweise:

Der Preis erreicht einen Widerstand.

Danach entsteht eine Kerze mit langem oberen Docht.

Das kann darauf hindeuten, dass höhere Preise abgelehnt wurden.

Das ist wesentlich interessanter als der Widerstand allein.

Trading Charts und Trendlinien

Auch Trendlinien gehören zur klassischen Chartanalyse.

Du kannst beispielsweise mehrere steigende Tiefpunkte miteinander verbinden.

Dadurch entsteht eine Aufwärtstrendlinie.

Werden die Tiefpunkte immer höher, spricht das für eine steigende Marktstruktur.

Bei einem Abwärtstrend werden dagegen fallende Hochpunkte verbunden.

Wichtig ist allerdings:

Eine Trendlinie ist kein Naturgesetz.

Der Markt muss sich nicht an eine eingezeichnete Linie halten.

Sie ist ein Werkzeug zur Strukturierung deiner Analyse.

Trading Charts und Chartformationen

Viele bekannte Chartformationen werden direkt aus der Preisstruktur eines Charts abgeleitet.

Dazu gehören:

  • Doppelboden
  • Doppeltop
  • Schulter-Kopf-Schulter
  • Dreiecke
  • Flaggen
  • Wedges
  • V-Formationen

Auch hier sind Candlesticks besonders beliebt.

Denn die Formation zeigt nicht nur die geometrische Struktur.

Die Kerzen zeigen gleichzeitig, wie Käufer und Verkäufer innerhalb der Bewegung reagiert haben.

Trading Charts und Indikatoren

Indikatoren werden häufig direkt in Trading Charts eingebaut.

Beispiele:

  • Moving Average
  • RSI
  • MACD
  • Bollinger Bands
  • ATR
  • VWAP

Dabei sollte der Chart aber nicht mit Indikatoren überladen werden.

Wenn du zehn verschiedene Indikatoren verwendest, bekommst du nicht automatisch zehnmal bessere Informationen.

Im Gegenteil:

Zu viele Indikatoren können die eigentliche Preisbewegung verdecken.

Ein sauberer Chart kann oft mehr Aussagekraft haben als ein Bildschirm voller Signale.

Price Action und Trading Charts

Price Action bedeutet vereinfacht, dass du dich stark auf die Preisbewegung selbst konzentrierst.

Der Candlestick Chart ist dafür besonders geeignet.

Du analysierst beispielsweise:

  • Marktstruktur
  • Hochs und Tiefs
  • Kerzenformationen
  • Breakouts
  • Retests
  • Unterstützungen
  • Widerstände
  • Liquidität

Der Vorteil:

Du bist weniger abhängig von einem bestimmten Indikator.

Der Nachteil:

Price Action erfordert Erfahrung und Kontext.

Eine einzelne Hammer-Kerze bedeutet nicht automatisch:

„Jetzt kaufen.“

Entscheidend ist, wo sie entsteht und was der Markt davor gemacht hat.

Warum derselbe Markt auf verschiedenen Charts anders aussieht

Das kann zunächst verwirrend sein.

Ein normaler Candlestick Chart kann beispielsweise zehn kleine Kerzen zeigen.

Ein Heikin-Ashi Chart zeigt vielleicht fünf große bullische Kerzen.

Ein Renko Chart stellt dieselbe Bewegung wiederum völlig anders dar.

Der Markt ist trotzdem derselbe.

Die Daten werden nur unterschiedlich verarbeitet.

Das solltest du verstehen, bevor du Chartarten vergleichst.

Eine andere Darstellung ist kein anderer Markt.

Welcher Chart eignet sich für welchen Trading-Stil?

Scalping

Für Scalper sind insbesondere:

Candlestick + Tick Chart + Range Chart

interessant.

Hier geht es um kurzfristige Bewegungen und präzise Einstiege.

Daytrading

Für Daytrader ist der:

Candlestick Chart

meist die naheliegendste Wahl.

Er liefert genügend Informationen für Marktstruktur, Price Action und kurzfristige Setups.

Swing Trading

Swing Trader können ebenfalls hervorragend mit Candlesticks arbeiten.

Auf höheren Timeframes werden:

4-Stunden- und Tagescharts

besonders interessant.

Trendfolge

Wer möglichst klar erkennen möchte, ob ein Trend läuft, kann zusätzlich:

Heikin Ashi oder Renko

testen.

Der häufigste Fehler beim Lesen von Trading Charts

Viele Anfänger suchen sofort nach einem Einstieg.

Sie öffnen einen Chart und fragen:

„Wo soll ich kaufen?“

Das ist die falsche Reihenfolge.

Besser:

1. Markt bestimmen

Was handelst du?

2. Timeframe bestimmen

Welchen Zeithorizont hast du?

3. Marktstruktur analysieren

Höhere Hochs?

Tiefere Tiefs?

Seitwärtsphase?

4. Wichtige Preisbereiche markieren

Support?

Resistance?

5. Setup abwarten

Erst jetzt wird ein Einstieg interessant.

Ein guter Trader versucht deshalb nicht, jede Bewegung zu handeln.

Er wartet auf Situationen, die zu seinem System passen.

Trading Charts richtig lesen: Ein einfacher Ablauf

Wenn du einen neuen Chart öffnest, kannst du beispielsweise immer nach demselben Schema vorgehen.

Schritt 1: Welcher Markt?

Schritt 2: Welcher Timeframe?

Schritt 3: Trend oder Seitwärtsbewegung?

Schritt 4: Wo liegen wichtige Hochs und Tiefs?

Schritt 5: Wo befinden sich Support und Resistance?

Schritt 6: Gibt es eine interessante Marktstruktur?

Schritt 7: Gibt es ein konkretes Setup?

Schritt 8: Wo liegt der Stop Loss?

Schritt 9: Wo liegt das Kursziel?

Schritt 10: Passt das Chance-Risiko-Verhältnis?

Erst danach sollte die eigentliche Order interessant werden.

Trading Charts lernen: Weniger ist oft mehr

Gerade am Anfang besteht die Gefahr, immer neue Chartarten, Indikatoren und Strategien auszuprobieren.

Heute Candlesticks.

Morgen Renko.

Danach Heikin Ashi.

Anschließend fünf Indikatoren.

Das führt nicht automatisch zu besseren Ergebnissen.

Viel sinnvoller ist es, eine Chartdarstellung wirklich zu verstehen.

Für die meisten Trader reicht ein sauberer Candlestick Chart vollkommen aus.

Wenn du später feststellst, dass eine alternative Darstellung einen konkreten Vorteil für deine Strategie bietet, kannst du sie ergänzen.

Fazit: Trading Charts richtig lesen lernen

Trading Charts sind die Grundlage der technischen Analyse.

Sie zeigen dir, wie sich ein Markt entwickelt und ermöglichen es, Trends, Marktstrukturen, Unterstützungen, Widerstände und mögliche Trading-Setups zu erkennen.

Dabei gibt es nicht nur eine Möglichkeit, Kursbewegungen darzustellen.

Die wichtigsten Chartarten sind:

Liniencharts, Balkencharts, Candlesticks, Heikin Ashi, Renko, Point & Figure, Area Charts, Kagi, Range Charts und Tick Charts.

Für die meisten Trader ist der Candlestick Chart der beste Ausgangspunkt. Er liefert viele Informationen und eignet sich hervorragend für Price Action, Chartformationen und klassische technische Analyse.

Alternative Chartarten können trotzdem interessant sein.

Heikin Ashi kann Trends optisch glätten, Renko kann kleinere Preisbewegungen herausfiltern und Tick- oder Range-Charts können für kurzfristige Trader interessante Perspektiven bieten.

Wichtig ist aber nicht, möglichst viele Charts zu kennen.

Wichtig ist, einen Chart richtig lesen zu können.

Denn ein sauberer Chart mit einer klaren Strategie ist häufig deutlich wertvoller als ein Bildschirm voller Linien, Indikatoren und vermeintlicher Signale.

Der Chart soll dir helfen, den Markt zu verstehen – nicht dich mit Informationen erschlagen.